Drohne fliegt Solarpanels auf die Kläranlage Flos in Wetzikon
Sie surrt am Himmel und macht die Abwasserreinigungsanlage noch ein bisschen umweltfreundlicher: Am Dienstag war eine Drohne auf der Baustelle statt ein Kran.
Über den Dächern der Neubauten der Abwasserreinigungsanlage (Ara) Flos in Wetzikon fliegt am Dienstag eine Drohne und ersetzt damit einen Baukran: Zum ersten Mal wird im Oberland eine Photovoltaikanlage mithilfe eines solchen Fluggeräts montiert.
Drohneneinsätze auf Baustellen sind in der Schweiz zwar schon gemacht worden – vor wenigen Tagen beispielsweise in Winterthur – aber noch sind solche Montagen selten. Für die Installation hat die Mönchaltorfer Firma Activ Solar Schweiz GmbH extra die Firma Future Power AG aus dem aargauischen Seon engagiert, die mit solchen Flügen bereits Erfahrung hat. Drohnenpilot ist der 20-jährige Juri Waldmeier.
Waldmeier steht auf dem Dach und manövriert die Drohne zu den Paletten am Boden, die je 38 Panels enthalten. Ein Bauarbeiter befestigt die Panels mit einer Drucklufthalterung an der Drohne, und der Pilot fliegt das Panel aufs Dach.
Der Flug ist sauber und ruhig. Auf dem Dach nehmen Monteure die 20 Kilogramm schweren Solarpanels entgegen und fixieren sie – zu einem späteren Zeitpunkt werden sie dann auch verkabelt. Ein Panel nimmt zwischen zwei und fünf Minuten in Anspruch.
Mit einer solchen Montage spart man einiges an Geld und auch an Zeit. Die Montage mit der Drohne dauert nur einen Tag. «Mit einem Kran hätten wir etwa eine Woche daran gearbeitet», erklärt Philipp Frommenweiler, Geschäftsführer bei der Activ Solar Schweiz GmbH und Projektleiter. Er ist zuversichtlich, dass diese Methode sich schon bald etablieren wird. «Die Branche entwickelt sich stetig neu, und eine Drohne ist vielfältig einsetzbar», sagt er.

Und effizient ist die Montage mit der Drohne allemal. Denn um 8.15 Uhr ging es auf der Baustelle los, um 15.06 Uhr ist das letzte Panel der rund 300 Stücke auf dem Dach fixiert.
Stromfresser wird nachhaltiger
Auf den Neubauten der Ara Flos würden Photovoltaikanlagen installiert, weil die Anlage den höchsten Stromverbrauch aller städtischen Liegenschaften aufweise, heisst es in einem Protokoll des Stadtrats vom Frühjahr. Somit sei es ökologisch und ökonomisch sinnvoll, möglichst viel Strom selbst zu produzieren.
Früher wurde dafür Klärgas genutzt, doch seit 2016 speisen die Stadtwerke das aufbereitete Gas als Biogas ins städtische Netz ein. Daher ist die Idee entstanden, stattdessen Photovoltaikanlagen zu installieren. Das Projekt richtet sich auch nach der stadträtlichen Richtlinie von 2023, die vorsieht, städtische Dächer nach Möglichkeit für die Gewinnung von Solarstrom zu nutzen.
Die Ara Flos in Wetzikon ist seit 1962 in Betrieb und wurde 2001 ausgebaut. Aufgrund der konstant steigenden Belastung wurde eine Erweiterung laut dem Stadtrat dringlich. Die Wetzikerinnen und Wetziker stimmten 2018 für den Kredit in Höhe von rund 31 Millionen Franken.