Wie das Inventar der schützenswerten Ortsbilder Schadensbegrenzung betreibt
Verdichtung als Seiltanz
Was macht Ortsbilder attraktiv? Laien würden sie subjektiv bewerten. Doch es gibt Fachleute, die nach strikten Kriterien Einteilungen vornehmen. Rüti darf sich diesbezüglich glücklich schätzen.
Manche betrachten sie als Schreckgespenst, andere als Chance. Kürzlich steckten an einer vom Schweizer Verband für Raumplanung (Espace Suisse) organisierten Fachtagung in Rüti Denkmalschutzbeauftragte, Verkehrsplaner, Raumplaner, Juristen und andere Fachpersonen ihre Köpfe zusammen, um sich einer Thematik zu widmen, die selbst für Experten in vielerlei Hinsicht Neuland darstellt: die Erhaltung von Ortsbildern trotz baulicher Verdichtung.
Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf einem belebten Ortszentrum, immissionsarmen Räumen, Baukultur und Ästhetik, Identität und Geschichte, Dienstleistungen und soziokulturellen Angeboten, Fussgänger – und Veloinfrastruktur sowie öffentlichen Verkehrsmitteln.
Weshalb die Tagung ausgerechnet in Rüti stattfand, erklärte Giusto Aurora vom Bundesamt für Kultur. Er ist der stellvertretende Leiter Dienst des Inventars für schützenswerte Ortsbilder der Schweiz (ISOS). «Rüti ist ein wichtiges Beispiel für die gelungene Erhaltung eines Ortsbilds.» Rüti entwickelte sich im 19. Jahrhundert von einem Bauerndorf zu einem Textilindustriedorf, das grosse Wandlungen durchmachte. Dennoch behielt die Gemeinde ihre charakteristischen, baulichen Eigenschaften. Aber dazu später mehr.

