Gesellschaft

Ehrenamtliche verknüpfen sich

Egger bekommen wie gewünscht ihre Plattform für Freiwilligenarbeit

Gemeinsam statt einsam: In Egg soll freiwilliges Engagement die sozialen Kontakte stärken.

Bei der Arbeitsgruppe dabei (von links im Gegenuhrzeigersinn): Peter Hilfiker, Irene Glur, Yvonne Schwander, Bruno Michel und Martin Oertig.

Foto: Luc Müller

Egger bekommen wie gewünscht ihre Plattform für Freiwilligenarbeit

Das Angebot ist zunächst auf vier Anbieter beschränkt. Wer mitmachen will, kann sich übers Internet anmelden.

Im Raum herrscht viel positive Stimmung und Elan. Die Arbeitsgruppe Freiwilligen-Pool der Gemeinde Egg hat Neuigkeiten zu präsentieren und hat dazu das «Regio» eingeladen. Mit am Tisch dabei: Irene Glur, Vizepräsidentin vom Verein Egger für Senioren, der Projektverantwortliche Martin Oertig (Seelsorgeraumkoordinator der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Egg und Maur) sowie Yvonne Schwander (Poolbetreuung), Bruno Michel (Koordination) und Peter Hilfiker (Webmaster).

Ab sofort ist die Website vom neu geschaffenen Freiwilligen-Pool Egg (www.freiwillige-egg.ch) aufgeschaltet. Das als Resultat der Alterspolitik der Politischen Gemeinde Egg. «Die Alterspolitik der Gemeinde Egg setzt sich das Ziel, Seniorinnen und Senioren ein selbst bestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung individueller Ressourcen, die Vernetzung relevanter Akteure und die Sicherstellung bedarfsgerechter Unterstützung», heisst es dazu auf der Website der Gemeinde Egg.

Schon im November 2024 und im März 2025 waren alle Eggerinnen und Egger zur Mitwirkung eingeladen. Heisst: Sie konnten Ideen einbringen, wie die Alterspolitik in ihrer Gemeinde konkret umgesetzt werden soll.

Leute am Tisch
Die Arbeitsgruppe Freiwilligen-Pool an der Arbeit.

«Es hat sich dabei gezeigt, dass die Seniorinnen und Senioren vermehrt eine Vernetzung wünschen. Statt einsam gemeinsam – das war sozusagen das Motto», erklärt Irene Glur. Das kann unter anderem Freiwilligenarbeit sein, bei der sich Menschen treffen und neue Bekanntschaften schliessen.

Dazu wurde nun eben der Freiwilligen-Pool Egg geschaffen. Ein anderes Alterspolitik-Projekt, das jetzt umgesetzt wird, ist der «Infopoint 60+»: eine persönliche Anlaufstelle für Fragen rund ums Alter. Die Gemeinde Egg hat für die Umsetzung ihrer Alterspolitik einen Kooperationsvertrag mit der Katholischen und der Reformierten Kirche in Egg und dem Verein Egger für Senioren geschlossen.

Anmelden auf Internetseite

«Hier in Egg kennt man sich noch untereinander. Vieles läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda», erklärt Yvonne Schwander, «noch haben wir viele Freiwillige. Aber wir wollen für die Zukunft gewappnet sein und die Freiwilligenarbeit auf noch mehr Leute aufteilen.»

Flyer
Bunte Schnüre, die zusammenkommen: Das ist das Logo des Freiwilligen-Pools.

Wie läuft das nun konkret mit dem Freiwilligen-Pool? Vorerst gibt es Arbeitseinsätze, welche sich auf die Politische Gemeinde Egg sowie die Reformierte und Katholische Kirche Egg und den Verein Egger für Senioren beschränken. Heisst: Wer hilft beispielsweise bei der 1.-August-Feier oder einem Kirchenfest mit oder wer beteiligt sich an einem Unterhaltungsnachmittag der Egger für Senioren?

Unter www.freiwillige-egg können sich Freiwillige anmelden, wobei sie ein kurzes Internetformular ausfüllen müssen. Wer von den vier erwähnten Anbietern (Reformierte und Katholische Kirche, Egger für Senioren, Gemeinde Egg) wiederum Freiwillige sucht, der füllt auf der Seite ein PDF-Formular aus und schickt es an info@freiwillige-egg.ch. Diese Mail erhalten alle angemeldeten Freiwilligen.

«Jeder kann sich dann ganz nach seinen eigenen Bedürfnissen und ohne Zwang für einen Freiwilligendienst melden», betont Martin Oertig. Man müsse sich nicht langfristig verpflichten, sondern könne auch nur gelegentlich oder einmalig einen Einsatz leisten.

Leute
Bei der Arbeitsgruppe dabei (von links): Irene Glur, Bruno Michel, Peter Hilfiker, Yvonne Schwander und Martin Oertig.

«Jetzt in der Anfangsphase vermitteln wir keine Freiwilligendienste bei Privatpersonen. Das kann sich langfristig aber vielleicht ändern. Auch dass man bei anderen Dorfvereinen mithilft», betont Oertig.

Warum sind die Dorfvereine aktuell nicht am Freiwilligen-Pool eingebunden? Man habe 2019 beim gemeindlichen Projekt «Einheitsgemeinde Plus» auch die Dorfvereine zur Freiwilligenarbeit befragt. «Es hat sich damals gezeigt, dass sie genügend Freiwillige finden und mehr Sachleistungen seitens der Gemeinde benötigen», erklärt Irene Glur. In einer zweiten Projektphase können auch die Vereine von Egg den Freiwilligen-Pool nutzen.

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