Hinwil packt die Neugestaltung des Bahnhofsareals an
Nächstes Grossprojekt
Die Ortsdurchfahrten sind fertig. Jetzt soll beim Bahnhof endlich ein neuer Platz mit einer Begegnungszone entstehen.
Zwei Jahre lang war das Zentrum von Hinwil zuletzt eine Grossbaustelle. Mit einem Strassenfest im Juni feierte die Gemeinde das Ende der Bauarbeiten an den Ortsdurchfahrten. Schon damals war aber klar, dass weitere Grossprojekte warten.
Noch sammelt die Politik Ideen für einen neuen Gemeindeplatz. Bereits einige Schritte weiter ist inzwischen die Neugestaltung des Areals nördlich des Bahnhofs. Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) fasste am Dienstagabend bei der Vorstellung der Pläne für den Bahnhofplatz die Projekte als eine Trilogie zusammen. Es gelte der Leitsatz: «Wir schaffen eine richtige Dorfmitte.»
Im Kern umfasst das Bahnhofsplatzprojekt drei Teilbereiche: die Neugestaltung des Bahnhofplatzes als Begegnungszone mit Tempo 20, eine Tempo-30-Zone im Bereich des Meiliwiese-Kreisels sowie einen zusätzlichen Tempo-30-Abschnitt auf der Bahnhofstrasse. Rund 3,03 Millionen Franken sind aktuell für das Projekt veranschlagt. Es gilt aber noch eine grosser Schwankungsbereich.
Mehr Freiheiten für Fussgänger
Die Idee einer Begegnungszone ist eigentlich gar nicht so neu. Schliesslich steht sie so seit 2011 im kommunalen Verkehrsrichtplan, der aus einem Mitwirkungsprozess mit der Bevölkerung entstanden ist. Doch bisher blieb das Areal zwischen Bushaltestellen und Steiner-Filiale geprägt von einer Strasse mit oftmals viel Betrieb.
An der Verkehrsführung wird sich zwar auch in Zukunft nichts ändern, doch es ist eine Verkehrsberuhigung geplant. In der Begegnungszone mit Tempo 20 haben künftig die Fussgänger Vortritt. Dieser gilt auch gegenüber Velos. Diese wiederum erhalten an der Bahnhofstrasse von der Post her eigene Velostreifen in beide Richtungen.
Durch die Temporeduktion soll sich die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöhen. Der Bahnhofplatz ist als Aufenthaltsort geplant. Zusätzliche Bäume – unter anderem im Bereich der geplanten Parkplätze vor dem Schuppen vorgesehen – sollen dafür sorgen, dass sich das Areal nicht zu stark aufheizt.
Jene Bereiche, die von Fussgängern besonders häufig genutzt werden, erhalten eine spezielle Pflästerung. Geplant sind sie bei der Einmündung der Bahnhofstrasse in den Bahnhofplatz, vor der Steiner-Filiale und kurz vor dem Kreisel bei der Meiliwiese. Mittelfristig ist dort eine Passarelle über die Bahngleise vorgesehen.
Die Ausarbeitung des Projekts habe von allen Beteiligten wie auch von der Bevölkerung viel Geduld erfordert, so Gemeindepräsident Bühler. «Wir bauen nicht auf einer grünen Wiese.» Viele Interessen galt es zu berücksichtigen; die Wünsche der Bevölkerung, die Forderungen der Kantonspolizei sowie die gesetzlichen Auflagen.
Zu den gesetzlichen Auflagen gehört vor allem der hindernisfreie Ausbau der Bushaltestellen. Die Haltekanten werden auf 22 Zentimeter erhöht. Dafür wird aus den bisher drei Haltebuchten eine lange Haltestelle für zwei Busse. Ein reiner Ausstiegshalt entsteht auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Eine zusätzliche Haltestelle ist beim Kiosk geplant sowie ein Reservehalt auf der Bahnhofstrasse. Die bisherigen Parkplätze beim Kiosk verschwinden.
Ein wichtiger Bestandteil des aktuellen Projekts ist der bereits fertiggestellte Neubaukomplex mit der neuen Steiner-Filiale. Der prominente dreiteilige Bau war der erste Schritt hin zum neuen Bahnhofplatz. Man habe damals bewusst dieses Projekt ausgewählt, weil das mittlere Gebäude leicht zurückversetzt ist, erklärte Gemeindepräsident Bühler. Vor knapp anderthalb Jahren fand die Eröffnungsfeier statt.
Vorschläge aus der Bevölkerung
Das sogenannte Vorprojekt für den neuen Bahnhofplatz liegt noch bis Ende September bei der Gemeinde auf. Einige Anliegen brachte die Bevölkerung an der Informationsveranstaltung am Dienstag direkt beim anwesenden Bauingenieursteam ein. So wurde mehrfach der Wunsch geäussert, die Begegnungszone bis zum Schulhaus Meiliwiese weiterzuziehen.
Nach der öffentlichen Auflage des Vorprojekts wird das Bauvorhaben nochmals überarbeitet und, soweit möglich, werden Vorschläge aus der Bevölkerung integriert und Bedenken berücksichtigt. Voraussichtlich Mitte November ist dann die Auflage des Bauprojekts vorgesehen. Erst im Frühling wird das Projekt an der Urne zur Abstimmung kommen. Ende 2026 soll der neue Bahnhofplatz fertig sein.