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Rassige Delikatesse

Metzgerei Keller bringt den Titel für die beste Winti-Wurst nach Weisslingen

Am Donnerstagabend wurde an der Winti-Mäss die beste Winti-Wurst gekürt. Mit dabei waren auch vier Metzgereien aus dem Oberland – und eine brachte letztlich den Sieg um die rassige Wurst in die Region.

Der glückliche Gewinner: Silvio Keller brachte mit seiner Winti-Wurst den Sieg ins Oberland.

Foto: Marie Fredericq

Metzgerei Keller bringt den Titel für die beste Winti-Wurst nach Weisslingen

Am Donnerstagabend wurde an der Winti Mäss die beste Winti-Wurst gekürt. Mit dabei waren auch vier Metzgereien aus dem Oberland – und eine brachte letztlich den Sieg um die rassige Wurst in die Region.

An der Winti Mäss ging es wortwörtlich um die Wurst. An der 27. Wurst-Prämierung standen am Donnerstagabend sechs Finalisten zur Auswahl, die das Rezept für die Winti-Wurst am besten umgesetzt haben.

Unter ihnen reihten sich vor allem bekannte Gesichter aus dem Oberland: Mit vier von sechs Finalisten war das Oberland durch die Metzgereien Jucker aus Kollbrunn, Keller aus Weisslingen, Brunner aus Turbenthal und Buffoni aus Illnau bestens vertreten.

Den Sieg holte letztlich die Weisslinger Metzgerei Keller, bereits nach der zweiten Teilnahme am Wettbewerb. Damit gibt es die beste Winti-Wurst gar nicht in Winti selbst – sondern im Oberland. «Wenn Sie nach dem Originalrezept der Winti-Wurst arbeiten, haben auch Oberländer absolut die Chance, zu gewinnen», sagte der sogenannte Wurstvater Jean-Pierre Mosimann vor dem Wettbewerb.

Enrico Buffoni
Kurz vor der Wurstprüfung: Enrico Buffoni, Peter Gubler und Jean-Pierre Mosimann (von links) tauschen sich über die Winterthurer Spezialität aus.

Der Wurstvater und die geheime Zutat

Die Winti-Wurst gibt es bereits seit 1996, wo sie von Jean-Pierre Mosimann erfunden und von Peter Gubler von der gleichnamigen Metzgerei umgesetzt wurde. «Ich fand einfach, es braucht ein fleischiges Winterthurer Wahrzeichen für besondere Anlässe», sagt Mosimann.

Da es die eine Winterthurer Wurst noch nicht gab, setzte Mosimann ein Konzept auf und probierte sich durch. Seinen Wurst-Gaumen befriedigen konnte letztlich eine Wurst, die etwas Exotik in die Schweizer Gefilde bringt: Ein bisschen Sambal Oelek, eine indonesische Chilipaste, verleiht der Winti-Wurst bis heute einen rassigen Geschmack. «Wenn man die Wurst aufschneidet, sieht man die roten Chili-Punkte. Das ist ganz wichtig, auch bei der Bewertung», so Mosimann stolz.

Und damit war die Winti-Wurst geboren: Ein geräucherter Rindfleisch-Schüblig mit Schweinefleisch-Einlage und leicht scharfem Geschmack.

Ein aussterbendes Gewerbe

Gerade weil zu dieser Zeit BSE, also der Rinderwahnsinn, den Fleischkonsum hemmte, wollte Mosimann die Winti-Wurst nicht nur geschmacklich, sondern auch qualitativ abheben. «Die Winti-Wurst ist bis heute nur in Metzgereien und nicht im Einzelhandel zu kaufen.»

Ausserdem dürfen nur Mitglieder des Vereins «Freunde der regionalen Metzgerschaft Winterthur» diese spezielle Wurst verkaufen.

Um an der Wurstprüfung teilzunehmen und damit die Chance zu haben, den Titel für die beste Winti-Wurst mit nach Hause zu nehmen, müssen die Metzgereien Mitglied im Verein sein. Präsident Peter Gubler, der die Wurstprüfung dieses Jahr bereits zum 27. Mal begleitet, findet das wichtig – denn Metzgereien würden rar. «Früher gab es viele Metzgereien, da brauchten wir für den Wettbewerb sogar einen Vorentscheid, heute ringen wir um Teilnehmer.»

Umso wichtiger sei es, sich in einem Verein auszutauschen und Veranstaltungen wie diese am Leben zu halten.

Buffoni kam, sah und siegte

Eine zehnköpfige Jury, unter anderen bestehend aus der ehemaligen Fussball-Nationalspielerin Martina Moser, Dominik Dusser, Berater im Schweizerischen Fleisch-Fachverband, und dem Winterthurer FDP-Stadtrat Stefan Fritschi, bewerteten die sechs Winti-Würste.

Mit dabei war auch ein bekanntes Gesicht aus der Region: Der in Russikon wohnhafte Peter Minder, langjähriger SRF-Sportjournalist und Kommunikationschef im VBS unter Ueli Maurer, führte sich ebenfalls die sechs Winti-Würste zu Gemüte.

Ebenfalls beteiligt war das gesamte Publikum: Jeder, der Gefallen daran fand, durfte ebenso jede Wurst probieren und bewerten. Wer dieselbe Wurst zum Gewinner kürte wie die Jury, konnte ausserdem einen Gutschein für die Sieger-Metzgerei ergattern.

Zu bewerten gab es sowohl Aussehen und Schnittbild der Wurst als auch Biss und Geschmack. Bereits zum siebten Mal mit dabei war Enrico Buffoni aus Illnau, der ebenfalls seine Interpretation der Winti-Wurst ins Rennen schickte. «Als ich zum ersten Mal mitmachte, gewann ich gleich», sagte der Metzger stolz.

Ruhm und Wurst-Ehre

Doch nicht nur seine Wurst, sondern auch seine Lehrtochter fand den Weg dieses Jahr auf die Bühne: Magali Boos, die ihre Ausbildung zur Fleischfachfrau mit der besten Note im Kanton Zürich im Sommer abgeschlossen hat, war Teil der Jury und bewertete damit unter anderem auch die Wurst ihres eigenen Lehrbetriebs mit.

Einen Heimvorteil bot das der Metzgerei Buffoni jedoch nicht, denn letztlich ging der Sieg in die Illauer Nachbargemeinde Weisslingen und an die Metzgerei Keller. «Ich mag es ihm gönnen!», sagte Buffoni nach dem Wettbewerb. Erst zum zweiten Mal dabei, brachte Keller die beste Winti-Wurst auf den Teller und den Sieg nach Hause ins Oberland.

Damit gebührt ihm nicht nur Ruhm und Wurst-Ehre, sondern auch der Wanderpokal – zumindest bis zur nächsten Wurst-Prüfung. «Wir sind auf jeden Fall wieder mit dabei nächstes Jahr», sagte Silvio Keller. «Jetzt freue ich mich aber erstmal auf ein gutes Fest und gute Gespräche mit meinen Metzger-Kollegen.»

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