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Gesellschaft

Das Warten hat ein Ende: Die Usterstrasse ist wieder offen

Ein Rekurs zu Beginn der Sanierung führte zu einem leichten Bauverzug, dessen Auswirkungen erst beim Abschluss der Arbeiten zu spüren waren.

Ab sofort kann die Usterstrasse in Wetzikon wieder befahren werden.

Foto: Simon Grässle

Das Warten hat ein Ende: Die Usterstrasse ist wieder offen

Sanierung in Wetzikon abgeschlossen

Dank warmem Herbstwetter konnte die Sanierung noch rechtzeitig abgeschlossen werden. Ein breiterer Gehweg und neue Grünflächen zieren die Strasse.

«Es ist eine hochkomplexe Aufgabe, die Usterstrasse mit allen anstehenden Arbeiten zu planen und zu sanieren», sagte Heinrich Vettiger (SVP) damals an der Info-Veranstaltung im April 2023, bei der die Mitwirkung der Bevölkerung im Fokus stand.

Eineinhalb Jahre später kann er sagen: «Es hat funktioniert.» Die Usterstrasse in Wetzikon wurde während der letzten acht Monate im Abschnitt zwischen der Zürcher- und der Haldenstrasse für knapp zwei Millionen Franken saniert.

Um die erforderlichen Arbeiten zügig voranzutreiben und für schutzwürdige Interessen, war der Strassenabschnitt für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt. Das Ziel dabei war es, einen Verkehrskollaps auf der Umleitungsroute während der Bauarbeiten zu verhindern. Und dieses wurde erreicht.

Dario Erismann, der Leiter Abteilung Tiefbau der Stadt Wetzikon, bestätigt: «Wir ziehen ein gutes Fazit.» Alle Liegenschaften hätten während der Bauzeit weiterhin befahren werden können, die Zusammenarbeit mit der Bauunternehmung sei tadellos gelaufen, und die Qualität der finalisierten Arbeiten würden sich zeigen lassen.

Mehr Fahrzeuge als am Gotthard

Einfach war die Planung nicht. Im Gegenteil. Wie Erismann erzählt, gibt es an der Mediker Kreuzung nämlich mehr Verkehr als am Gotthard. Bis zu 28’000 Fahrzeuge pro Tag nutzen die Zürcherstrasse an einem normalen Wochentag. Nun musste diese Strasse im Abschnitt zwischen der Mediker Kreuzung und der Usterstrasse in diesen acht Monaten zusätzlich als Umleitung dienen.

Dabei musste sichergestellt werden, dass auf der Umleitungsroute durch wirkungsvolle Massnahmen genügend Platz zur Verfügung stand, um eine Verschlimmerung der Verkehrssituation zu verhindern. «Zugunsten des Verkehrsstroms nahmen wir Anpassungen am Lichtsignal vor, um ausreichend Grünzeit zu erreichen», verrät Erismann.

Verzug wegen Rekurs

Kurz vor Beginn der Bauarbeiten, im Februar, wehrten sich ausserdem einige Anwohner aus Robenhausen mit einem Rekurs gegen die Verkehrsanordnung der Stadt. Sie befürchteten wegen der Sperrung Schleichverkehr durchs Quartier und forderten zusätzliche Massnahmen von der Stadt.

Dies führte zu einer leichten Verzögerung von zirka zwei Wochen, wie Vettiger erklärt. «Wir konnten uns zum Glück schnell mit den Rekurrenten einigen, ein Bauverzug liess sich jedoch nicht vermeiden.» Das Ausmass davon hätte sich erst jetzt gezeigt, als sie noch vor der kalten Jahreszeit alle Arbeiten abschliessen mussten.

«Zum Glück ist der Herbst bisher mild und trocken, sonst hätten die Belagsarbeiten auf nächsten Frühling verschoben werden müssen», erklärt Vettiger.

Was ist neu?

Jetzt ist die Strasse wieder offen und befahrbar. Wie Erismann erklärt, sei im Untergrund viel gemacht worden. So wurden die Leitungen für Wasser, Strom, Gas und die Kanalisation erneuert. Die Liegenschaften an der Usterstrasse würden die ersten sein, die Ende 2026 an die Fernwärme angeschlossen werden. «Die Leitungen sind jetzt schon eingebaut und parat, damit die Strasse nicht noch einmal geöffnet werden muss», erklärt Erismann. Nebst den Untergrundarbeiten wurde Folgendes gemacht:

  • Die Fahrbahn der Strasse ist auf fünf Meter vereinheitlicht worden.
  • Zusätzlich zu den fünf Metern Fahrbahnbreite gibt es neu einen Radweg mit einer Breite von 1,80 Meter, der im Rahmen des Agglomerationsprogramms vom Bund mitfinanziert wurde.
  • Die Lärmschutzwand musste aufgrund der neuen Strassenbreite verschoben werden. Sie wurde gleichzeitig erneuert.
  • Alle Gehwege wurden aus Sicherheitsgründen auf mindestens zwei Meter verbreitert und im Bereich der Schulen sogar auf zweieinhalb Meter, damit Kinder problemlos nebeneinander laufen können.
  • Die Querungsstellen wurden mit einer Schutzinsel ausgestattet, damit man die Strasse etappenweise queren kann.
  • Der Grünraum rund um die Usterstrasse wurde aufgewertet und eine Hitzeminderung im Strassenraum eingebaut. Dafür werden beispielsweise Grünflächen eingesetzt und nicht, wie man es früher getan hätte, Pflastersteine. So wurden Restflächen längs der Strasse entsiegelt und naturnah begrünt.
  • Der Gehweg von der Grundstrasse zur Usterstrasse wurde erneuert.
  • Die Zufahrten zu den Liegenschaften wurden optimiert.

Restarbeiten bis Ende Jahr

Ein Projekt, das erst etwas harzig begonnen hat und mit einem kurzen Schreckmoment endete, ob die Belagsarbeiten nun noch dieses Jahr durchgeführt werden können oder nicht, ist nun abgeschlossen. «Im Allgemeinen bin ich mit dem Verlauf des Bauprozesses sehr zufrieden, und die Usterstrasse konnte für alle Verkehrsteilnehmenden optimiert und aufgewertet werden», sagt Vettiger.

Bis Ende Jahr laufen noch einige Restarbeiten, wie das Installieren des neuen «smarten» Beleuchtungssystems, das situativ gedimmt werden kann. Der Verkehr wird dadurch aber nicht mehr eingeschränkt.

Verkehrsfluss während der Bauzeit

Stadteinwärts

– 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer nutzten die offizielle Umleitung via Zürcherstrasse
20 Prozent der Verkehrsteilnehmer mit Fortsetzung über die Haldenstrasse
80 Prozent der Verkehrsteilnehmer mit Fortsetzung über die Weststrasse

– 40 Prozent der Verkehrsteilnehmer nutzten die Seegräbnerstrasse

– 2 Prozent der Verkehrsteilnehmer nutzten die Schönenwerdstrasse

– Zirka 10 Prozent der Verkehrsteilnehmer fuhr eine Route ausserhalb des Untersuchungsperimeters oder nutzte ein anderes Verkehrsmittel

Stadtauswärts

– 70 Prozent der Verkehrsteilnehmer nutzten die offizielle Umleitung via Zürcherstrasse

– 20 Prozent der Verkehrsteilnehmer nutzten die Seegräbnerstrasse

– 3 Prozent der Verkehrsteilnehmer nutzten die Schönenwerdstrasse

– Zirka 8 Prozent der Verkehrsteilnehmer fuhr eine Route ausserhalb des Untersuchungsperimeters oder nutzte ein anderes Verkehrsmittel

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