Gesellschaft

Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück

Jeden Monat rücken wir einen heimischen Vogel ins Licht und erzählen von seinem Lebensraum, seinen besonderen Merkmalen und seiner Bedeutung für Mensch und Natur. Den Anfang macht die anmutige Rauchschwalbe.

Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück

Vogel des Monats

Jeden Monat rücken wir einen heimischen Vogel ins Licht und erzählen von seinem Lebensraum, seinen besonderen Merkmalen und seiner Bedeutung für Mensch und Natur. Den Anfang macht die anmutige Rauchschwalbe.

Den Auftakt zu unserer neuen Reihe «Vogel des Monats» macht die Rauchschwalbe, auch Haus- oder Gabelschwalbe genannt. Der deutsche Name Rauchschwalbe kommt vom Rauchfang (Schornstein), in dem sie in früheren Zeiten gerne gebrütet hat. So erklärte man sich auch den russfarbenen Rücken. Das beste Erkennungsmerkmal sind die langen «Spiesse» an den Schwanzenden. Bei den Weibchen sind sie kürzer, bei den Jungvögeln sieht man nur leichte Ansätze.

Schwalbe auf Ast
Junge Rauchschwalben besitzen noch keine «Spiesse» an den Schwanzenden.

Merkmale und Lebensraum der Rauchschwalbe

Die Rauchschwalbe hält sich gerne in ländlichen Regionen auf, wo sie am liebsten innerhalb von offenen Scheunen, Schuppen, unter Brücken und vor allem in Ställen brütet. Ihr napfförmiges Nest baut die Rauchschwalbe aus Lehm, vermischt mit Speichel, Stroh und Tierhaaren. Es besteht aus etwa 700 bis 1500 kleinen Lehmklümpchen.

Da für die hübsche Schwalbe Wohnraum und Baumaterial immer knapper werden, nimmt sie gerne Nisthilfen an. Wenn es in der Nähe noch einen «Baumarkt» in Form einer Lehmpfütze gibt, ist das schon die halbe Miete.

Glücksbotin, Wetterzeichen und Zugvogel

Als Kulturfolger lebt die Schwalbe schon seit je in der Nähe von Menschen. Sie gilt in vielen Kulturen als Glücksbringerin und Wetterbotin. So finden wir sie auch in vielen bekannten Sprichwörtern. Das folgende warnt vor voreiligen Schlüssen: «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.» Das rührt daher, dass einzelne Individuen schon Ende März aus ihren Überwinterungsgebieten zurückkommen. Sommer ist es jedoch erst, wenn alle wieder zurück sind und mit ihrem Gesang und ihren Rufen die Luft erfüllen.

Ein weiteres bekanntes Sprichwort ist: «Fliegt die Schwalbe hoch, wird das Wetter schöner noch.» Bei Hochdruck werden die Insekten in die Höhe getragen. Da die Rauchschwalbe ihre Beute hauptsächlich im Flug fängt, fliegt auch sie dementsprechend höher. Selbst Wasser trinkt sie im Flug, indem sie mit geöffnetem Schnabel dicht über die Wasseroberfläche gleitet.

Da sie bei uns im Winter zu wenige Insekten findet, verbringt die wärmeliebende Langstreckenzieherin den Winter südlich der Sahara. Zum Schluss bleibt die Hoffnung, dass die Rauchschwalben eine gute Heimreise haben und die rund 10’000 Kilometer sicher überstehen.

Wer Interesse und die Möglichkeit hat, dass das Glück einzieht, findet weitere Informationen zu Nisthilfen und wichtigen Voraussetzungen für einen idealen Brutplatz auf der Website der Vogelwarte.

Steckbrief Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

Merkmale: rostrote Kehle und Stirn, weisser Bauch, Oberseite blauschwarz, lange Schwanzspiesse.

Spannweite: 32 bis 34,5 Zentimeter.

Nahrung: Insekten, Spinnen.

Brutort: in Gebäuden, zum Beispiel offenen Ställen und Scheunen.

Brut: 1 bis 3 Jahresbruten, 3 bis 6 Eier, Lehmnest.

Jahreszeit: März bis Oktober.

Zugverhalten: Langstreckenzieher, südlich der Sahara.

Lebensraum: Kulturland, Siedlungen.

Gesang/Ruf: plaudernd und zwitschernd, mit eingestreuten Trillern. Schneidende «Witt»-Rufe. (mn)

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