Jazzmusiker Peter Jacques mit 89 Jahren gestorben
Leiter des Orchesters von Radio DRS
Er leitete das Orchester des Schweizer Radios DRS und war langjähriger Moderator für Jazzsendungen des Schweizer Fernsehens. Nun ist Peter Jacques in Ebmatingen verstorben.
Peter Jacques ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Wie seine Frau Ursula Jacques-Schüpbach in der Todesanzeige mitteilt, ist er letzten Donnerstag in ihrem Beisein «friedlich eingeschlafen».
Bekannt war der Musiker unter anderem als langjähriger Leiter des Unterhaltungsorchesters von Schweizer Radio DRS sowie als Moderator für Jazzsendungen des Schweizer Fernsehens.
Per Lebertran-Fass in die Schweiz
Geboren ist Jacques 1935 im damaligen Sudetendeutschland. Seine Mutter war Schweizerin, sein Vater stammte aus Weissrussland. Seit seiner Kindheit spielte er Klavier.
Im Interview mit der «Weltwoche» vor drei Jahren schilderte der Musiker, wie er mit zehn Jahren in einem Lebertran-Fass in die Schweiz geschmuggelt wurde. «Ich hatte viel Glück, aber noch heute wird mir übel, wenn ich Lebertran rieche», sagte er.
Er besuchte in Winterthur das Konservatorium, 1953 gewann er den ersten Preis als Solopianist am Jazzfestival Zürich. Ab 1956 war er als professioneller Musiker in mehreren Bands tätig und verbrachte deswegen einige Zeit im Ausland.
1973 kehrte Jacques nach Zürich zurück. Er übernahm die Leitung der DRS Big Band, des Unterhaltungsorchesters des Schweizer Radios DRS; zunächst gemeinsam mit Hans Moeckel, später allein.
Er führte das Orchester bis zu seiner Auflösung im Jahre 1986. Für das Schweizer Fernsehen moderierte er die Jazzsendungen «Jazz in Concert» und «Jazz-In».
Nach seiner Karriere in Radio und Fernsehen war Peter Jacques weiterhin als Musiker tätig. Zuletzt lebte er mit seiner Ehefrau in der Gemeinde Ebmatingen in Maur.