In Dürnten sorgt eine Katze im Altersheim für Schmusemomente
Paschi übernachtet am liebsten im Bett
Im Alters- und Pflegeheim Nauengut geht es tierisch zu und her. Neben einer Katze und einem Therapiehund sorgen auch Ziegen und Frösche für Abwechslung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Lily Stubner zeigt beim Besuch bei ihr im Zimmer ein paar herzige Katzenfotos. Zu sehen ist ein Stubentiger, der sich auf einem Rollator ausfahren lässt oder unter dem Weihnachtsbaum zwischen der Dekoration selig döst.
Es sind alles Fotos der Kätzin Paschi, die seit 18 Jahren im Alters- und Pflegeheim Nauengut lebt – und das ganz zur Freude von vielen älteren Bewohnerinnen und Bewohnern. Stuber lebt seit einem Jahr hier im Altersheim. Während die 75-Jährige ihr Handy zückt, auf dem als Bildschirmfoto Paschi zu sehen ist, liegt diese gerade zusammengerollt im Bett von Lily Stuber und schläft.
Sie habe steife Finger – wenn die Kätzin bei ihr weile, seien die Schmerzen wie verflogen. «Sie schläft immer bei mir im Bett. Das ist ihr Lieblingsplatz. Sie ist keine Schmusekatze, die auf dem Schoss sitzt. Aber sie streckt mir auch ab und zu das Köpfchen entgegen, damit ich sie streichle», erzählt die Seniorin. Sie selber hat früher einen Hund gehabt.
«Und auch Katzen. Ich hätte mein Hexli, die schon 15 Jahre alt ist, ins Altersheim mitnehmen können. Aber sie ist ein scheues Tier, weshalb die Umgebung hier mit den vielen Leuten nichts gewesen wäre», berichtet Stubner. Nun lebe ihre Katze bei Bekannten, sie besuche ihre geliebte Samtpfote auch ab und zu.
Seit 18 Jahren leben zwei Katzen hier im Altersheim, welche einst die damalige Pflegeleiterin als Babykatzen hierhergebracht hatte. Chica, die Schwester von Paschi, ist im vergangenen Jahr verstorben.
Tiere sind wichtig für die Bewohnenden
Grundsätzlich kümmert sich eine Pflegerin um Paschi, die in einer Ecke des Altersheims ihren Fress- und Schlafplatz hat. «Die Katze kann sich frei im ganzen Gebäude bewegen. Sie hat eine Katzentür. Aber sie ist inzwischen doch so alt, dass sie auch viel zu Hause bleibt», berichtet Elke Müller, Leiterin Pflege und Betreuung.
«Tiere sind wichtig für die Bewohnerinnen und Bewohner. Der Mensch hat gern jemanden, den er umsorgen kann. Die Katzen geben auch Geborgenheit und sorgen für Schmusemomente, die geschätzt werden», betont Müller. Zudem lebten viele der Bewohner früher in einem ländlichen Gebiet, wo sie beispielsweise als Bauern selber Tiere gehalten hatten.
Vor dem Alters- und Pflegeheim Nauengut gibt es auch ein Gehege, in dem vier Ziegen ganzjährig leben. «Das Ziegengehege ist zu einem wichtigen Treffpunkt geworden. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner gehen mit ihren Besuchern hierher oder treffen zufällig andere Leute aus dem Dorf, die hier vorbeischauen.» Und Elke Müller ergänzt: «Wir verkaufen im Altersheim Popcorn, das dann an die Ziegen verfüttert werden darf.»
Zudem liegt hinter dem Altersheim ein Biotop, in dem aktuell Frösche leben. Davor gibt es eine Sitzbank, die gerne von den Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt wird, um sich draussen die Zeit zu vertreiben.
Zweimal im Monat schaut auch ein Therapiehund mit seiner Besitzerin im Alters- und Pflegeheim vorbei. In einer kleinen Gruppe von bis zu fünf Personen sorgt der Vierbeiner für Interaktionen. «Die Seniorinnen und Senioren spielen mit dem Hund oder streicheln ihn», sagt Müller, «Demenzerkrankte, die früher einen Hund hatten, erinnern sich beim Zusammensein mit dem Therapiehund daran und blühen richtig auf.»
Zurück zu Paschi, die immer noch in aller Ruhe auf dem Bett von Lily Stubner schläft. «Früher gab es auch mal zwischen zwei Frauen Streit wegen der Katze. Jede wollte das Tier für sich allein haben», erinnert sich Elke Müller.
In Ausnahmenfällen sei es erlaubt, dass die Altersheimbewohner ihre eigenen Haustiere mitnähmen. «Die Bewohnenden und die Angehörigen müssen aber die Betreuung übernehmen, und es darf sich kein Nachteil für andere Bewohnerinnen und Bewohner daraus ergeben», sagt Müller. Aktuell gebe es neben Paschi aber keine Haustiere im Alters- und Pflegeheim Nauengut.