Das Wunder von Dürnten stammt aus ihren Händen
Dutzende handgemachte Figuren
Bis Weihnachten dauert es noch ein paar Wochen, doch im Garten-Center Meier versprüht eine besondere Installation bereits Vorfreude auf das Fest.
17 Meter misst die Krippenszenerie, die ab Samstag bis zum 21. Dezember im Garten-Center Meier in Dürnten im Obergeschoss ausgestellt ist. Wer sich etwas zu den kleinen Figuren hinunterbeugt, entdeckt viele liebevolle Details. Zu zahlreichen verwendeten Materialien erzählt Hanny Roduner eine unterhaltsame Geschichte.
«Die Figuren, deren Arme und Beine biegsam sind, umwickle ich mit Tricot-Stoffbändern», erklärt sie lächelnd. «Hier ist mein Lebenswerk ausgestellt», betont die 77-Jährige. Seit über 50 Jahren stellt sie Krippenfiguren her und gestaltet aufwendige Szenerien. Auch die gesamte Kulisse, die Bethlehem vor 2000 Jahren zeigt, stammt aus ihren Händen.
Mit zwei Krippenfiguren begann alles. «Ich habe einen Kurs besucht und war sofort fasziniert von der Arbeit mit den Krippenfiguren. Vor allem davon, dass man ihre Arme und Beine beigen und so Emotionen darstellen kann.» So ist David, die neueste Figur der Krippenkünstlerin, mal als trauriger Junge mit den Händen vor dem Gesicht zu sehen oder als neugieriger Junge mit den Händen hinter dem Rücken.
Hanny Roduner lässt den Hirtenjungen David durch die üppige Krippenszenerie wandern, wo Maria und Joseph, die drei heiligen Könige, zwei Fischer am See Genezareth, römische Soldaten und Kamele zu sehen sind – auf dem Weg zur Krippe des neugeborenen Jesuskindes wandeln. «Mit dem kleinen David erzähle ich auch meine eigene Version zur Christrose, die ich in meine Darstellung integriert habe», erzählt sie.
Ihr Wissen zur Herstellung von Krippenfiguren, die bis zu 72 Zentimeter gross sein können, gibt sie in zahlreichen Kursen weiter. Eine ganze Ferienwoche in Sils Maria kann gebucht werden, um eigene Figuren zu gestalten.
«Schon im April habe ich angefangen, die Szenerie zu gestalten. Die Krippenfiguren lagere ich zu Hause, zudem besitze ich ein Lager, in dem viel Zubehör und Kulissenelemente verstaut sind», verrät Hanny Roduner. Sie läuft das ganze Jahr mit «Krippenaugen» durch die Welt – immer auf der Suche nach Materialien, die in ihrer Krippe Platz finden könnten.
«Der Armreif, den diese Krippenfigur trägt, ist ein echter, kleiner Zehenring, welche die Beduinen tragen.» Dieses Tischset stamme original aus Burma – hier dient es in der Synagoge als Teppich.
Die Kampfschilder der Römer hat sie mit Zinn verziert. Das stammt von alten Weinflaschen edler Sorten, deren Flaschenhals mit dem gut formbaren Material ummantelt sind. Zudem hat sie einen alten Waschlappen zum Dach eines Reisewagens umfunktioniert.
Mit ihren Krippen hat sich die gebürtige Stadtzürcherin auch international einen Namen gemacht. In zahlreichen Kirchen in der Schweiz sind ihre Figuren zur Weihnachtszeit zu sehen.
Während der Pandemie 2021 war ihre Krippe in der Wasserkirche in Zürich ausgestellt: «7500 Besucher konnten wir begrüssen. Dass ich jetzt, mit 77 Jahren, eine 17 Meter lange Krippe zeigen kann, hätte ich mir nie träumen lassen.»
Viele Besucher haben sich bereits eine dauerhafte Ausstellung der Krippe gewünscht, erzählt Roduner. Ihre Szenerie zeigt das Leben vor 2000 Jahren in vielen Facetten und nicht nur im Hinblick auf die Geburt Jesus. «Ich könne mir Schulklassen vorstellen, welche diese Jahreskrippe besuchen und geschichtliche Hintergründe erfahren.»
Krippe ist bis am 21. Dezember im Garten-Center Meier zu sehen
Die Krippenausstellung im Garten-Center Meier, Kreuzstrasse 2 in Dürnten, ist vom 9. November bis zum 21. Dezember im Obergeschoss zu sehen. Die Ausstellung ist jeweils von Montag bis Samstag von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen zu den Kursen von Hanny Roduner: www.krippenfigurenkurse.ch