Sperrung der Aabachbrücke in Wetzikon sorgt für Unmut
Die kleine Brücke über den Aabach beim Sandweg in Wetzikon ist seit Ende Februar gesperrt – überraschend und zum Ärger vieler Anwohnerinnen und Anwohner. Sie sind vom Vorgehen der Stadt irritiert.
Fussgänger, Wanderer und Velofahrer nutzen die Brücke über den Aabach beim Sandweg in Wetzikon rege. Doch jedem stach sofort ins Auge: Die Brücke in der Nähe der Schönau hat die besten Jahre hinter sich. So gab es unter anderem seit Jahren ein Loch im Fundament, durch das man den Bach unter sich beobachten konnte.
Die Stadt Wetzikon will zusammen mit der Eigentümerin, der Hiag Immobilien AG, die Brücke deshalb ersetzen. Denn eine Sanierung ist wegen des schlechten Zustands nicht mehr möglich. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich im Mai und dauern bis Ende August.
Das Brüggli ist aber bereits seit Ende Februar geschlossen. Denn wie die Stadt Wetzikon mitteilt, wurden bei einer Kontrolle zusätzliche Schäden festgestellt.
«Bei der Überprüfung im Februar wurde eine weitere Verschlechterung der strukturellen Schäden an der Fahrbahnplatte und der Brückenoberfläche festgestellt, darunter ein Durchbruch», sagt Luzia Zollinger, Kommunikationsverantwortliche der Stadtverwaltung. Da man weitere Durchbrüche nicht ausschliessen kann, hat die Stadt entschieden, die Brücke «im Interesse der öffentlichen Sicherheit» per sofort zu sperren.
Anwohner haben kein Verständnis
Bei Anwohnerinnen und Anwohnern aus dem Quartier im Sandbühl kommt diese Sicherheitsmassnahme nicht gut an. «Das Brüggli ist seit Jahren in einem schlechten Zustand, wieso man es nun kurz vor den Bauarbeiten sperren muss, kann niemand nachvollziehen», erzählt eine Anwohnerin.
Da die Absperrungslatten sehr tief liegen, nutzen einige die Brücke auch weiterhin und steigen einfach darüber. Vor solchen «Turnübungen» rät Zollinger dringend ab: «Wer die Absperrung übersteigt, betritt einen gekennzeichneten Gefahrenbereich auf eigene Verantwortung.»

Für Unmut sorgt die plötzliche Sperrung auch bei einer weiteren Anwohnerin, die Mutter von vier Kindern ist. «Mein Sohn muss jetzt viel früher aus dem Haus, wenn er in die Schule nach Zürich muss», erzählt sie. Denn der Umweg zur Bushaltestelle sei beträchtlich.
Auch ihre jüngeren Kinder benutzten das Brüggli oft. «Wenn sie beispielsweise in den Instrumentalunterricht im Schulhaus Guldisloo wollen, müssen sie jetzt die Hauptstrasse überqueren.» Sie hat einen klaren Wunsch: «Die Stadt muss schauen, dass es schneller geht, bis die Brücke wieder offen ist.»
Kein Provisorium
Einen Vorschlag dazu hatte auch ein Nutzer der Facebook-Gruppe Wetzikonline. «Es ist eine Zumutung, dass diese Passage plötzlich geschlossen wird», schreibt er in seinem Beitrag. «Liebe Verantwortliche, bauen Sie uns bitte ein Provisorium, zum Beispiel eine einfache Holzbrücke.»
Laut Zollinger kann die Stadt diesen Wunsch nicht erfüllen. «Ein kurzfristiges Provisorium, insbesondere im Gewässerbereich, ist genauso bewilligungspflichtig wie die definitive Brücke», sagt sie. Aufgrund der Bewilligungsfristen wäre eine Umsetzung nicht rechtzeitig möglich.