Dank ihnen soll es in Pfäffikon bald einen Outdoor-Bikepark geben
Zweiter Versuch
Ein Ort zum Sporttreiben und zum Zusammenkommen. Das will der Verein Bikepark Pfäffikon ermöglichen. Sie wollen einen Ort schaffen, den Pfäffikon belebt.
Den Hügel herunterrasen, über Wellen im Boden flitzen, vielleicht sogar bei Sprüngen die Füsse von den Pedalen heben: All das kann man voraussichtlich bald in Pfäffikon. Der Verein Bikepark Pfäffikon engagiert sich dafür, dass Mountainbiker einen Übungsort in der Region haben.
Als leidenschaftliche Biker kennen die Initianten das Problem: Mountainbiker, die ihre Tricks und Fahrskills im Wald übten, stossen oft auf Konflikte mit Wanderern und Joggern. «Mit dem Bikepark schaffen wir einen Ort, an dem Biker gezielt und kontrolliert trainieren können», erklärt Giacinto In-Albon, Verantwortlicher für Kommunikation und Marketing des Vereins Bikepark Pfäffikon.
Ein Treffpunkt für alle
Der Bikepark wird aus drei verschiedenen Routen bestehen – sogenannte Biketrails. «Die Grundidee haben wir eigentlich von Bülach», sagt Martin Dörig, Vizepräsident des Vereins. Dort sahen sie, wie gut ein solcher Bikepark funktioniert. «Da dachten wir: Warum nicht in Pfäffikon?» Roger Hartmeier, Präsident des Vereins, ergänzt: «Die grossen Spots wie Lenzerheide oder Flumserberg sind weit weg und mit zeitlichem Aufwand verbunden.» Ein regionaler Park sei ökologischer und einfacher zu erreichen.
Die drei geplanten Routen sind nach Schwierigkeitsgrad unterteilt. Es gibt eine blaue Route, die für Anfänger geeignet ist, eine rote «Techline» für Skill-Training und eine violette «Jumpline» für Sprünge. In-Albon beschreibt: «Es ist alles rollbar, sodass niemand springen muss, wenn er nicht will. Der Park soll für alle zugänglich sein.» Eintritt muss nicht bezahlt werden.
Der Verein Bikepark Pfäffikon hofft auf regen Zulauf von Bikern und Familien. «In Bülach sieht man viele Familien mit kleinen Kindern, die ihre ersten Fahrversuche machen», berichtet Hartmeier. Dort, wo das Ziel der Trails geplant ist, gibt es bereits eine Feuerstelle. Der Verein möchte diese noch verschönern und ausbauen. «Ob Biker oder nicht, alle sollen dort ihre Wurst bräteln können.»
Pflanzen, Bäume und Pilze werden immer noch dort sein
Der Park wird mit grosser Rücksicht auf die Natur gestaltet. «Die Trails sind maximal einen Meter breit und werden aus Erde und Holz bestehen», erklärt Dörig. Der Verein zieht auch einen Förster bei. Dieser weiss, wie man solche Trails in die Natur einbettet, ohne sie zu verletzen.

Eine Massnahme, die nötig ist, wie nachfolgendes Beispiel zeigt: Eine ältere Frau brachte ihre Sorge zum Ausdruck, dass sie möglicherweise ihre geliebten Pilze nicht mehr sammeln könne. «Wir haben ihr erklärt, dass die Wege so angelegt sind, dass der Eingriff in die Natur auf ein Minimum beschränkt bleibt.» Der Wald bleibt lebendig, es werden keinerlei Bäume gefällt. «Sie wird auch weiterhin Pilze sammeln können – und wird vielleicht sogar nette Begegnungen dabei haben», sagt In-Albon mit einem Lächeln.
Ohne Steuergelder finanziert
Sorgen machen sich Leute aus der Bevölkerung, laut Dörig, auch über ihre Steuergelder. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf 130’000 Franken. Bezahlt wird das Ganze durch Mitglieder, Gönner und Sponsoren des Vereins. Gegenüber skeptischen Stimmen in der Bevölkerung betont Dörig klar: «Es fliessen keine Steuergelder in das Projekt. Die Gemeinde stellt uns das Land zur Verfügung, aber die Finanzierung erfolgt vollständig aus Vereinsmitteln.»
Aktuell befindet sich das Projekt in der Baubewilligungsphase. «Wir hoffen, spätestens im Frühling 2026 mit dem Bau starten zu können», sagt In-Albon. Bis dahin bleibt Zeit, die Anlage an finanziellen Mitteln aufzustocken und weitere Mitglieder für den Verein zu gewinnen.
Spürbares Verlangen nach Biketrails
Trotz vereinzelter Skepsis am Bikepark ist das Interesse der Bevölkerung gross. Ein Facebook-Post mit einem Bild einer Informationstafel zum Park erhielt viele positive Reaktionen. «Die Rückmeldungen zeigen uns, dass das Verlangen nach einem solchen Angebot da ist», so In-Albon.
Das Bedürfnis nach einem Biketrail ist nicht nur online spürbar. Das Gelände wird von Jugendlichen jetzt schon illegal benutzt, um ihre Tricks zu üben. Provisorische Bauwerke helfen, den Spassfaktor zu erhöhen. Sogenannte «Tables» wurden gebaut. Das sind Bretter, die als Hindernisse dienen und mit dem Mountainbike überfahren werden.
Dafür wird Material auch mal zweckentfremdet: Markierungspfosten für den neuen Trail wurden zu einer Art Schanze umfunktioniert.
Etwas Neues für Pfäffikon
Vor zehn Jahren gab es in Pfäffikon schon einen Versuch für einen Bikepark. Ein Indoor-Park, der dann aber geschlossen wurde. In-Albon stellt aber klar: «Wir haben nichts mit diesem Projekt zu tun. Der geplante Bikepark ist ein komplett neues Konzept.» Der Indoor-Park bot Pumptracks, die in einer Halle installiert waren, während die neuen Biketrails natürliche Wege an der frischen Luft bieten – ausgestattet mit Wellen, sanften Kurven und Tables.
Mehr Infos zum Bikepark unter www.bikeparkpfaeffikon.ch.