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Gesellschaft

Tropisches Paradies

In Dürnten flattern wieder die Schmetterlinge

Ins Gewächshaus statt in den Regenwald: Im Gartencenter Meier in Dürnten können noch bis Ende August unzählige Schmetterlinge hautnah beobachtet werden.

15 verschiedene Schmetterlingsarten sind derzeit in Dürnten zu sehen.

Foto: Seraina Boner

In Dürnten flattern wieder die Schmetterlinge

Tropisches Paradies

Ins Gewächshaus statt in den Regenwald: Im Garten-Center Meier in Dürnten können noch bis Ende August unzählige Schmetterlinge hautnah beobachtet werden.

Eintauchen in eine kleine Märchenwelt: Im Garten-Center Meier kann man sich derzeit mit etwas Glück wie mitten in einem Disney-Film fühlen. Hunderte von Schmetterlingen flattern hier kreuz und quer durch die Luft und landen auch gerne mal auf Köpfen, Schultern oder ausgestreckten Fingern.

15 verschiedene Arten bevölkern das Schmetterlingshaus mitten im Garten-Center in Dürnten, das seit 2011 jeden Sommer für ein paar Wochen die Besucher erfreut. Darunter sind etwa der Monarchfalter, der blaue Segelfalter, der scharlachrote Schwalbenschwanz oder der Blaue Morpho. Gerade sind auch die ersten Exemplare des Atlasspinners – mit bis zu 30 Zentimeter Spannweite der grösste Schmetterling der Welt – geschlüpft.

«Wie viele Tiere es genau sind, können wir unmöglich sagen», sagt Andrina Stalder, die seit drei Jahren hier regelmässig Führungen für Schulklassen durchführt. Zu Beginn der Saison werden jeweils 200 Puppen von verschiedenen Züchtern aus Asien, Südamerika und Afrika an einem Gestell befestigt. «Nach wenigen Tagen beginnen sich die Hüllen zu öffnen, und prächtige Falter schlüpfen aus.»

In den folgenden Wochen werden vorzu immer wieder neue Puppen angeliefert, die das Garten-Center von einem Händler aus London bezieht. Im Schmetterlingshaus sind gezielt jene tropischen Pflanzen aufgestellt, welche sowohl als Futterpflanzen für die erwachsenen Tiere als auch für die Raupen dienen.

Denn sind die Tiere erst einmal geschlüpft, geht die Vermehrung während der folgenden Wochen munter weiter. Da manche Arten auch auf reife Früchte als Nahrung angewiesen sind, hängen von der Decke unter anderem aufgespiesste Orangenhälften herab, und unter den Pflanzen sind Melonenstücke verteilt.

Dem Atlasspinner nützt das allerdings wenig – ihm fehlt der Mund gänzlich. «Als Raupe frisst er so viel, dass er die knappe Woche, die er nach der Verpuppung noch lebt, gar nichts essen muss», sagt Stalder. Wie bei den meisten Tieren dreht sich auch bei den Schmetterlingen das Leben eigentlich nur um die Erhaltung der Spezies. So leben die meisten Arten nur ein bis zwei Wochen.

Für eine ideale Umgebung wird das Haus auf konstant zwischen 25 und 30 Grad aufgeheizt. Die Absenkung auf 20 Grad in der Nacht ist der Natur nachempfunden. Um auch die Luftfeuchtigkeit auf 70 Prozent zu erhalten, sprüht regelmässig Wasser aus Schläuchen an der Decke.

Am aktivsten sind die Flugkünstler, wenn die Sonne scheint. «Bei schlechtem Wetter sitzen sie eher träge auf den Pflanzen herum», sagt Stalder. Der Atlasspinner ist ein Nachtfalter und fliegt darum während des Tags sowieso kaum. Am lebhaftesten ist der Blaue Morpho aus Südamerika, der mit der Kamera darum auch fast nicht zu erwischen ist. Setzt er sich doch einmal hin, schliesst er schnell seine Flügel, um deren Tarnung zu präsentieren: Die Aussenseite ist nämlich mit einem braunen Muster versehen, das an Augen von Raubtieren erinnert.

Das Schmetterlingshaus kann noch bis zum 23. August während der normalen Öffnungszeiten besucht werden. Zwar sind überall Hinweise angebracht, dass die Tiere nicht von sich aus berührt werden dürfen. «Doch leider ist das schwer durchzusetzen», sagt Andrina Stalder. «Wir appellieren an alle Besucher, den Tieren diesen Stress zu ersparen.»

Dass während dieses Satzes gerade drei Schmetterlinge gleichzeitig auf ihr sitzen, ist das beste Beispiel dafür, dass es gar nicht nötig ist, den Schmetterlingen nachzujagen. Ende August werden die Tiere dann zur Insel Mainau am Bodensee ins Schmetterlingshaus gebracht, wo sie den Rest ihres Lebens geniessen können.

Tipps für mehr Schmetterlinge im eigenen Garten

In der Schweiz gibt es zirka 3700 verschiedene Schmetterlingsarten, rund 3500 davon sind Nachtfalter. Wer seinen eigenen Garten in ein Paradies für heimische Schmetterlinge verwandeln will, sollte sich zweierlei Pflanzen zutun. «Einerseits braucht es Pflanzen wie etwa Brennnesseln, Wilde Möhren oder Wiesenknopf, welche Lebensraum und Nahrungsquelle für die Raupen bieten», sagt Andrina Stalder.

Die Schmetterlinge sind dann auf möglichst viele offene Blüten angewiesen. «Rosen etwa sind nicht geeignet, da die Schmetterlinge es gar nicht bis zum Nektar schaffen.» Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, verschiedene Arten zu pflanzen, damit von März bis in den Spätherbst kontinuierlich Blumen blühen. Beispiele für passende Pflanzen sind Klee, Veilchen, Disteln, Doldenblütler oder Bäume wie Pappeln, Weiden und Ulmen. (lcm)

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