Zu warm, aber ohne Gewitter
Monatswetter Mai
Zuerst durchschnittlich, dann hochsommerlich – etwa so könnte man den vergangenen Mai in Sachen Wetter zusammenfassen. Eher unüblich blieben Gewitter weitgehend aus. Doch im Juni muss man mit ihnen rechnen. Und es dürfte wieder ein warmer Monat werden.
Klimawandel hin oder her – gewisse Wetterphänomene halten sich. Etwa jenes der Eisheiligen, also der Tage zwischen dem 11. und 15. Mai, an denen es nochmals zu Kaltluftausbrüchen kommt.
Nach einer ziemlich sonnigen und warmen ersten Monatswoche präsentierte sich nämlich prompt auch dieses Jahr die zweite Maiwoche grau und kühl. Eben just so, wie es sich für die Tage der Eisheiligen gehört. Die erste Maihälfte war somit sowohl hinsichtlich der Temperaturen als auch der Sonnenscheindauer ziemlich durchschnittlich.
Trockene Luftmassen
Doch dann war Schluss mit Mittelmass: An Pfingsten breitete sich ein Hochdruckgebiet über West- und Mitteleuropa aus, und das Wetter wechselte auf hochsommerlich. Mehrmals stieg das Thermometer auf Werte von über 30 Grad, es gab also bereits Hitzetage.
Weil die Luftfeuchtigkeit aber gering war, kühlte es in den klaren Nächten recht stark ab. Ein Gefühl von Schwüle kam daher nicht auf, ab und zu ging sogar eine leichte Bise. Selbst das bisschen Saharastaub, das mitunter die Sicht etwas eintrübte, änderte an diesem Wettercharakter nichts.
Neue Mairekorde
Unter dem Strich resultierte erneut ein deutlich zu trockener und zu warmer Mai. Gemäss dem Wetterdienst Meteonews lagen die Temperaturen 1,4 Grad über dem langjährigen Mittel. In der letzten Woche des Monats wurden mancherorts in der Schweiz sogar neue Mairekorde verzeichnet.




Eher ungewöhnlich ist, dass es im vergangenen Mai in der Region praktisch nicht gewittert hat. Das erste etwas heftigere Gewitter gab es erst am vergangenen Sonntag, dem letzten Tag des Monats, als eine rasch aufziehende Kaltfront diese überdurchschnittlich warme Schönwetterphase beendete. Eine weitere Gewitterfront zog am Dienstag über die Region.
Der Grund für diesen Wetterwechsel: Das ausgedehnte Hochdruckgebiet über Europa, das für den zu warmen Mai verantwortlich war, hat laut Meteo Schweiz einer dynamischeren und feuchteren Westströmung Platz gemacht.
Der Sommer kehrt zurück
Am Donnerstagmittag ziehen erneut Wolken auf, die Regen bringen. Im Lauf des Freitags bessert das Wetter aber wieder. Zumindest in der zweiten Tageshälfte bleiben jedoch vereinzelte Schauer oder auch Gewitter möglich, die Temperaturen steigen allerdings langsam wieder an – am Samstag und Sonntag auf Werte von knapp über 20 Grad.
Danach kehrt der Sommer aber zurück: Ab etwa dem 10. Juni bis etwa Mitte Monat könnte es gemäss Meteoschweiz sonniger und mit Temperaturen von bis zu 30 Grad auch wieder sehr warm werden, mit einer nur geringen Gewitterneigung am Abend.
Dies entspricht auch etwa der Erwartung der Berner Meteorologin Fabienne Muriset, die auf ihrer Website orniwetter.info eine Monatsprognose publiziert. Sie bezeichnet den etwas kühleren Monatsbeginn als vorverschobene Schafskälte, auf die wieder eine sommerlichere Wetterphase folgen muss.
Für diesen Juni geht Muriset davon aus, dass West-, Südwest- und Südlagen überwiegen und die Temperaturen erneut über dem Durchschnitt liegen werden. Die in diesem Monat statistisch häufig vorkommenden Hochdrucklagen dürften heuer auch auftreten, aber eher als Übergangsphasen. Und zumindest strichweise erwartet Muriset auch ergiebige Gewittertreffer, vor allem im Bereich der Gebirgs- und Hügelzonen.
Das Monatswetter
Immer in der ersten Woche eines neuen Monats blicken wir zurück auf das Wetter der vergangenen Wochen. Wir richten mit unseren Kameras den Fokus auf Wetterphänomene. Und wir suchen nach Hinweisen, wie sich das Wetter im neuen Monat präsentieren könnte. (mre)
