Gesellschaft

Diese Oberländer Postfilialen soll es so nicht mehr geben

Die Post strukturiert um – mit schweizweiten Konsequenten für die traditionellen Postfilialen. Auch im Oberland sind deren zwei betroffen.

Bis 2028 sollen 170 klassische Postfilialen weichen – so auch die in Kollbrunn bei Zell. (Archiv)

Foto: Zueriost

Diese Oberländer Postfilialen soll es so nicht mehr geben

Umwandlung statt Schliessung

Im Mai wurde die Umstrukturierung von rund 170 Postfilialen angekündigt. Jetzt ist klar: Auch im Oberland sind Standorte betroffen. Doch von Schliessung ist keine Rede.

Im Juni 2024 gab die Schweizerische Post bekannt: Bis 2028 soll es noch 600 Poststellen und insgesamt 2000 bediente Standorte des Unternehmens geben. Damit müsste die Post in den nächsten vier Jahren rund 170 Filialen schliessen.

Welche Filialen davon betroffen sind, war damals noch unklar. Jetzt, rund fünf Monate später, steht fest: Im Kanton Zürich sind von aktuell 97 Filialen deren 12 «potenziell von der Umwandlung betroffen» – von Schliessung ist derweil keine Rede mehr.

Denn stattdessen sollen die Filialen umgewandelt werden. So auch die zwei im Oberland betroffenen Standorte in Bäretswil und Kollbrunn.

Neben den beiden Standorten im Zürcher Oberland sollen zehn weitere Filialen umgewandelt werden: in Bachenbülach, Dällikon, Elgg, Erlenbach, Feuerthalen, Rafz, Unterengstringen, Winterthur am Deutweg, Zürich Urania und Zürich Riesbach.

Von der Umstrukturierung am stärksten betroffen ist der Kanton Bern; dort könnten von 95 Filialen 25 geschlossen werden.

Umwandlung statt Schliessung

War im Mai noch von Filialabbau die Rede, sucht die Post laut eigener Meldung nun äquivalent zu den 170 gestrichenen Standorten nach rund 170 Filialpartnern. Dieses Modell der Partnerfilialen habe sich seit Jahren bewährt, wie sich Roberto Cirillo, CEO der Schweizerischen Post, zitieren lässt.

Das Modell der Partnerfilialen

Neben klassischen Postfilialen stehen die Dienstleistungen des Unternehmens auch heute schon in Partnerfilialen zur Verfügung. So beispielsweise in Supermärkten, Kiosken oder beim Bäcker. Oftmals sind in diesen Partnerfilialen fast alle Angebote verfügbar, die es auch in den klassischen Filialen gibt. So unter anderem die Sendungsaufgabe von Briefen und Paketen, der Verkauf von Briefmarken, die Sendungsabholung, Geldbezug und Überweisungen.

Bis Ende 2028 will die Post für jede der betroffenen 170 Filialen eine Lösung finden. Ziel sei es, dass das Filialnetz bis dahin aus rund 600 eigenen Filialen und 1400 Filialen mit Partnern bestehe. Was das konkret für die betroffenen Filialen und deren Mitarbeitende bedeutet, ist aktuell noch nicht klar.

Noch im Mai verlautete die Post, es komme durch die Umstrukturierung nicht zu Kündigungen. Denn trotz der Reduktion der Arbeitsstellen rechne das Unternehmen mit höherem Rekrutierungsbedarf. Laut Postchef Cirillo würden auch Stand heute keine Arbeitsplätze abgebaut.

Massnahmen für die Zukunft

Grund für die bis 2028 andauernde Umstrukturierung ist der Wandel der Zeit: weniger Briefe, weniger Einzahlungen, weniger Kunden in den Filialen. Mit der Nutzung der digitalen Dienste sei in den letzten Jahren die Auslastung der traditionellen Filialen gesunken.

Roberto Cirillo, Konzernleiter Schweizerische Post, spricht waehrend einer Medienkonferenz der Schweizerischen Post zur Strategie des Filialnetzes, am Dienstag, 29. Oktober 2024 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Roberto Cirillo, CEO der Schweizerischen Post, redet von einer drastischen Marktentwicklung.

Die Post handle deshalb jetzt für die Zukunft – denn sie wolle auch dann noch ohne Steuergelder bestehen können. «Die Entwicklungen am Markt sind drastisch. Damit wir weiterhin an 2000 bedienten Standorten für unsere Kunden persönlich präsent sein können, handeln wir. Dafür benötigen wir weiterhin den notwendigen unternehmerischen Spielraum. Stillstand ist für uns keine Option», so Cirillo.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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