Werkheim Uster sammelt Geld für neuen Rollstuhlbus
Per Crowdfunding
Ohne passenden Bus gestalten sich Ausflüge schwierig: Das Werkheim Uster macht ein Crowdfunding für einen neuen Rollstuhlbus – damit alle Bewohner mobil bleiben.
Im Werkheim Uster leben und arbeiten auch Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind – viele von ihnen sind älter oder pflegebedürftig.
Dadurch wird ihre Teilnahme an vielen Aktivitäten erschwert. Das Werkheim verfügt zwar über einen Bus, in dem eine Person im Rollstuhl mitfahren kann – für weitere Rollstühle reicht der Platz jedoch nicht aus.
«Die aktuell begrenzten Transportkapazitäten führen dazu, dass Ausflüge, externe Termine oder Freizeitaktivitäten teilweise eingeschränkt oder organisatorisch aufwendig sind», sagt Jris Bray, Geschäftsbereichsleiterin Wohnen des Werkheims.
Daher könnten nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner gleichzeitig an gewünschten Aktivitäten teilnehmen, erklärt sie. «Wenn die Kapazitäten nicht ausreichen, müssen Fahrten gestaffelt, priorisiert oder verschoben werden. Das erschwert eine spontane und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.»
Ausserdem hat der Bus langsam das Ende seiner Lebenszeit erreicht. Als Folge sind die Unterhaltskosten hoch. Deshalb hat sich das Werkheim für ein Crowdfunding entschieden, um einen neuen Rollstuhlbus zu finanzieren. Dieser soll gleichzeitig mehrere Personen transportieren können.
Sammeln und sensibilisieren
Die Sammlung findet auf der Plattform Lokalhelden statt. Aktuell sind etwas mehr als 5000 Franken zugesagt. Damit fehlt noch rund die Hälfte, um den Mindestbetrag von 10’000 Franken zu erreichen. Das Werkheim hofft auf Spenden in Höhe von 20’000 Franken.
Doch wieso überhaupt ein Crowdfunding? «Die Spenden, die im Werkheim Uster eingehen, sind zu grossen Teilen zweckbestimmt», sagt Bray. «Für grössere Anschaffungen, die nur mithilfe von Spenden getätigt werden können, sammeln wir daher gezielt und spezifisch.»
Zudem leiste die Aktion einen Beitrag zur Sensibilisierung. «Mit der Kampagne machen wir die Öffentlichkeit auf das Thema Mobilität und Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf aufmerksam.»
Die Spendensammlung wird allerdings nicht reichen, um das Fahrzeug zu kaufen – es handelt sich aber laut Bray um eine wichtige Anschubfinanzierung. «Ein speziell ausgestatteter Rollstuhlbus für vier Personen kostet je nach Ausführung zwischen 80'000 und 120'000 Franken.» Die restlichen Mittel will das Werkheim über Stiftungen und Firmenspenden generieren.
Denn ein geeigneter Rollstuhlbus ist für die Institution wichtig. Der Unterstützungsbedarf habe in den letzten Jahren zugenommen, sagt Bray. Das hänge auch damit zusammen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner älter würden und häufiger auf Hilfsmittel wie Rollstühle angewiesen seien. «Die höhere Lebenserwartung dürfte mit besseren medizinischen Möglichkeiten und einer höheren Lebensqualität zusammenhängen», sagt sie – nicht zuletzt, weil Teilhabe und Selbstbestimmung stärker gewichtet würden.
Mehr Informationen zum Crowdfunding und zu den Spendenmöglichkeiten findet man auf der Website des Werkheims Uster: werkheim-uster.ch.