Gesellschaft

Alphorn- und Büchelwettblasen

Diese Ustermer sorgen für den richtigen Ton

Die Alphorngruppe Uster organisiert am Samstag, 25. April, ein Alphorn- und Büchelwettblasen in Steg im Tösstal. Worum es dabei geht, erklärt Mike Mitchell, der selber oft als Musikjuror amtet, bei einem Probenbesuch.

Wenn die Gruppe loslegt, füllt sich der Probenraum mit herrlichen Klängen.

Foto: Luc Müller

Diese Ustermer sorgen für den richtigen Ton

Alphorn- und Büchelwettblasen

Die Alphorngruppe Uster organisiert am Samstag, 25. April, ein Alphorn- und Büchelwettblasen in Steg im Tösstal. Worum es dabei geht, erklärt Mike Mitchell, der selber oft als Musikjuror amtet, bei einem Probenbesuch.

Rund 3,9 Meter lang ist es – das E-Alphorn, welches die Mitglieder der Alphorngruppe Uster spielen. Jeweils am Donnerstag von 20 bis 22 Uhr treffen sich die zehn Aktivmitglieder zur Probe im Schulhaus Oberuster. Beim Probenbesuch vor Ort ist man sofort fasziniert von den urchigen Klängen, welche durch den Raum schweben.

Trio in Aktion
Sorgen für urchige Töne (von links): Ruedi Amstutz, Beatrice Krebs und Mike Mitchell.

«Um Alphorn zu spielen, braucht es viel Übung», erklärt Mike Mitchell (56) aus Sternenberg, der unter anderem auch Alphornunterricht gibt. Der Mundansatz macht den richtigen Klang. Ein kürzeres Alphorn sorgt für eine höhere Tonlage, man braucht weniger Puste. Wer ein langes Alphorn spielt, braucht mehr Luft.

Auf solche Feinheiten wie Tonkultur, Dynamik oder Agogik schauen die Juroren beim Alphorn- und Büchelwettblasen des Nordostschweizerischen Jodlerverbands (NOSJV) vom Samstag, 25. April. Das Wettblasen wird diesmal von der Alphorngruppe Uster organisiert und findet in Fischenthal rund um die Skihütte Steg im Tösstal statt. Beim Büchel handelt es sich um ein Alphorn, das ähnlich wie eine Trompete aussieht.

Gemeinschaftsauftritt zum Abschluss

72 Gruppen haben sich angemeldet. «Der Anlass steht allen offen, die Alphorn oder Büchel spielen», erklärt Mike Mitchell, «so gibt es auch für Laien die Möglichkeit hier, dass sie mal von einer professionellen Jury beurteilt werden.» Mitchell amtet selber oft als Jurymitglied bei kantonalen Musikanlässen – diesmal tritt er aber in Steg nicht an, weil sein «Heimatverein» den Anlass organisiert. Zum Abschluss des Wettblasens werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen im Kreis drei Stücke auf dem Alphorn vortragen.

Mann
Mike Mitchell ist nicht nur Juror, er gibt auch Alphornunterricht.

Worauf schaut die Jury konkret? «Es gibt mehrere Kategorien», erklärt Mitchell. Wie oben erwähnt geht es beispielsweise um die Tonkultur. «Hier schaue ich als Juror darauf, ob die Alphornklänge sauber und schön warm daherkommen. Sind diese verzerrt, gibt es Abzug.»

Auch die Dynamik wird unter die Lupe genommen. Wie wechseln sich laute und leise Passagen im Stück ab? Auf solche Details wird bei der Dynamik geachtet. Und auch die Agogik eines Stücks wird von den Juroren beurteilt. Das heisst: Hier spielt die Gestaltung des Lieds eine Rolle. Gibt es eine zweite Stimme, kommen Improvisationen vor, oder es gibt einen musikalischen Spannungsbogen – auf solche Punkte wird geachtet.

Mann mit Alphorn
Mike Mitchell steckt sein Alphorn zusammen.

Ein musikalischer Vortrag wird immer von drei Juroren gleichzeitig beurteilt. Die Punkte des Jurorentrios werden zusammengezählt. «Beim Wettblasen gilt: je weniger Punkte, desto besser. Denn wenn es viel zu beanstanden gibt, steigt die Punktzahl», erklärt Mike Mitchell. 15 Punkte sind das beste Resultat, 60 das schlechteste.

«Eine 15 haben wir mit der Alphorngruppe Uster noch nie erreicht. Bei Vorführungen auf diesem Topniveau kann man als Juror den Bleistift hinlegen und einfach geniessen. Wir Ustermer haben aber schon eine 16 erspielt», betont Mitchell.

Gruppe Auftritt 2
Das NOSJV-Wettblasen in Altnau TG.

Höhepunkt des Jahrs sind die Auftritte beim Eidgenössischen Jodlerfest in Basel, das vom 26. bis 28. Juni stattfindet. Dafür hat sich die Alphorngruppe qualifiziert. Das Wettblasen in Steg diene auch etablierten Gruppen dazu, sich jetzt vor dem «Eidgenössischen» nochmals von einer Fachjury beurteilen zu lassen, um zu sehen, wo man stehe und wo es noch Verbesserungspotenzial gebe. «Unsere Gruppe kann sich sicher noch bei der Dynamik verbessern», betont Mitchell.

Trio
Spielen in der Alphorngruppe Uster mit (von links): Mike Mitchell, Beatrice Krebs und Ruedi Amstutz.

Bei den Proben ist auch Ruedi Amstutz dabei. Der 85-Jährige spielt schon seit über 20 Jahren in der Alphorngruppe Uster, die 1963 gegründet wurde. «Ich habe einst bei einem Spaziergang jemand am Waldrand Alphorn spielen gehört. Ich bin mit dem Musiker ins Gespräch gekommen und habe durch ihn von der Gruppe in Uster erfahren. So kam ich dazu.»

Auch Beatrice Krebs ist begeisterte Alphornbläserin, zudem spielt sie Waldhorn. «Schon mein Vater besass ein Alphorn. «Beim Alphorn braucht man mehr Luft und einen stärkeren Lippenansatz als beim Waldhorn», erklärt Krebs.

Musikalisches Wettblasen am 25. April in Steg

Das Alphorn- und Büchelwettblasen 2026 findet am Samstag, 25. April, von 9 bis 19 Uhr in Steg im Tösstal (Gemeinde Fischenthal) beim Skilift Steg (Altschwändi 1) statt. Der Anlass des Nordostschweizerischen Jodlerverbands (NOSJV) wird von der Alphorngruppe Uster organisiert.

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