Gesellschaft

Aus für den Erlebnisraum Tösstal: Verein löst sich auf

Die Förderung vom sanften Tourismus bleibt eine Vision: Der Verein Erlebnisraum Tösstal verfolgt sein Projekt nicht weiter. Das sind die Gründe.

Die Töss ist längst ein beliebtes Ausflugsziel. Der Verein Erlebnisraum Tösstal hatte Visionen, den sanften Tourismus weiter zu fördern. Doch es bleibt bei der Idee.

Foto: Bettina Schnider

Aus für den Erlebnisraum Tösstal: Verein löst sich auf

Verein aufgelöst

Der geplante Erlebnisraum Tösstal wird nicht realisiert. Die fünf Gemeinden steigen aus dem gemeinsamen Tourismusprojekt aus – die Idee soll aber nicht ganz begraben werden.

Es waren ambitionierte Ziele, die sich der Verein Erlebnisraum Tösstal bei seiner Gründung 2023 setzte: Mit verschiedenen Erlebnisformaten wollten die Gemeinden Turbenthal, Wila, Bauma, Fischenthal und Wald den sanften Tourismus in der Region fördern – ohne dabei einen unerwünschten Besucherauflauf zu verursachen.

Ideen gab es zahlreiche: Wandererlebnisse, Themenwege, Dorfrundgänge oder einen Kulinarik-Guide. Das war die Vision – und dabei bleibt es jetzt auch.

Skizzierung eines Moduls des Erlebnisraums.
Verschiedene Themenwege im Erlebnisraum sollten den Besuchern Wissen vermitteln.

Noch bevor konkrete Projekte entwickelt wurden, hat sich der Verein aufgelöst – das teilt der Vorstand mit.

Bauma und Fischenthal waren unzufrieden

Das Ende war absehbar: Bereits im vergangenen Jahr haben sich Bauma und Fischenthal aus dem Projekt zurückgezogen.

Diesem Schritt vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie, die der Verein ausarbeiten liess. Der Vorstand wollte dann bei den Gemeinden wissen, ob sie das Projekt weiterhin unterstützen wollen.

Bauma wollte das nicht. Der Gemeinderat begründete den Austritt mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Er sah keine Vorteile darin und befürchtete gar «Kollateralschäden durch ein touristisch ‹zu› attraktives Tösstal».

Auch Fischenthal war mit der Machbarkeitsstudie nicht zufrieden. Ein gemeindeübergreifendes Angebot sollte aus Sicht des Gemeinderats niederschwellig sein und die Besucherströme so steuern, dass keine Gefahr für die Pflanzen- und Tierwelt – etwa im Tössstockgebiet – entsteht.

Der Vorstand bat im Anschluss die weiteren Gemeinden um eine Stellungnahme. Dabei haben sich laut der Mitteilung alle Gemeinden für eine Auflösung des Vereins ausgesprochen.

Projekt bleibt zugänglich

«Niemand scheitert gerne mit einem Projekt. Mit den vorliegenden Beschlüssen und Beurteilungen mussten wir aber erkennen, dass eine Fortführung des Projekts in der angedachten Form keine Zukunft hat», lässt sich Präsident Hans Lazzarotto in der Mitteilung zitieren. Lazzarotto ist ebenfalls Präsident der Schulpflege Fischenthal und damit Mitglied des Gemeinderats.

Der Vereinsvorstand zeigt sich selbstkritisch: Er sei ihm nicht gelungen, die Exekutiven der Trägergemeinden von den Stärken und Chancen des Projekts zu überzeugen.

Damit die geleistete Arbeit nicht umsonst war, bewahrt die Standortförderung Zürioberland alle Unterlagen – inklusive Machbarkeitsstudie – auf. Interessierte können so einzelne Ideen vielleicht doch noch weiterverfolgen.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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