Braucht Dübendorf eine Standortförderung à la Volketswil?
Diskussion im Parlament
Gemeinderat Thomas Maier (GLP) möchte das Potenzial des Innovationsparks für Dübendorf voll ausschöpfen. Im Parlament hingegen befürchteten einige einen Ausbau der Bürokratie.
«Die Dynamik auf dem Innovationspark ist aktuell enorm, aber für interessierte Unternehmen fehlt in Dübendorf eine zentrale Ansprechperson», beklagte Thomas Maier (GLP) am Montag im Parlament die aus seiner Sicht unzureichende Standortförderung der Stadt. Bei der Begründung seines Postulats verwies er auch auf die Nachbargemeinde Volketswil, wo vor einiger Zeit eine solche Stelle geschaffen wurde.
Maier machte Chancen für Dübendorfer Zulieferer und Dienstleister aus, aber auch für Spin-offs aus der Forschung, die sich in der Stadt ansiedeln könnten. «Dies sind unsere attraktiven Arbeitsplätze von morgen», sagte Maier, der sich in Sachen Standortförderung auch eine Zusammenarbeit mit den Nachbarn vorstellen könnte.
Seitenhieb der SVP
Maiers Vorstoss löste in der Regierung nicht gerade Begeisterungsstürme aus. Stadtpräsident André Ingold (SVP) hielt fest, Dübendorf beteilige sich bereits in verschiedenen Netzwerken, die Standortförderung betrieben. Der Stadtrat nehme das Postulat aber dennoch gerne entgegen, um aufzuzeigen, wo man bereits engagiert sei – und dass eine Standortförderung wie in Volketswil für Dübendorf allenfalls kaum mehr Nutzen bringe.
Auch SVP-Gemeinderat Patrick Walder fand, dass die Stadt schon in genügend Organisationen Mitglied sei, unter anderem im Wirtschaftsnetzwerk FRZ Flughafenregion Zürich, das eine Standortförderungsoffensive plane. Und er warnte vor zusätzlichen Stellen und teuren externen Beratern. Dabei hätten die Befürworter des «Luftschlosses» Innovationspark doch immer gesagt, das Vorhaben sei ein Selbstläufer und generiere für Dübendorf keine Kosten.
Der Innovationspark – ein Luftschloss? Damit war Roger Gallati (FDP) gar nicht einverstanden. Hingegen teilte er die Sorge der SVP wegen einer allfälligen Stellenaufstockung. Gleichzeitig könne eine mit den Nachbargemeinden koordinierte Standortförderung tatsächlich bessere Rahmenbedingungen für die KMU schaffen, sagte er.
Die «normalen» Firmen nicht vergessen
Unterstützung gabs auch von der Mitte/EVP. Remo Stadler hielt aber fest, man dürfe das Gewerbe ausserhalb des Dunstkreises des Innovationsparks nicht vergessen; auch diese Firmen belebten den lokalen Arbeitsmarkt.
Die SP war geteilter Meinung. Man stehe den Abklärungen für eine Standortförderung «nicht völlig ablehnend» gegenüber. Gleichzeitig sei es nicht Aufgabe der Stadt, für Start-ups Förderungsprogramme einzuführen.
Am Ende stimmte der Rat mit 20 zu 14 Stimmen für eine Überweisung, womit der Stadtrat den Vorstoss nun innerhalb von sechs Monaten beantworten muss.