Stadtarchiv Uster erhält die bisher ältesten Dokumente aus Riedikon
Von 1711 bis 1879
Das Stadtarchiv Uster erhält historische Dokumente aus Riedikon. Die Sammlung beleuchtet private Rechtsgeschäfte und erweitert den Quellenbestand.
Das Ustermer Stadtarchiv hat aus einem privaten Nachlass die vermutlich ältesten Unterlagen aus Riedikon erhalten. Sie stammen aus den Jahren 1711 bis 1879 und dokumentieren das Leben der Riedikerinnen und Riediker während dieser Zeit.
«Die Quellenlage zur Riediker Geschichte ist durch diese Schenkung um ein Vielfaches gewachsen», lässt sich Franziska Sidler, Leiterin des Stadtarchivs und der Paul-Kläui-Bibliothek in der Mitteilung der Stadt zitieren. «Die 74 privaten Dokumente sind eine unschätzbare Ergänzung zum Quellenbestand aus Riedikon.»
Das Stadtarchiv Uster hat die Unterlagen von Christian Vodum erhalten, dieser wiederum von Anna «Anneli» Brunner. Sie lebte von 1914 bis 1997 im ältesten Riediker Gebäude an der Alten Seefeldstrasse 74. Brunner war eine Nachfahrin der Familie Schneider, die bis Ende des 19. Jahrhunderts den Grossteil der Riediker Bevölkerung stellte.
Private Rechtsgeschäfte im Fokus
Anneli Brunner blieb zeitlebens ledig, und da sie ihre Brüder Hans und Emil überlebte, erbte sie schliesslich ihr Elternhaus mit allen Gegenständen. Teil davon war unter anderem eine handgefertigte und bunt bemalte Holzkiste.
In ihrem Inneren befanden sich vor allem Kauf-, Tausch- und Schuldbriefe aus dem 17. und 18. Jahrhundert: Belege von vermutlich sämtlichen privaten Rechtsgeschäften im Riedikon dieser Zeit. Aufgrund des hohen Feuerrisikos der Holzhäuser hatten die Riediker Familien ihre Verträge und Urkunden offenbar jenem Haushalt mit dem massivsten Steinhaus anvertraut.
So könnte laut der Mitteilung die hölzerne Archivlade seit 1711 im gleichen Haus aufbewahrt worden sein, sorgsam gehütet von mehreren Generationen der Familien Schneider und Brunner.
Vor dieser Schenkung umfasste der Riediker Bestand im Stadtarchiv sieben Urkunden (1546–1729), das Gemeindebuch (1726–1798) sowie die gesamte Überlieferung der Zivilgemeinde (1814–1927).
Sollten von anderen Ortsteilen oder Aussenwachten ebenfalls solche Schätze existieren, würde sich das Stadtarchiv Uster freuen, wenn auch diese mit dem jeweiligen Zivilgemeindearchiv zusammengeführt werden könnten.
