50 Jahre Rudolf-Steiner-Schule und kein bisschen leise
Mit dem Singspiel «Peronnik» und einem grossen Rahmenprogramm feiert die Rudolf-Steiner-Schule in Wetzikon ihr 50-jähriges Bestehen. In einem klassenübergreifenden Projekt zeigen die Schülerinnen und Schüler ihr Können.
Bei einem kurzen Gespräch mit Nelli Richter vom Ressort Pädagogik im Foyer des grossen Saals der Rudolf-Steiner-Schule in Wetzikon kommt die Frage auf, wie denn diese vor 50 Jahren entstanden ist. Genau kann sie es nicht sagen. Ein paar Familien hätten damals die Schule gegründet.
Die vage Antwort ist bezeichnend für die Rudolf-Steiner-Schule, die Vergangenheit muss hier nicht unbedingt präsent gehalten werden. Ein zentraler Punkt im Schulkonzept ist es, die Schülerinnen und Schüler im Hier und Jetzt zu stärken und zu fördern. Wir gehen der Frage später weiter nach.
Die Entwicklung im Zentrum
Gut 300 Kinder aus zirka 175 Familien besuchen hier die Schule, die Familien stammen aus allen Bildungsschichten. Das Angebot reicht vom Kindergarten bis zur Maturklasse.
Wir verlassen das Foyer und betreten den noch leeren grossen Saal. Der Chor ist gerade dabei, sich einzustimmen, im Orchestergraben machen sich die Musiker bereit. Wir treffen dort Anna Giulia Risso (Regie und Eurythmie) und Deborah Furrer (musikalische Leitung). Eurythmie ist als Fach an der Schule von grosser Bedeutung. Dabei gehe es darum, Sprache und Musik in tänzerischen Bewegungen darzustellen, erklärt Risso.



Deborah Furrer zeichnet für die Stückauswahl verantwortlich. Sie kennt «Peronnik» von Heinz Bähler schon, seit er es 2005 komponiert hat. Für das Jubiläumsjahr hat sie sich den lang gehegten Wunsch erfüllt und das Stück in das Programm aufgenommen. Furrer hat selber die Rudolf-Steiner-Schule absolviert. Die Frage nach dem Warum kann sie schlüssig beantworten: «Für mich steht die Entwicklung der eigenen Fähigkeiten im Zentrum.» Eintauchen in ein Thema und vordringen bis zum Grund – nur so könne die Qualität erfasst und erlebt werden, was man tue.
Ein logistisches Problem
Aus dem Orchestergraben kommt Angelika Salgó auf uns zu. Sie spielt heute mit ihrer Geige im Ensemble Kulturplatz mit. Wie sich herausstellt, ist sie ein Gründungsmitglied dieser Schule. Sie sprudelt vor Energie und erzählt, wie Wetzikon zu einer Rudolf-Steiner-Schule kam. Als junges Paar kamen sie und ihr Mann, selbst Steiner-Absolvent, nach Wetzikon, um an der Kanti zu unterrichten. Dass ihre eigenen Kinder in die Rudolf-Steiner-Schule gehen sollen, war von Anfang an klar.
Die nächstgelegene Schule lag aber in der Stadt Zürich, was ein logistisches Problem darstellte. Damals gab es die S5 noch nicht. Ein paar befreundete Familien plagte dasselbe Problem. Nach einem gemeinsamen, wegweisenden Beschluss und einer soliden Vorbereitung wurde die Rudolf-Steiner-Schule in Wetzikon gegründet.
Für Eltern und Angehörige
Der Saal beginnt sich zu füllen. Die dritte und letzte Aufführung des Singspiels «Peronnik» ist heute für Eltern und Angehörige reserviert. Am Morgen wurde das Stück für Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Schulen aufgeführt und am Freitag für die internen Schülerinnen und Schüler.
Langsam wird es still und dunkel im Saal. Der Vorhang öffnet sich, weiss gekleidete Tänzerinnen bewegen sich zur Ouvertüre, die aus dem Orchestergraben erklingt, der Chor setzt ein. Eine dramatische Geschichte nimmt ihren Lauf. Wird Peronnik die sieben Prüfungen bestehen und das Herz der Prinzessin gewinnen?
Öffentliche Veranstaltungen im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums
Kleiderbörse: Mittwoch, 18. März, 7.30 bis 17 Uhr.
Spatenstich Ersatzbau Mittelstufe: Freitag, 27. März, 17 Uhr.
«King Arthur»: Musiktheater von Henry Purcell, aufgeführt von der 5. und von der 9. bis zur 12. Klasse. Freitag, 27. März, und Samstag, 28. März, jeweils um 19.30 Uhr, Sonntag, 29. März, um 17 Uhr. Vorverkauf: www.eventfrog.ch.
Frühlingsfest: Märchenwald – Markt – Kunst & Kultur, Food. Mit Info-Veranstaltung für interessierte Eltern. Samstag, 11. April, 11 bis 15 Uhr.
«Die rote Zora und ihre Bande»: Theaterprojekt der 8. Klasse. Freitag, 29. Mai, und Samstag, 30. Mai, jeweils um 19.30 Uhr. Eintritt frei (Kollekte).
Sommerspiel: Aufführung der 3. und der 4. Klasse. Samstag, 20. Juni, 10.15 Uhr. Eintritt frei (Kollekte).
«Alles, was nicht möglich ist, ist möglich»: Szenische Collage der 12. Klasse. Freitag, 3. Juli, und Samstag, 4. Juli, jeweils um 19.30 Uhr. Eintritt frei (Kollekte).
Weitere Informationen unter www.rsszo.ch.