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Dürnten tauscht den Anbieter für die Jugendarbeit aus

Was wohl der Grund sein wird? In Dürnten soll eine neue Stiftung die Jugendarbeit übernehmen.

Der Jugendraum in Dürnten bleibt bestehen. Der Anbieter für die Jugendarbeit in der Gemeinde wird allerdings ausgetauscht. (Symbolbild)

Foto: Mirjam Müller

Dürnten tauscht den Anbieter für die Jugendarbeit aus

Trotz Zufriedenheit mit Mojuga

Die Gemeinde Dürnten hat eine neue Stiftung für die Jugendarbeit auserkoren. Die Gründe für diesen Schritt bleiben ziemlich undurchsichtig.

Noch im März eröffnete die in Dürnten seit 2013 aktive Stiftung für Jugendarbeit, Mojuga, im historischen Schulgebäude A in Tann einen neuen Jugendraum. Laut der Gemeinde ist er mittlerweile gut besucht. Die Dürntner Jugend scheint an der neuen Lokalität also Gefallen gefunden zu haben. Und auch die übrigen Angebote der Jugendarbeit, der offenen Turnhalle, den temporären Streetsoccer-Anlagen im Sommer und dem bis im Frühling aktive Mojuga-Mobil wurden stets rege genutzt.

Dennoch sah sich die Gemeinde hinsichtlich des Beschaffungsrechts nach eigener Aussage dazu verpflichtet, ein Submissionsverfahren durchzuführen. Mittlerweile ist klar, dass sich die Gemeinde zu einem Trägerschaftswechsel entschieden hat. Ab dem neuen Jahr wird sich die im Oberland bislang eher unbekannte Stiftung Soziokultur Schweiz aus Zürich um die Jugendarbeit in Dürnten kümmern.

Schwer nachvollziehbar

Der Entscheid der Gemeinde ist etwas schwer nachvollziehbar. Zumal der Gemeindeschreiber Daniel Bosshard auf Anfrage mitteilt: «Während der fast zwölfjährigen Präsenz der Mojuga in Dürnten haben sich diverse Aktivitäten zu festen Bestandteilen von Veranstaltungen etabliert, und die Mojuga-Banner sind zu klaren Symbolen geworden.»

Auch das farbige Treffmobil sei über Jahre hinweg eine zentrale Anlaufstelle auf dem Gemeindeparkplatz gewesen, bis im alten Schulhaus Nauen die Eröffnung des Jugendraums folgte. Die Bemühungen von Mojuga seien stets sichtbar gewesen und hätten den Jugendlichen eine gute Basis für den Austausch geboten.

Das beste Angebot?

Gemäss Bosshard seien beide Anbieter zweifellos in der Lage, die Anforderungen der Gemeinde zu erfüllen. «Dies zeigt sich auch in der Tatsache, dass beide Unternehmen bereits in zahlreichen Städten beziehungsweise Gemeinden aktiv sind und über solide Erfahrungen in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen verfügen», so der Gemeindeschreiber. Entsprechend seien auch die Ergebnisse der Referenzabklärungen in den verschiedenen Gemeinden ausgefallen.

Das vorteilhafteste Angebot nach Massgabe aller Kriterien habe allerdings die Stiftung Soziokultur Schweiz aus Zürich offeriert. Was die neue Anbieterin zur Besseren macht, sprich, weshalb sich Dürnten für eine neue Stiftung entschieden hat, bleibt auch nach Anfrage bei der Gemeinde ungewiss. «Nach dem Vergabeentscheid des Gemeinderats wurde das Submissionsverfahren per Ende Oktober beendet», sagt Bosshard.

Zwei Jugendliche sitzen und stehen vor einem Wohnmobil.
Bis im Frühling war das Mojuga-Mobil auch regelmässige Anlaufstelle für die Jugendlichen in Dürnten. (Archiv)

Die Kommunikationsstelle der Stiftung Mojuga in Bubikon wollte sich zum Entscheid mit Verweis auf die Gemeinde Dürnten derweil nicht äussern.

In welcher Kostenkategorie sich die jeweiligen Angebote der beiden Anbieter genau bewegten , ist nicht zu eruieren, da die Gemeinde die Details aus den Submissionsgeschäften nicht öffentlich macht. Bekannt ist lediglich, dass sich die budgetierten Kosten der Gemeinde Dürnten auf 200’000 Franken pro Jahr belaufen.

Möglichst nahtloser Übergang

Dass der Anbieter für die Jugendarbeit ausgetauscht wird, sollte nun einige Veränderungen nach sich ziehen. Besonders die Dürntner Jugend wird sie wahrnehmen. Allerdings soll gemäss der Vereinbarung mit Mojuga, die bis Ende Jahr Gültigkeit hat, der Jugendraum noch bis Mitte Dezember geöffnet bleiben. In der offenen Turnhalle wurde in diesem Jahr am 7. Dezember zum letzten Mal ein Treffen durchgeführt.

Parallel will die Gemeinde die Vereinbarungen mit der neuen Stiftung treffen, damit die Jugendarbeit trotz dem Wechsel für die Kinder und Jugendlichen möglichst ohne Unterbrechung weitergeht.

«Beim Übergang ab Mitte Dezember bis im kommenden Februar kann es allenfalls zu reduzierten Angeboten kommen», betont Bosshard. Eine komplette Unterbrechung wolle man aber unbedingt vermeiden. So will Dürnten die Jugendraum-Öffnungszeiten sicherstellen und die erste Durchführung der Aktivitäten in der offenen Turnhalle durch eine Überbrückung von Mojuga gewährleisten.

Ein Gemeindehaus von aussen.
Ob sich der Entscheid der Gemeinde bezahlt macht, wird sich in der Zukunft zeigen müssen. (Archiv)

«Dem Gemeinderat ist wichtig, dass beim Trägerschaftswechsel und der Übergangsphase die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im Fokus aller Beteiligten bleibt», sagt Bosshard abschliessend.

Anliegen prüfen

Der Präsident der neu für Dürnten verantwortlichen Jugendarbeit Soziokultur Schweiz, Raoul Rosenberg, freut sich auf die neue Aufgabe. «Wir schätzen uns glücklich, dass wir die Kriterien der Ausschreibung am besten erfüllen.» Die Stiftung verfüge schon über viel Erfahrung und sei mit verschiedensten Ausbildungsstätten bestens vernetzt.

Was die Aufgabe in Dürnten betreffe, so will die Stiftung die bisherigen Angebote genau prüfen und sie an den Bedürfnissen der Jugend ausrichten. «Es ist uns wichtig, dass wir zusammen mit den Jugendlichen den noch neuen Jugendraum attraktiver gestalten und Anliegen der Jugendlichen aufnehmen können», betont Rosenberg.

Die Soziokultur Schweiz fördert soziokulturelle Aktivitäten in der ganzen Schweiz und auf kommunaler Ebene. Die Stiftung Soziokultur Schweiz will damit zum Wohlbefinden aller Generationen beitragen, das Zusammenleben stärken sowie die Freiwilligenarbeit und Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche fördern. Sie ist nicht gewinnorientiert und berücksichtigt auch keine Finanzierungsgesuche.

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