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Gesellschaft

«Dieses Problem lässt sich nicht allein in Dübendorf lösen»

In Dübendorf ist Graffiti ein ständiges Problem. Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid gibt Auskunft, wie man den Sprayern zu Leibe rücken will.

Vor dem Fussballspiel GC gegen FCZ wurden Mitte Oktober mehrere Gebäude in Dübendorf versprayt.

Foto: David Marti

«Dieses Problem lässt sich nicht allein in Dübendorf lösen»

Vandalismus in Dübendorf

Nach der Graffiti-Attacke im Dübendorfer Zentrum vor einigen Tagen nimmt Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid Stellung. Er hofft, die Fanproblematik mit Hilfe einer Taskforce besser in den Griff zu bekommen.

Herr Schmid, Sie sagten im vergangenen Juli im Parlament: «Jedes Graffiti ist eines zu viel.» Nun haben Anhänger der beiden Stadtzürcher Fussballmannschaften Dübendorf heimgesucht und beinahe jede Wand im Zentrum versprayt. Gibt es zu diesem Vandalismus überhaupt noch passende Worte, oder ist man bei der Stadt schlicht konsterniert, was da passiert ist?

Hanspeter Schmid (Die Mitte): Klar, das ist nicht akzeptabel. Wir hoffen, dass wir mit den Ermittlungen die Täter ausfindig machen können.

Gibt es denn schon Anzeichen eines Ermittlungserfolgs?

Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, kann ich nichts dazu sagen. Die Kantonspolizei Zürich hat die Ermittlungen aufgenommen.

Graffiti sind ein Dauerthema in Dübendorf. Müssen sich Hausbesitzer einfach damit abfinden, dass Sprayereien zum Alltag gehören?

Graffiti ist momentan ein leidiges Thema in der Stadt Dübendorf, und es gilt sicherzustellen, dass dies nicht zum Alltag wird. Dank des Tiefbauamts sind bereits vier Arbeitstage nach dem Vorfall sämtliche Graffiti von städtischen Liegenschaften entfernt worden. 

Wir können schon hinter der Aussage stehen, dass es ein Problem gibt.

Hanspeter Schmid (Die Mitte)

Stadtrat Dübendorf

Und bei den privaten Hausbesitzern?

Auch private Hausbesitzer werden gebeten, solche Verunreinigungen möglichst zeitnah zu beseitigen, um das Stadtbild sauber und einladend zu erhalten.

Ein Mann und ein Laptop.
Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid befürchtet, dass das Geld zur Entfernung der Graffiti gegen Ende Jahr knapp wird. (Archiv)

Im letzten Jahr hat es 128 Anzeigen von privater und öffentlicher Seite gegeben – fast doppelt so viele wie 2022. Die Stadt hat ein Graffiti-Problem.

Wir können schon hinter der Aussage stehen, dass es ein Problem gibt. Doch dieses lässt sich schlichtweg nicht allein in Dübendorf lösen. Es sind zahlreiche Gemeinden von solchen Schmierereien betroffen. Mit Repression und einer konsequenten Aufklärung können wir versuchen, solche Vorfälle einzudämmen. Hoffnung schöpfe ich aus Massnahmen wie der Taskforce «Sport», die Regierungsrat Mario Fehr eingesetzt hat. Mit dieser soll die Fanproblematik angegangen werden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir unsere Inputs in die Arbeit der Taskforce einfliessen lassen können.

Die Stadt hat auch ein Graffiti-Konzept, das bis 2025 läuft und danach beurteilt wird. Kann man jetzt schon sagen, dass dieses Papier Extremereignisse wie den Saubannerzug durch Dübendorf nicht verhindern kann?

Bereits im September haben wir das Thema Graffiti in der Freiraumkommission  erneut aufgegriffen. Die Verwaltung wird eine Auswertung vornehmen und prüfen, ob die Massnahmen genügen oder ob sie zu wenig sind. Beim Verfassen des Positionspapiers haben wir uns auch an Konzepte anderer Städte in vergleichbarer Grösse orientiert.

Das Konzept beinhaltet auch das rasche Entfernen der Graffiti auf städtischen Liegenschaften. 60’000 Franken sind dafür budgetiert, reicht das Geld für dieses Jahr überhaupt noch, wenn man die zahlreichen Schäden in der Stadt berücksichtigt?

Über die Höhe der Schäden kann noch nichts gesagt werden. Das Budget ist zumindest bis September noch nicht ausgeschöpft worden. Ich gehe aber davon aus, dass das Geld eher knapp werden könnte.

Zu Präventionszwecken wurde auf dem Lindenplatz eine mobile Überwachungskamera aufgestellt. Allerdings erst nach dem Graffiti-Vorfall vom Freitagabend. Böse Zungen würden von einer Alibi-Übung sprechen.

Von einer blossen Alibi-Übung zu sprechen, ist zu einfach gesagt. Es gab schon Fälle, bei denen die Täter am nächsten Tag nochmals zurückgekommen sind. Aber klar, die Kamera ist sehr gut sichtbar.

Wie lange darf eine solche Kamera überhaupt an einem Standort sein?

Nach Polizeigesetz darf sie 30 Tage am selben Ort stehen bleiben.

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