Die Macht der Bilder – Ustermer macht ukrainisches Kriegsleid sichtbar
Im letzten Jahr entschloss er sich zum Handeln und stürzte sich in ein emotionales Abenteuer im Kriegsgebiet. Wenige Monate später tourte der Ustermer Dieter Zürcher mit der Kommunikationsbeauftragten einer ukrainischen Kleinstadt durch die Schweiz.
Bilder sind stärker als eindringliche Worte oder detaillierte Schilderungen – um diese Tatsache wusste der Fotograf und pensionierte Geograf Dieter Zürcher längst. Aber nichts verdeutlichte ihm diese Erkenntnis so sehr, wie sein Aufenthalt in der ukrainischen Kleinstadt Kalush, wo er im vergangenen Herbst gemeinsam mit einheimischen Kriegsversehrten in einem Heim wohnte.
«Die Stadt ähnelt Uster in vielerlei Hinsicht: Es gibt einen grossen Bahnhof, keine Altstadt und einen Stadtpark mit einem Weiher.» Um einen zahlenmässigen Vergleich zur Grösse der Ukraine zu ziehen: Das als «Kleinstadt» bezeichnete Kalush zählt 65’000 Einwohner. Während des Kriegs kamen 15’000 Flüchtlinge aus den Frontgebieten im Osten der Ukraine dazu.
Die Anfänge seiner Faszination
Doch weshalb reist ein 68-jähriger Mann aus Uster überhaupt in ein Kriegsgebiet? Wegen seiner Reisebegeisterung, seinem sozialen Engagement und Interesse kam er schon viel in der Welt herum. Sein persönlicher Bezug zur Ukraine liegt Jahre zurück. 2007 reiste Dieter Zürcher zum ersten Mal in die Ukraine. Genauer in die Grossstadt Kiew, die ihn vom ersten Augenblick an begeisterte: «Die Grösse ist einnehmend, die sichtbare, reiche Vergangenheit der gesamten Ukraine omnipräsent.»

