Ein Verein aus Volketswil kämpft gegen den Menschenhandel
Prostitution, Heimarbeit, Nagelstudios
Die Ausbeutung von Menschen findet nicht nur im Ausland statt. In der Schweiz haben Menschenhändler sogar ein besonders leichtes Spiel.
Greta kam in die Schweiz, weil man ihr vieles versprach: einen stabilen Job, finanzielle Sicherheit und ein besseres Leben für sie und ihr Kind. Doch kaum war sie hier angekommen, wurde sie in ein Zimmer gesperrt und musste «24/7 gut aussehen» und auf Freier gefasst sein.
Die Geschichte von Greta ist eine Geschichte über Menschenhandel. Und diese ist in der Schweiz nicht selten. 2024 wurden in der Schweiz laut der Opferstatistik der Schweizer Plattform gegen Menschenhandel 201 neue Opfer identifiziert. «Doch die Dunkelziffer ist um einiges höher», erklärt Inés. Sie ist die Gründerin und Geschäftsleiterin des Vereins Solva.
Der Volketswiler Verein setzt sich seit 2022 gegen Menschenhandel ein. Da es sich dabei um eine heikle Angelegenheit handelt, wird die Gründerin nur beim Vornamen genannt, so, wie auch auf der Website des Vereins. «Aus Sicherheitsgründen», sagt Inés. Denn die Arbeit bei Solva ist nicht nur präventiv: Opfer werden begleitet und reintegriert – wenn sie denn befreit werden konnten. «Aber nur ein Bruchteil der Täter wird überhaupt zur Rechenschaft gezogen.»

