In Russikon servieren Ehrenamtliche Kaffee mit guter Laune
Die Cafeteria Rosenstübli im Russiker Alters- und Pflegeheim wird von ehrenamtlichen Seniorinnen und Senioren geführt – und das an 365 Tagen im Jahr. Ein Besuch vor Ort.
Das ist ehrenamtliche Arbeit in Reinkultur: An 365 Tagen im Jahr sorgen Seniorinnen und Senioren jeweils am Nachmittag von 14 bis 17 Uhr für den Betrieb der Cafeteria im Alters- und Pflegezentrum Rosengasse, Russikon, «Wohnen im Alter», an dem die Gemeinden Russikon, Fehraltorf und Weisslingen beteiligt sind.
Angefangen hat mit diesem Service 1989 der Frauenverein Russikon, der inzwischen nicht mehr existiert. Nun ist das Serviceteam der Cafeteria an den Seniorenverein Russikon angegliedert, agiert aber selbständig. Für die Planung und Einteilung der aktuell rund 20 ehrenamtlichen Servicekräfte ist Rosmarie Meier zuständig. «Ich plane jeweils für mehrere Monate im Voraus», erzählt die 84-Jährige, während sie auf dem Tisch den von ihr erstellten Einsatzplan präsentiert.
Manchmal muss sie kurzfristig einen Ersatz finden, wenn jemand ausfällt. «Wir sind immer auf der Suche nach Verstärkung. Wer in der Cafeteria mithelfen will, kann sich gerne bei mir melden», betont Rosmarie Meier.
Auch Margreth Baer (85) arbeitet von Anfang an in der Cafeteria mit. «Man kommt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Altersheims, die hier einen Kaffee trinken, auch ins Gespräch und plaudert ein bisschen zusammen.» Die ehrenamtlichen Servicekräfte sind zuständig, Getränke zu servieren.
Neben Kaffee, den es schon für Fr. 3.20 gibt, stehen auch alkoholfreies Bier oder Rot- und Weisswein auf der Karte. Zum Essen gibt es Kleinigkeiten wie Kuchen, Biberli oder Schoggistängeli. Auch Auswärtige können die Cafeteria besuchen und dann gleich bar bezahlen.
«Wir müssen kein Geld einkassieren oder eine Kasse führen – Heimbewohner tragen in eine Liste ein, was sie konsumiert haben. Ende Monat wird der Betrag mit der Heimrechnung beglichen», erklärt Rosmarie Meier. Auch um den Einkauf und das Auffüllen des Warenbestands kümmert sich das Alters- und Pflegeheim selber.
«Die Seniorinnen und Senioren finden schneller Zugang zu den Bewohnerinnen und Bewohner unseres Alters- und Pflegeheims und kennen sie teilweise von früher aus dem Dorfleben. Es ist eine Art von Teilhabe, dass jüngere und ältere Menschen aus der Region mit unseren Bewohnenden Kontakt pflegen und sich austauschen können», sagt Nadja Kunz. Sie ist Leiterin Hotellerie und Gastronomie. Im Alters- und Pflegeheim leben derzeit 32 Bewohnerinnen und Bewohner. Und Kunz weiter: «Dass die Cafeteria seit vielen Jahren durch den Seniorenverein betrieben wird, ist für uns einerseits ein menschlicher Gewinn und anderseits auch eine betriebliche Entlastung, die den Bewohnenden in der Pflege oder in der Hotellerie wieder zugutekommt.»
Gut eingespieltes Team
Sie sei sehr froh und dankbar um die Unterstützung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. «Wir verstehen uns alle untereinander sehr gut. Die Zusammenarbeit klappt wunderbar», schwärmt Kunz. Längerfristig soll die Cafeteria, die innen über 24 und auf der Terrasse über knapp 20 Plätze verfügt, modernisiert werden. Heute nutzen vor allem die Angestellten am Vormittag die Cafeteria für ihre Kaffeepause – ab 14 Uhr bis
17 Uhr übernimmt dann das ehrenamtliche Serviceteam.
Auch Peter Meier hilft regelmässig in der Cafeteria aus. Der 80-Jährige packt immer zusammen mit Werner Bamert mit an. Sie sind hier auch bekannt, die einmal im Monat als Musiker in der Cafeteria auftreten. «Dann ist hier immer viel los. Es sind jeweils über 30 Leute in der Cafeteria», sagt Meier, der mit Bamert vor allem Volkslieder zum Besten gibt.
«Ich schätze den Umgang mit den Gästen in der Cafeteria. Man spricht ab und zu mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auch über ihre Sorgen und ihr Befinden, man kennt sich eben», sagt Peter Meier. «Und manchmal macht man auch ein Brettspiel zusammen», ergänzt er, nachdem er gerade einen Kaffee serviert hat.