Die «Seebrise» in Maur darf nicht in die neue Saison starten
Keine Bewilligung
Der Imbissstand direkt neben dem Schiffsteg in Maur kann in diesem Sommer keine Gäste bedienen. Der Grund? Der Standort ist zu nah am Greifensee.
Anfang April wäre es so weit gewesen, und die Imbissbude Seebrise bei der Schifflände Maur hätte wieder Pommes frites und Aperol Spritz serviert. Nicht so in dieser Saison. Der Take-away erhält keine Bewilligung mehr.
So manch einer genoss an einem lauen Sommerabend ein Feierabendbier oder eine Bratwurst vom Grill in der Lounge der «Seebrise» direkt neben dem Schiffsteg in Maur. Die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee (SGG), welche den Take-away besitzt, erhielt vor vier Jahren eine provisorische Bewilligung für den Imbissstand – damals noch zu Corona-Zeiten, und als das Restaurant Schifflände wegen Bauarbeiten geschlossen war.
Bis zu diesem Jahr wurde die provisorische Bewilligung jede Saison erneuert. Damit soll nun Schluss sein. Bereits im letzten Jahr erfuhr die Genossenschaft, dass für den Standort am See neu eine Baubewilligung notwendig ist. Die SGG reichte daraufhin ein Gesuch ein. Der Verwaltungsratspräsident der SGG, Gianluca Di Modica, hatte bereits mit einem negativen Entscheid gerechnet. Dies, weil er stets im engen Austausch mit der Gemeinde Maur war.
Zu nah am Greifensee
Für den Fällander Markus Rohr, der die «Seebrise» in den letzten zwei Jahren betrieben hat, sind es keine schönen Nachrichten, dass er in dieser Saison keine Gäste mehr bedienen darf: «Ich bin enttäuscht.» Er baute den Imbissstand jeweils Anfang April auf und nach sieben Monaten, zum Saisonschluss, wieder ab.
Anfang März erfuhr Rohr, dass die provisorische Bewilligung für dieses Jahr nicht erneuert würde. Er vermutete, dass der Entscheid mit der Wiedereröffnung des Restaurants Schifflände, das gleich nebenan liegt, zu tun hat.
Diese Theorie bestreitet die Gemeinde Maur. «Es handelt sich um eine baurechtliche Entscheidung», erklärt Christoph Bless, Gemeindeschreiber von Maur. Gemeinsam mit verschiedenen kantonalen Ämtern wie dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) hätten sie Abklärungen für eine dauerhafte Bewilligung geprüft. «Leider ist die Grenze zum Greifensee jedoch zu nah und ein Imbissstand am jetzigen Standort somit nicht zulässig.»
Bless betont, dass es sich in den letzten Jahren nur um einen tolerierten Standort handelte und dieser Entscheid nicht am guten Willen der Gemeinde liegt. Ausserdem seien dem Betreiber alternative Standorte angeboten worden.
Ein anderer Platz käme für Rohr aber nicht infrage. «Nur schon aufgrund des Naturschutzgebiets rund um den Greifensee ist es schwierig, einen geeigneten Standort zu finden.»
Gesetz ist Gesetz
Rohr bedauert den Entscheid um die «Seebrise» und erhielt bereits viele Rückmeldungen. «Viele Stammkunden fühlten sich sehr wohl bei mir», sagt er stolz. «Sie rufen mich an und sagen, dass sie die ‹Seebrise› sehr vermissen werden.» Während der zwei Jahre habe er viele Kontakte knüpfen können, und neue Freundschaften seien entstanden.
Auf Facebook ruft er dazu auf, sich bei der Gemeinde zu melden, damit der Entscheid vielleicht nochmals überdacht wird. Durch die Unterstützung seiner Freunde hofft Rohr, doch noch etwas bewirken zu können.
Obwohl Christoph Bless den Frust verstehen kann, betont er, die Gemeinde Maur müsse sich ans Gesetz halten.