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Gesellschaft

Beat Stricker im Porträt

Ein Walder Original erzählt von Heimatliebe und Ginkgobäumen

Seit 1960 ist Beat Stricker Teil der Gemeinde Wald. Seine Wurzeln reichen sogar noch weiter zurück. Mit neugierigem Blick und künstlerischem Auge verfolgt er die Entwicklung seiner geliebten Gemeinde seit Jahrzehnten.

Beat Stricker: geboren in Wald, zu Hause in Wald.

Foto: Tanisha Tinner

Ein Walder Original erzählt von Heimatliebe und Ginkgobäumen

Beat Stricker im Porträt

Seit 1960 ist Beat Stricker Teil der Gemeinde Wald. Seine Wurzeln reichen sogar noch weiter zurück. Mit neugierigem Blick und künstlerischem Auge verfolgt er die Entwicklung seiner geliebten Gemeinde seit Jahrzehnten.

In Familie Strickers Stube stand ein Sofa mit einer Lehne. Am liebsten kletterte der kleine Beat darauf, setzte sich und blickte aus dem Fenster. Seine Augen fixiert auf das Treiben auf dem Walder Dorfplatz. Dort war immer viel los. Besonders dann, wenn die Bauern mit ihren Traktoren ihre Äpfel zum Wägen brachten.

1960 wurde Beat Stricker im Spital in Wald geboren. «Damals gab es bei uns im Dorf noch ein Krankenhaus», sagt der mittlerweile 65-Jährige. Seit seiner Geburt hat er die Verbindung zu Wald nie wirklich gekappt. Und damit die Entwicklung seiner Herzensgemeinde hautnah miterlebt.

Doch Stricker weiss nicht nur um die Menschen in Wald, auch die Menschen in Wald wissen um ihn. 2023 widmete ihm die «Walder Zeitung» ein Porträt und hob seine Rolle als Künstler hervor.

Seit «anno domini»

Seine Wurzeln in Wald sind tief. Seine Eltern und Grosseltern stammen aus der Gemeinde, die Ahnen mütterlicherseits sind seit Anno Domini Walder, und auch seine beiden Schwestern wurden hier geboren.

Stricker wuchs die ersten zehn Jahre seines Lebens direkt am Walder Dorfplatz auf, in jenem Haus, in dem seine Eltern eine Drogerie führten. Zehn Jahre später zog seine Familie an den Waldrand im Oberen Hömel – in ein Einfamilienhaus mit Garten und schöner Aussicht. Bis zu seinem 20. Lebensjahr lebte er dort und absolvierte nach der obligatorischen Schulzeit seine Lehre im Reformhaus in Rüti.

Nach seiner Lehrzeit zog Stricker zum ersten Mal aus Wald weg, um an verschiedenen Orten in der Schweiz seiner Tätigkeit als Fachberater Reformwaren nachzugehen. Stationen wie Lugano, Brugg, Wädenswil und Meilen prägten seinen beruflichen Werdegang. Dennoch blieb seine Verbindung zu Wald immer bestehen. «Ich war fast jedes Wochenende hier», sagt er. «Ich habe Wald nie losgelassen.»

Ein Walder malt Bäume

Nach seiner Pensionierung vor drei Jahren kehrte Stricker dauerhaft an seinen Wohlfühlort zurück. Regelmässig geht er schwimmen und ins Fitness, verbringt Zeit in der Natur, auch wenn Knie und Rücken nicht mehr alles mitmachen. Am liebsten sitzt er jedoch an seinem kleinen Holztisch, mit Blick auf die reformierte Kirche, und widmet sich seiner Malerei. Seine Werke kann man sich auf der Website bestaunen.

Besonders angetan haben es ihm die Ginkgobäume. Diese malt er mit verschiedenen Kreidearten immer und immer wieder – stilisiert, mit imaginärer Aura, Vogel und Sonne.

Die Inspiration dafür fand er jedoch für einmal nicht in Wald, sondern in seiner beruflichen Vergangenheit. Weiterbildungen im Bereich Gesundheit und Naturheilkunde führten ihn häufig nach Deutschland, wo Ginkgo als Heilpflanze eine wichtige Rolle spielte. Zufälligerweise wachsen diese exotisch klingenden Bäume auch in seiner Heimatgemeinde, zum Beispiel neben der Avera Bank oder beim Altersheim Grünegg.

Auch wenn die ursprüngliche Inspiration ausserhalb seiner Heimat entstand, ist Wald der Ort, an dem Beat Stricker heute seine Bilder malt. In seinem 38. Blogeintrag schreibt er: «Wahrscheinlich sind es die schöne Landschaft, die gute Luft und die netten Leute in Wald, die einen guten Nährboden für Künstler bilden.»

Im Sommer 2025 wurden Strickers Werke im Heimatmuseum Wald ausgestellt. «Das hat mich unglaublich stolz gemacht.»

Alles vor der Haustür

Ein Künstler-Mekka sei Wald auf jeden Fall, sagt Stricker, doch die Gemeinde biete weit mehr als Kunst. «Die Sonne über der Nebelgrenze, die Aussicht vom Tännler, die Ruhe und die lebendige Dorfgemeinschaft machen den Ort besonders.»

Es gebe viele Vereine, unzählige wunderschöne Wanderwege, ein Freibad und ein Hallenbad, einen Skilift im Oberholz, zählt er auf. Auch die Märkte – vom Wochenmarkt über den Frühlings- und Herbstmarkt bis zur Chilbi – seien wichtige Treffpunkte. Und nicht zuletzt die Fasnacht, die in Wald besonders lebendig gefeiert werde, fährt er fort. «Und das ist noch längst nicht alles.»

Wer Wald durch Beat Strickers Augen sieht, erkennt: Hier wachsen nicht nur Ginkgobäume, sondern auch Inspiration, Gemeinschaft und Lebensfreude.

Künstler-Atelier Biloba

Beat Stricker hat sein Atelier in Wald. Auf seiner Website www.biloba.ch gibt es Kunstwerke des Ginkgokünstler und mehr Informationen zu Ausstellungen oder zum Werdegang des Malers.

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