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Neuer Fund – Schädel von Camarasaurus ist in Aathal zu sehen

Ab Karfreitag gibt es im Sauriermuseum Aathal einen neuen Dinosaurierschädel zu sehen. Dieser wurde im US-Bundesstaat Wyoming entdeckt und gilt als einer der vollständigsten weltweit.

Neuer Fund – Schädel von Camarasaurus ist in Aathal zu sehen

Ab Karfreitag gibt es im Sauriermuseum Aathal einen neuen Dinosaurierschädel zu sehen. Dieser wurde im US-Bundesstaat Wyoming entdeckt und gilt als einer der vollständigsten weltweit.

Schädel von nicht ausgewachsenen Tieren sind in der Dinosaurierforschung Raritäten. Vor zwei Jahren wurde dem Museum im Aatal ein grosser Gesteinsblock als Nebenfund mit vermutetem Schädelmaterial zugeschickt. Und tatsächlich: Im Block befand sich ein Schädel eines acht bis zehn Jahre «jungen» Langhals-Dinosauriers, der ab dem kommenden Karfreitag erstmals im Sauriermuseum Aathal zu bestaunen ist.

Erst Anfang dieses Jahrs fand das Team des Sauriermuseums Zeit, sich den Block etwas genauer anzuschauen, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Plötzlich habe sich neben den Schädelteilen der typische Glanz von Zähnen gezeigt. In diesem Fall von Zähnen, welche aufgrund ihrer schaufelförmigen Krone eindeutig der Gruppe der Camarasaurier zugeordnet werden konnten.

Sehr seltenes Fossil

Während der aufwendigen Präparation habe sich herausgestellt, wie aussergewöhnlich vollständig dieses Fossil erhalten sei. Schädel von Sauropoden (Langhals-Dinosauriern) gehören zu den seltensten Fossilien überhaupt.

Der Grund liegt in ihrer besonderen Anatomie: Da sie auf extrem langen Hälsen sitzen, sind sie sehr leicht gebaut. Das heisst, die Knochen sind ungewöhnlich dünn und fragil und zerfallen nach dem Tod des Tiers normalerweise in Dutzende Einzelteile.

Dr. Emanuel Tschopp, Sauropodenspezialist und Wissenschaftler an der Freien Universität Berlin, ist hocherfreut über die Entdeckung: «Solche Funde sind extrem selten. Von der Grösse dieses Schädels war bisher nur ein einziger bekannt.» Dieser ist im Carnegie Museum in Pittsburgh (USA) ausgestellt.

Speziell die Zähne des Sauriers könnten wichtige Erkenntnisse oder Hinweise auf das Fressverhalten, mögliche Wanderbewegungen oder sogar auf die Körpertemperatur junger Sauropoden liefern.

Warum wird der Fund nun «Lucy» genannt? Dinosaurierfunde erhalten individuelle Namen, die nichts mit der wissenschaftlichen Bezeichnung der Art zu tun haben. Sie dienen lediglich dazu, einzelne Funde voneinander zu unterscheiden. Der Schädel «Lucy» wurde nach der Tochter von Yolanda Schicker-Siber, der Direktorin und Grabungsleiterin des Sauriermuseums Aathal, benannt. (lda)

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