Turbenthaler können bei den Wassergebühren sparen
270 Franken pro Haushalt
Wie kann die Bevölkerung von den guten Jahresergebnissen der Gemeinde profitieren? Turbenthal setzt bei den Wassergebühren an.
Am 9. Dezember stimmen die Turbenthalerinnen und Turbenthaler über das Budget 2025 und die Steuerfüsse ab. Bereits an der Versammlung im Juni äusserten Vertreter der FDP das Anliegen, die Steuern künftig zu senken.
Der Turbenthaler Gemeinderat hat deshalb im Vorfeld der Versammlung das Gespräch mit dem Parteivorstand gesucht. Eine Senkung des Steuerfusses um zwei Prozentpunkte lehnt er ab, wie er in seinem jüngsten Verhandlungsbericht schreibt. Denn diese hätte negative Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen.
«Neben dem jährlichen Verlust von Steuereinnahmen im Umfang von rund 170’000 Franken würde ab 2027 auch eine Kürzung des Finanzausgleichs um zirka 350’000 Franken erfolgen», argumentiert er.
Insgesamt würden somit Mittel von über einer halben Million Franken pro Jahr fehlen. «Im Hinblick auf die geplanten Investitionsvorhaben in den nächsten Jahren wäre dies sehr nachteilig», ist der Gemeinderat überzeugt.
270 anstatt 30 Franken
Trotzdem sieht der Gemeinderat ein, dass die Bevölkerung den Wunsch hat, von den guten Rechnungsergebnissen der letzten Jahre zu profitieren. 2023 verbuchte Turbenthal beispielsweise einen Gewinn von 1,8 Millionen Franken.
Eine Steuersenkung würde die Mehrheit aber kaum spüren. Denn laut dem Bericht beträgt das durchschnittliche steuerbare Einkommen in Turbenthal rund 40’000 Franken. Ein um zwei Prozentpunkte tieferer Steuerfuss würde bei diesem Einkommen eine jährliche Ersparnis von 30 Franken bedeuten.
Der Gemeinderat will deshalb einen anderen Weg gehen – und zwar bei den Wasser- und Abwassergebühren. Pro Jahr bezahlt jeder Haushalt 135 Franken für die Wasserversorgung und 135 Franken für die Abwasserentsorgung.
Im kommenden Jahr will der Gemeinderat auf diese Gebühren verzichten – jeder Haushalt spart damit 270 Franken. «Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist dies massiv mehr, als bei einer Senkung des Steuerfusses resultieren würde», schreibt er.
Da die Gebührengelder über sogenannte Spezialfinanzierungskonti abgewickelt werden, ist der Gemeindehaushalt davon nicht betroffen.
«Die Lösung ist somit für beide Seiten vorteilhaft.» Der Ausfall von insgesamt 640’000 Franken Geldern an Gebühren ist für den Gemeinderat verkraftbar. Ende 2023 lagen auf den beiden Spezialkonti nämlich jeweils rund 5,5 Millionen Franken.