EDU will Fehraltorfer Schüler zum Clean-up-Day verpflichten
In einer Petition fordert die EDU, dass die Schüler der Oberstufenschule Fehraltorf zukünftig verpflichtend am nationalen Clean-up-Day teilnehmen sollen – und zwar in ihrer Freizeit. Ein guter Gedanke oder zu radikal?
Die Oberstufenschule Fehraltorf soll jährlich mindestens einen Jahrgang dazu verpflichten, am nationalen Clean-up-Day teilzunehmen. Das fordert zumindest die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) des Bezirks Pfäffikon in einer Petition, die sie am 25. Februar öffentlich gemacht hat.
Der Clean-up-Day ist ein jährlich stattfindender Event, an dem sich schweizweit Tausende Freiwillige gegen Littering einsetzen und liegengelassenen Müll aufsammeln. Zukünftig sollen – wenn es nach der EDU geht – auch Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Fehraltorf an der Veranstaltung teilnehmen.
Die Idee zur Petition stammt von Urs Widmer, einem Vorstandsmitglied der EDU Bezirk Pfäffikon: «Das Problem betrifft Jung und Alt und geht alle etwas an.» Laut einer nationalen Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz ist Littering ein generationsübergreifendes Problem. Die EDU möchte aber dort ansetzen, wo es anfängt: in jungen Jahren. Und damit bei den Schülerinnen und Schülern.
Zwischen Forderung und Bildungsauftrag
Die Petition fordert, dass die Schule sich selbst auf Dauer verpflichtet, den Clean-up-Day im Jahreskalender fest zu integrieren. An welchem Datum, mit welchen Klassen und gegebenenfalls in welchem Zusammenhang zum Curriculum, das überlassen die Petitionäre der Schule.
Ein Punkt, der besonders auffällt: Die EDU fordert in ihrer Petition, dass die Unterstützung am Clean-up-Day ausserhalb der regulären Unterrichtszeiten stattfindet. Sie begründet dieses Argument damit, dass die Teilnahme den regulären Unterricht nicht belasten sollte – das wäre das falsche Signal.
Tatsächlich darf die Volksschule im Kanton Zürich im Rahmen besonderer schulischer Anlässe Schülerinnen und Schüler dazu verpflichten, auch ausserhalb der regulären Unterrichtszeit die Schule zu besuchen.
Schule Fehraltorf ist bereits engagiert
Gespräche haben zwischen der EDU und der Schulpflege bisher nicht stattgefunden. Die EDU erklärt dieses Vorgehen: «Wir wollen nicht einfach etwas fordern, das nur ‹unsere› Idee ist.» Dass bereits rund 150 Fehraltorfer die Petition unterschrieben haben, bestätige, dass das Anliegen vom Volk getragen werde.
Schulpräsidentin Carmen Evangelisti schreibt: «Die Unterschriftensammlung endet gemäss einem Flyer am 22. März. Sollte die Petition der Schulpflege Fehraltorf eingereicht werden, so werden wir diese behandeln und beantworten.» Ob und in welcher Form sie die Petition umsetze, das lasse sich derzeit noch nicht vorhersagen.
Evangelisti verweist darauf, dass sich die Schule Fehraltorf bereits umfangreich gegen Littering einsetze. «Die Schule hat in ihrem Leitbild seit Jahren den Satz ‹Wir tragen Sorge zu Personen, Natur und Sachen› und lebt diesen auch aktiv.» Zudem werde das Thema Littering im Lehrplan 21 abgedeckt. «Damit ist sichergestellt, dass die Thematik im Unterricht bearbeitet wird.»
Aufräumen muss nicht im Schulzimmer gelernt werden, sondern draussen durch praktische Übung.
Urs Widmer, Vorstandsmitglied EDU Bezirk Pfäffikon
Die EDU gibt sich damit noch nicht zufrieden. «Der Lehrplan 21 ist schön und gut, aber er ist in erster Linie ein ‹Steinbruch›, wo die Lehrer einfach das herausbrechen und nutzen, was in ihr Konzept passt», bestärkt Widmer die Position der Partei. «Aufräumen muss nicht im Schulzimmer gelernt werden, sondern draussen durch praktische Übung.»
Schulpräsdentin Evangelisti nennt gleich mehrere Beispiele, an denen die Schülerinnen und Schüler die Theorie in der Praxis erleben. Jede Woche hätten zwei Klassen den Auftrag, das Schulareal zu «fötzelen». Auch führte die Schule im Rahmen einer Projektwoche zum Thema Umwelt einen eigenen Clean-up-Day durch.
Die EDU fordert also einen Beitrag, den die Schule Fehraltorf – zumindest im regulären Schulunterricht – bereits leistet.
Unterschiedliche Meinungen innerhalb der EDU
Tatsächlich gab es im Vorstand der Partei unterschiedliche Meinungen beim Ausformulieren der Petition, wie Urs Widmer bestätigt. Man diskutierte, ob die Aufräumaktion auch während der regulären Unterrichtszeit ihren Platz haben könnte, entschied sich letztlich aber dagegen. Widmer hofft nun, dass die Petition bei der Schulpflege Fehraltorf auf offene Ohren stösst.