Hinwiler Gugger sorgen in Deutschland für Stimmung
Note-Furzer feiern 33-Jahr-Jubiläum
In der deutschen Stadt Aalen und deren Umgebung liefen die Note-Furzer an einem Umzug mit und sorgten am Maskenball für die richtige Musik. Beim Besuch in ihrem Probelokal erzählen drei Guggerinnen über die närrische Zeit.
Beim Treffen in ihrem Probelokal auf dem Areal im Tobel, wo zahlreiche Firmen ein Zuhause haben, sind die Erinnerungen vom Ausflug nach Deutschland noch sehr präsent. Am Freitag, 17. Januar, liefen die Hinwiler Gugger der Note-Furzer in Waldhausen, einem Ortsteil der Stadt Aalen, als grosse Attraktion ab 19 Uhr am Nachtumzug mit.
Seit zehn Jahren taucht die Oberländer Guggenmusik regelmässig beim nördlichen Nachbarn zur Fasnachtszeit auf. Das jeweils auf Einladung der Namensvetter Notenfurzer, der Guggenmusik aus Aalen. «Vor Jahren wurden wir plötzlich aus Deutschland kontaktiert. Jemand hatte uns im Internet gefunden – die Deutschen haben sich gefreut, dass wir eigentlich den gleichen Namen tragen», erinnert sich Pascale Kummer.
Die 55-Jährige ist Gründungsmitglied der Note-Furzer, die vor 33 Jahren als Abspaltung der damaligen Guggenmusik Bachtelspalter, welche inzwischen nicht mehr mit Instrumenten unterwegs ist, entstanden sind. «Wir wollten weiterhin vor allem Stimmungslieder spielen», erinnert sich Pascale Kummer. Die Bachtelspalter hingegen hätten lieber rockige Nummern zum Besten gegeben.
19 Lieder haben die Note-Furzer im Repertoire. In diesem Jahr auch neue wie «Alles nur geklaut» von den Prinzen oder «Mama Loo» von den Les Humphries Singers. «Es darf schon mal ein bisschen schräg klingen. Aber wir haben einen gewissen Anspruch, dass die Songs stimmungsvoll und sauber klingen. In den Proben unterbrechen wir auch mal öfters, wenn ein Part noch nicht richtig sitzt», erklärt Tamara Berger. Die 33-Jährige ist Präsidentin der Note-Furzer. 2023 gewannen die Hinwiler Gugger bei der Guggen-Schweizer-Meisterschaft, an der 20 Formationen teilnahmen, den dritten Rang.
Deutsche und Schweizer feiern gemeinsam Party
Zurück zu ihrem Ausflug nach Deutschland. Am Freitag, 17. Januar, liefen die Note-Furzer ab 19 Uhr beim Nachtumzug der Narrenzunft Waldhausen mit. «Das deutsche Publikum hat uns sehr nett empfangen. Sie hatten richtig Freude, uns zu sehen», berichtet die Präsidentin weiter. Viele hätten sie gefragt, wie weit sie gefahren seien. Von Hinwil nach Aalen, nördlich von Stuttgart gelegen, legt man mit dem Auto hin und retour einen Weg von rund 600 Kilometern zurück.
Nach dem nächtlichen Umzug steigt dann in einem grossen Festzelt noch eine Party. «Die Jungen von uns und den Deutschen verstanden sich prächtig. Sie feierten eine wilde Party», weiss Andrea Eberle. Am Samstag folgte ein Maskenball in Utzmemmingen, unweit von Aalen gelegen, an dem die Note-Furzer aufspielten. Früh am Sonntagmorgen ging es zurück nach Hinwil.
«Wir spielen mehrstimmig. Eine Posaune spielt beispielsweise die erste Stimme, eine andere Posaune die zweite Stimme», erklärt Tamara Berger. Das sei ein grosser Unterschied zu den Guggenmusiken in Deutschland, die Songs eher einstimmig darbieten würden.
Spielen auf den Instrumenten selber gelernt
Aktuell spielen bei den Note-Furzern 36 Aktive – hinzu kommen die Mini-Furzer, eine aus 15 Kindern bestehende Truppe. «Unsere Gugger sind zwischen 18 und 57 Jahre alt», sagt Pascale Kummer. Sie spielt aktuell Euphonium, früher lange Posaune. «Ich habe mir das Posaunenspielen hier bei den Guggern selber beigebracht», verrät Kummer. So wie auch Andrea Eberle, die ebenfalls Posaune spielt. «Die meisten können keine Noten lesen. Wir haben stattdessen ein Nummernsystem. Jede Nummer steht für einen Knopf, den ich beispielsweise auf der Trompete drücken muss – so habe ich mir das Trompetenspiel beigebracht», sagt Tamara Berger.

Bis im März seien sie an jedem Wochenende an einem Fasnachtsanlass unterwegs, erzählt das Frauentrio. In diesem Jahr mit neuen Gewändern, die sie alle zwei Jahre neu schneidern lassen. 2025 heisst das Motto «zirkusreif».
Ihr grosses Jubiläumsfest haben die Note-Furzer bereits gefeiert: am 11. Januar mit einem grossen Platzkonzert auf dem Hinwiler Dorfplatz und anschliessend mit einer grossen Party im «Hirschen»-Saal. «Schon gegen 20.30 Uhr wurde das Bier knapp», berichtet Tamara Berger mit einem Lächeln.
Die drei Fasnächtlerinnen sitzen inzwischen an der «Furzer-Bar», die sie in ihrem Probelokal eingerichtet haben. «Wir sind eine verschworene Gemeinschaft. Auch ausserhalb der Fasnachtszeit. Das lieben wir so an unserer Guggenmusik – zudem machen wir gerne zusammen Musik», erklärt das Trio.
Kurz vor Ende des Besuchs sticht noch eine Kloschüssel ins Auge. Das sei ein Geschenk der Gugger Notewürger aus Wald zu Ehren ihres 33-Jahr-Jubiläums. Dies als Anlehnung an das Logo der Note-Furzer, das einen Gugger auf dem Klo sitzend zeigt.