Altlasten in der Badi: Warum der Seegrund vor Niederuster gefriert
Vor dem Strandbad Niederuster liegen Chemikalien im Boden, die dem Ökosystem des Greifensees schaden. Derzeit wird gebohrt, um das Ausmass zu klären. Klar ist: Eine Grundsanierung ist unumgänglich.
Irgendwie wirkt es, als würden sie fischen. Seelenruhig liegt das mit zwei Drahtseilen befestigte Metallboot vor dem Ufer des Strandbads Niederuster. An Bord sitzen zwei Männer und zwei Frauen. Keine Hektik, kein Lärm. Nur eine weisse Nebelsäule, die aus der Mitte emporsteigt.
Die ziemlich unspektakulär anmutende Szenerie löst bei Marlene Fischer spürbare Begeisterung aus. Die Projektleiterin in der Sektion Altlasten des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) sagt: «Für meine Masterarbeit habe ich genau das vor einigen Jahren selbst gemacht. Nun sehe ich es das erste Mal in einem meiner Projekte.»

Mit «das» meint Fischer die Methode, die die Geologen hier anwenden. Dabei wird ein langes Metallrohr in den Seegrund gebohrt, in das anschliessend durch einen Schlauch gut eine halbe Stunde lang flüssiger Stickstoff gepumpt wird. Dieser kühlt das Rohr so stark ab, dass die steinige Sedimentschicht anfriert. So wird die Probe schliesslich an die Oberfläche geholt.

