In Grüningen wird die Weihnachtszeit auch ein bisschen bierselig
Baden und Bier: Diese prickelnde Mischung liefert der Hot-Pot, den Feuerwehrmänner aus Grüningen hergestellt haben. Das rund sechs Meter lange Gefährt ist nun am Sonntag am Weihnachtsmarkt in Grüningen vor Ort. Wer will, kann gleich selber ins warme Wasser steigen.
Normalerweise heisst es bei der Feuerwehr «Wasser Marsch», um Brände zu löschen. Bei der Grüninger Feuerwehr läuft das Wasser aber auch zu ganz entspannteren Momenten. Wobei gleichzeitig auch das Bier läuft – aus der Zapfanlage, die sich direkt aus dem Hot-Pot bedienen lässt. Beim Hot-Pot handelt es sich üblicherweise um ein Badefass.
«Aber bei uns ist manchmal einiges anders als sonst», erklärt Florian Flöscher mit einem frisch gezapften Bier in der Hand. Neben ihm steht an diesem Abend bei kühlem Schneeregen Beni Dubach. Die beiden Herren im Bademantel geniessen noch kurz ihr kühles Bierchen – dann wird es heiss.
Das Wasser haben wir auch schon auf über 40 Grad erhitzt», erklärt Dubach. Ein Durchlauferhitzer sorgt für die nötige Wärme. Rund 3000 Liter passen in das umfunktionierte Güllenfass, in dem gleichzeitig zehn Personen sitzen können. «Die Idee dazu ist aus einer Bierlaune heraus entstanden», gesteht Florian Flöscher. Eigentlich wollten sie aus dem Fass einen riesigen Grill basteln, um darauf einen Ochsen zu braten.

Doch sie verwarfen die Grundidee. «Das Fass hatten wir schon, also was tun? Da kam uns das mit dem Hot-Pot in den Sinn», erklärt Beni Dubach. Gesagt, getan. In zahlreichen Stunden in ihrer Freizeit werkelten ein paar Kollegen, alle aktiv in der Feuerwehr Grüningen dabei, an dem aussergewöhnlichen Gefährt, das knapp sechs Meter lang ist und von einem Traktor bewegt wird.

An der diesjährigen Fasnacht in Grüningen war es dann so weit: Der Hot-Pot rollte unter den staunenden und ungläubigen Blicken der Fasnachtsumzugsbesucher über die Grüninger Strassen. «Das war der Knüller. Viele wollten zuerst gar nicht glauben, dass wir wirklich in warmem Wasser sitzen», erklärt Tobias Schweizer, der auch am Badewagen mitgearbeitet hat.

Nun steht der Hot-Pot, der auch über eine Musikanlage verfügt, am Sonntag während des Grüninger Wienachtsmärt von 11 bis 18 Uhr vor dem Grüninger Schloss neben der Kirche. Die Besonderheit: Alle, die wollen, können mit ihren Badesachen gleich selber mal in den Hot-Pot steigen.
Den Hot-Pot kann man übrigens auch für seine Privatparty oder Veranstaltungen mieten. Dazu haben acht Feuerwehrkollegen extra den Verein IG Poolwehr gegründet. «Wir vermieten auch anderes Equipment wie Festbänke, Biergläser oder eine Popcorn-Maschine», erklärt Florian Flöscher. Man wolle Vereinen die Möglichkeit geben, für kleines Geld ein Fest zu organisieren. «Wir gewähren einen Rabatt von 25 Prozent auf Mietmaterial für Veranstaltungen durch Vereine aus Grüningen gemäss Veranstaltungskalender», so Flöscher weiter.
Der Hot-Pot verfügt über eine Gasheizung (inklusive zwei Propangasflaschen), Musikanlage, Beleuchtung, einen Stromanschluss (230 V) und eine Ausschankanlage für Bier, die man dazumieten kann. «Denn Pot kann man mit dem Gartenschlauch füllen. Das dauert knapp drei Stunden. In der Zeit erhitzt sich das rund sieben Grad kalte Wasser auf 27 Grad», so Beni Dubach.
Chef der Brauerei Locher begeistert vom Hot-Pot
Die IG Poolwehr vermietet den Hot-Pot grundsätzlich in einem Umkreis von 15 Kilometer, wobei sie den Wagen anliefern und auch wieder abholen. Der Standardpreis für einen Tag (Abholung am Folgetag) beträgt ohne Zapfanlage 350 Franken, mit Bierzapfanlage 450 Franken, wobei ein 20-Liter-Bierfass dabei ist. Es wird nur Bier der Brauerei Locher ausgeschenkt, zu der das Appenzeller Bier gehört. «Der Chef der Locher Brauerei hat unseren Wagen schon gesehen – und war begeistert», verrät Florian Flöscher.
Das gebrauchte Badewasser kann man über eine Pumpe über den Abwasserschacht entsorgen. «Wir haben eine offizielle Bewilligung, dass wir mit dem Wagen auf der Strasse fahren dürfen. Aber es können dann keine Personen drin sitzen – für die Fasnacht Grüningen hatten wir dafür eine Ausnahmebewilligung», erklären die Feuerwehrmänner. Und zapfen das nächste Bier, während sie das heisse Wasser um sich geniessen.