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Gesellschaft

«Der erste Schritt in die Tanzwelt»

Am Samstag fand einmal mehr der ZO-Danceaward in Wetzikon statt. Über 40 Gruppen aus der ganzen Region traten mit eigens kreierten und sorgfältig einstudierten Choreografien gegeneinander an.

Die Aufführungen reichten von Paartanz bis Hip Hop und waren sehr abwechslungsreich.

Foto: Melina Aeschbach

«Der erste Schritt in die Tanzwelt»

12. Ausgabe des ZO-Danceaward

Am Samstag fand einmal mehr der ZO-Danceaward in Wetzikon statt. Über 40 Gruppen aus der ganzen Region traten mit eigens kreierten und sorgfältig einstudierten Choreografien gegeneinander an.

Melina Aeschbach

Es ist, als sei an diesem Samstag das ganze Zürcher Oberland in der Aula der Kantonsschule Wetzikon. Aufgeregte Kinder tummeln sich bereits seit dem Morgen im und um das Gebäude, ihre Verwandten und Bekannten im Schlepptau.

Die Aula der Kantonsschule Wetzikon war rappelvoll.
Die Aula der Kantonsschule Wetzikon war rappelvoll.

Die mobilen Wände des runden Saals sind für den Anlass zur Seite geschoben, sodass auch diejenigen, die keinen Sitzplatz ergattern konnten, auf die Bühne heruntersehen. Dort steht Mitorganisator Richard Neuhaus und moderiert fidel durch den Tag.

Von Hip Hop bis Paartanz

Im ersten Block treten die jüngeren Gruppen – eingeteilt in zwei Unterkategorien – auf. Im Verlauf des Wettbewerbs tanzt eine bunte Mischung aus Kostümen, unterschiedlichen Musik- und Tanzstilen über die Bühne. Von Hip Hop in Trainerhosen über tanzende Barbies bis hin zu Paartanz in Anzug und Glitzerhose.

Unter den Tanzgruppen steigt nach den Auftritten die Aufregung erneut. Während die Lehrpersonen auf der Bühne geehrt werden, tuschelt es aus dem Publikum. Denn es naht die Siegerehrung. Hin und wieder lassen sich Gesprächsfetzen auffassen wie: «Wir gewinnen eh nicht» oder «Vielleicht ja der dritte Platz».

Die Freude der Publikumsgewinner Flow Bananas aus Stäfa sowie der Jury-Gewinner Stage Stars aus Turbenthal und Zaubertakt aus Herrliberg ist riesig. Strahlend – einzelne sogar weinend – hüpfen sie auf die Bühne, nehmen ihre Medaillen entgegen und schwingen triumphierend den Pokal.

Teamgeist und Inklusion

So gross die Freude bei den Siegern und Siegerinnen, so gross ist auch die Enttäuschung auf der anderen Seite. Doch den Veranstaltenden geht es in erster Linie darum, dass Tanz einen Platz im Schulsport erhält.

Vor 15 Jahren wurde der Danceaward in der Stadt Zürich von Cécil Kramer ins Leben gerufen. In anderen Sportarten wie Fussball gebe es ständig Turniere. «Im Tanzsport hat ein solcher Anlass gefehlt», so Kramer.

2014 hat sie den Mitbegründer der Lordz Dance Academy, Philippe Dick, angefragt, einen Danceaward im Zürcher Oberland zu organisieren. Das Konzept sei seit Beginn das gleiche: «Wir möchten Schülerinnen und Schülern den ersten Schritt in die Tanzwelt ermöglichen», sagt Philippe Dick. Dabei werde mehr Wert auf Teamgeist, Kreativität und Inklusion gelegt und weniger auf komplizierte Choreografien.

Ein regelrechter Tanz-Marathon

Schon bald folgt der zweite Block mit den etwas älteren Gruppen. Statt bunten Kostümen und verspielten Konzepten gibt es hier deutlich mehr Hüftschwung und übergrosse T-Shirts zu sehen. Allerdings sind auch hier Engagement und Varianz gross.

Über vier Stunden dauert es, bis alle Aufführungen über die Bühne gegangen sind. Zur Zeit der Siegerehrung ist es bereits Abend. Moderator Richard Neuhaus jedoch ist nicht die geringste Spur von Müdigkeit anzumerken. Nicht weniger begeistert als noch am Morgen verkündet er nacheinander die Gewinnerteams. Im Publikumsvoting sind dies «glow and grow like a star» aus Greifensee, No names aus Pfäffikon und Spaced-out aus Wädenswil. Die Jury erteilt die ersten Ränge den beiden Fehraltorfern Gruppen Freeze und Flash sowie den Street Queens aus Pfäffikon.

In der allgemeinen Aufregung kostet es Neuhaus einiges an Kommunikationskraft, alle Gruppen auf der Bühne zu platzieren. Nach einigem Nachrutschen jedoch können auch die letzten Preise des Tages verteilt werden, und der Anlass findet langsam sein Ende.

Mehr Klassenzusammenhalt

Dieses Jahr ist der Anlass vor Teilnahmen regelrecht explodiert. Insgesamt 44 Gruppen haben im Verlauf des Tages ihr Bestes auf der Bühne gegeben. Dahinter steckt nicht nur vom Organisationskomitee eine Menge Aufwand, sondern auch von den Lehrpersonen. «Wir haben während fünf Wochen jeweils sechs Lektionen trainiert», sagt Anina Bär. Mit ihrer Primarschulklasse aus Niederuster hat sie den zweiten Rang in ihrer Kategorie abgestaubt. Der Aufwand hat sich aber nicht nur mit dem Preis, sondern auch mit einem stärkeren Klassenzusammenhalt ausgezahlt. Ihren Schülerinnen und Schülern hat das Tanzen grosse Freude bereitet. «Nicht alle konnten es gleich gut», so Schülerin Janina. «Aber wir haben es so lange geübt, bis es alle konnten.»

Damit hat der Danceaward sein Ziel bei dieser Klasse auf jeden Fall erreicht. Pokale und Medaillen sollen dabei im Hintergrund stehen, wie Cécil Kramer meint. «Der Hauptpreis ist es, auf der Bühne zu sein.»

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