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Gesellschaft

Das Oberland an der grössten Schweizer Fotoausstellung

An der Photo Schweiz Ausstellung stellen dieses Jahr wieder einige Oberländerinnen und Oberländer aus. Hier ein kurzer Einblick.

Otto Kolbs Villa in Wermatswil wird vom Fotografen Reto Guntli an der Photo Schweiz in Szene gesetzt.

Foto: Reto Guntli

Das Oberland an der grössten Schweizer Fotoausstellung

Von kunterbunt bis schwarz-weiss

Am Freitag beginnt wieder die Photo Schweiz, die grösste Werkschau, wenn es um Fotografie geht. Auch Oberländerinnen und Oberländer sind vertreten.

Salma Jarkovich, Darina Bolt

Für Fotografiebegeisterte steht eine der interessantesten Ausstellungen vor der Tür. Vom Freitag, 7. Februar, bis Dienstag, 11. Februar, stellen an der grössten Schweizer Werkschau für Fotografie über 200 Fotografinnen und Fotografen ihr Werke im Kongresshaus in Zürich aus. Darunter ist auch die Region prominent vertreten. Gleich neun Oberländerinnen und Oberländer präsentieren ihre Herzstücke. Im Folgenden eine Auswahl der Kunstschaffenden vom Glattal bis ins Tösstal, die ihre Werke dort präsentieren.

Diego Scotoni, Illnau: Von einem Dschungel in den anderen

Der 70-jährige Illnauer Diego Scotoni zeigt gleich zwei Fotoserien. Die erste handelt von exotischen Tieren und fokussiert insbesondere auf Vögel. Ein zentrales Anliegen in Scotonis Arbeiten ist der Erhalt des Regenwalds, was sich auch in dieser Serie widerspiegelt. Die zweite Fotoserie eröffnet einen Blick auf die lebendigen Strassen von Los Angeles. Obwohl hier die Stadtlandschaft im Vordergrund steht, bleibt Scotonis Faszination für die Tierwelt erhalten: Selbst in dieser urbanen Umgebung gelingt es ihm, Tiere in seine Aufnahmen einzubinden.

Michael Eggenberger, Turbenthal: Ein Händchen für Geschichten

Der freiberufliche Fotograf Michael Eggenberger aus Turbenthal stellt erneut an der Photo Schweiz aus – bereits zum vierten Mal. Den 45-Jährigen faszinieren Menschen und deren Geschichten, die er mit seiner Arbeit nacherzählt. «Eine meiner Stärken ist es, den Menschen aktiv zuzuhören», schreibt Eggenberger über die Entstehung seiner Bilder. Dies entspanne beide Seiten vor einem Shooting und helfe ihm, zur Person passende Ideen zu entwickeln. Während er letztes Jahr noch Kabarettistin Patti Basler vor der Linse hatte, porträtiert er auch dieses Mal berühmte Persönlichkeiten. Mit dabei die Schweizer Moderatorin und Künstlerin Anna Maier und der Schwinger Karim Leuppi. Dieser vereint mit tätowierten Armen und Schwingerhosen Schweizer Tradition und Moderne.

Sandra Stamm, Dübendorf: Die Schönheit der Vergänglichkeit

«Sandra Stamm – Ihre Fotografin für das nicht Alltägliche im Leben»: So bezeichnet sich die 49-jährige Dübendorferin, die ebenfalls erneut an der Werkschau teilnimmt. Dieses Jahr mit der Bildserie «Die Loslösung». Darin thematisiert die hauptberufliche Fotografin Trennung, Neuanfang und Chancen in einem neuen Lebensabschnitt. Wenig erstaunlich ist daher, dass sie das japanische Schönheitsprinzip Wabi-Sabi fasziniert, welches sich immer wieder in ihren Werken widerspiegelt. Der Begriff bezeichnet die Wertschätzung des Alterns und der Schönheit einfacher, unvollkommener Dinge. Stamms Fotografien schaffen ein Ebenbild zum Begriff.

Klaus Hoffmann, Wetzikon: Zwei Leidenschaften kombiniert

Schwarz-Weiss im Quadrat. Diese Art der Fotografie zählt zu den grossen Leidenschaften von Klaus Hoffmann. Schon seit seiner Jugendzeit verschreibt sich der Wetziker der Fotografie und entwickelte über die Jahre hinweg seinen eigenen Stil. Neben dem Fotografieren gehört auch Island zu seinen Passionen – seit 1987 bereist er den Inselstaat regelmässig. In seiner Serie an der Fotoausstellung kombiniert er diese zwei grossen Leidenschaften. Das langjährige Projekt zeigt die faszinierende Architektur in Island. Diese ist eng mit der Natur verstrickt, da sie sich an die harschen Umweltbedingungen anpassen muss. Die Aufnahmen von 1996 sind analog fotografiert worden, jene von 2024 digital.

Ginger Zalaba, Brüttisellen / Reto Guntli, Buchs : Die Bauhaus-Villa im Oberland

Ginger Zalaba ist Innenarchitektin aus Brüttisellen und Reto Guntli professioneller Fotograf aus Buchs. Bei diesen Werken geht es aber nicht um die beiden Personen hinter der Kamera, sondern um das Sujet davor: das Glashaus in Wermatswil bei Uster. Das Haus des Designers Otto Kolb, das dieser 1982 baute, ist dessen Lebenswerk. Kolbs Villa wurde von der alten Bauhauszeit inspiriert und folgt dem Prinzip des Rationalismus: Die Form folgt der Funktion. Einige Elemente sind auch spielerisch eingebaut, so etwa die vielen Treppen und ein schwebender Gang, der zwei Zimmer verbindet. Die grossen, offenen Fenster wirken einladend. Und auch heute steht das Haus für Besuchende offen. Zalaba, die Enkelin des verstorbenen Kolb, und Guntli beschlossen, das architektonische Handwerk des Designers ins Zentrum zu rücken.  

Photo Schweiz 2025

Ebenfalls an der Photo Schweiz anzutreffen sind Werke des Wetzikers Martin Altwegg, von Bettina Humm aus Dübendorf, Isabelle Sommer aus Tann, Andreas Pretali aus Tagelswangen und der Dübendorferin Ardennes Fatimah Ornati.

Die Werkschau findet vom Freitag, 7. Februar, bis Dienstag, 11. Februar, im Kongresshaus in Zürich statt, jeweils von 11 bis 20 Uhr. Ein Tageseintritt kostet Fr. 27.50 und ein Pass für das Wochenende 50 Franken.

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