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Verwandlung von Leid in Liebe: Das ist das Wunder von Ostern

Angenommenes Leid kann sich in Liebe verwandeln und neues Leben wecken: Das ist die Osterbotschaft von Pfarrer Arnold Steiner.

Jesus, dargestellt auf dem Isenheimer Altar. Dieses Bild hat Arnold Steiner inspiriert.

Fotos: PD/Jörgens.mi

Verwandlung von Leid in Liebe: Das ist das Wunder von Ostern

Festtagsartikel zu Ostern

Angenommenes Leid kann sich in Liebe verwandeln und neues Leben wecken – das Wunder von Ostern zeigt, wie aus Schmerz Hoffnung und Heilung entsteht.

Arnold Steiner

Reformierter Pfarrer in Wildberg

Gedanklich bezieht sich der Text von Arnold Steiner auf einen Bildausschnitt von Jesus auf dem sogenannten Isenheimer Altar. Das ist der Wandelaltar aus dem Antoniterkloster in Isenheim im Oberelsass. Gemalt hatte die Bilder der Künstler Matthias Grünewald Anfang des 16. Jahrhunderts.

«Ihre schwierigsten Erlebnisse sieht sie heute aber als Ressource», heisst es von Lydie-Paule Küderli im «Landboten» vom 8. April 2025. Die 49-Jährige ist vor fast 30 Jahren von Kamerun in die Schweiz gezogen. Sie wurde wegen ihrer Hautfarbe oft benachteiligt. «Mit meinen Erfahrungen würde ich anderen Menschen in ähnlichen Situationen in einer Anstellung helfen», sagte sie im Interview.

Als Seelsorger habe ich grossen Respekt vor Menschen, die negative Erfahrungen annehmen und in positive Hilfsbereitschaft umwandeln können. Sie haben oft ein echtes Mitgefühl, das Leidende ermutigt und ihnen Hoffnung gibt. Denn wer selber ein Leiden durchgemacht hat, fühlt nicht Mitleid im herablassenden Sinn, sondern hat ein tiefes Verständnis. Sein Mitgefühl schenkt dem schwer Betroffenen das Gefühl: «Ich bin nicht allein. Da ist jemand, der mich versteht, der mein Leid mit mir teilt.» Das gibt ihm eine Kraft, die ihn aufrichtet.

Die Erfahrung von Lydie-Paule Küderli, dass die schlimmsten Erfahrungen zu den grössten Ressourcen werden, ist eine Brücke zum Verständnis von Ostern. Im christlichen Glaubensbekenntnis heisst es: Jesus wurde gekreuzigt, aber er ist am Ostersonntag auferstanden von den Toten. – Was hat das mit uns zu tun?

Jesus Christus kommt auch zu uns, um den Leidenden zu helfen. Er kann das, weil er selber viel ungerechtes Leiden angenommen und ertragen hat. Er hat sogar den Tod am Kreuz erlitten. Aber nach seinem Tod hat Gott ihn wieder auferweckt.

Dabei wurde das Leiden verwandelt in heilsame Liebe. In der Kunst wird das manchmal so dargestellt, dass aus den Wunden, die der Auferstandene von der Kreuzigung noch trägt, ein goldenes Licht strahlt. Er bringt den Menschen Erlösung. Der glaubensvolle Blick auf Jesus kann uns helfen, Schmerzen anzunehmen und darauf zu vertrauen, dass er unsere Seele heilen wird.

Jeder Mensch kann die Erfahrung machen, dass ein Leiden, das er freiwillig und im Gottvertrauen annimmt, sich in Liebe und praktische Hilfsbereitschaft verwandeln kann. Ähnlich wie bei der oben zitierten Lydie-Paule Küderli.

Solche Menschen zeigen, was das Wunder von Ostern im Alltag bedeuten kann: Die bitteren Erfahrungen von Unrecht, Diskriminierung und Demütigung, die Menschen und Gesellschaften krank machen, können zu wertvollen Ressourcen werden. Zu einer inneren Motivation, Menschen und Gesellschaften zu heilen und zu versöhnen. Diesem Impuls zu folgen, ergibt Sinn und macht Freude. Das also feiern wir an Ostern: Angenommenes Leid verwandelt sich in Liebe und weckt neues, freies Leben.

Arnold Steiner ist reformierter Pfarrer in Wildberg und Seelsorger im Bundesasylzentrum in Zürich.

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