Ein Spektakel für die Maurmer: Ein Schiff mitten im Dorfkern
Damals und heute
Mit der Serie «Damals und heute» stellen wir regelmässig eine historische Fotografie einem aktuellen Bild aus dem Zürcher Oberland gegenüber – dieses Mal ein Foto aus den 1930er Jahren aus Maur.
Es war ein Ereignis in Maur, das viele Dorbewohnerinnen und -bewohner anlockte: Die Überführung der «MS Heimat», die bis heute als Fährschiff benutzt wird.
Die historische Fotografie entstand am 17. Mai 1933 auf dem Dorfplatz. Die Scheune an der Rellikonstrasse 1 sieht noch heute genauso aus, der «Neuhof» am rechten Bildrand ist am 11. August 1973 abgebrannt. Der Fotograf der Aufnahme ist nicht überliefert.
Mit zwei Traktoren vom Zürichsee nach Maur gezogen
Das Schiff wurde bei Kaspar Burkhard in Uerikon am Zürichsee gebaut und an besagtem Tag nach einem Test des Schiffs im Zürichsee mit zwei Traktoren zunächst nach Hombrechtikon hochgezogen, dort an der Kirche vorbei nach Oetwil überführt, von dort nach Esslingen und Mönchaltorf und schliesslich über die Rellikerstrasse nach Maur gebracht.
.jpg?webp=1&w=1200)

Weil in Maur die Seestrasse noch nicht existierte, musste die «Heimat» zuerst ins Dorf gezogen und über die Seewisstrasse an den See geschafft werden.
Neben der Schifflände wurde sie auf das Gerüst zum Einwassern gehievt und tags darauf über die Kante gelassen. Am Sonntag, 21. Mai 1933, wurde die «Heimat» mit einem Volksfest eingeweiht. Das Schiff kostete damals 41’800 Franken und war das einzige auf Schweizer Seen mit diesem Namen.
Seit 2022 mit Elektroantrieb auf dem Greifensee
Noch heute ist die «Heimat» in Betrieb. Nach Jahrzehnten auf dem Greifensee wurde das Motorschiff 2022 auf einen vollelektrischen Antrieb umgestellt. Es ist das erste vollelektrische Kursschiff der Deutschschweiz und transportiert seine Gäste emissionsfrei über den See. Dank e-Volldampf konnte die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee den Ausstoss von CO2 um rund zehn Tonnen pro Jahr reduzieren.
