Seit fünf Jahren schützt sie den Pfäffikersee
Naturzentrum Pfäffikersee
Das Naturzentrum Pfäffikersee in Pfäffikon feiert dieses Jahr sein 5-Jahr-Jubiläum. Zentrumsleiterin Antonia Zurbuchen erklärt, wie sie und ihr Team zum Naturschutz beitragen.
Dass ihr die Natur am Herzen liegt, merkt man sofort: Voller Leidenschaft erzählt Antonia Zurbuchen, was im kleinen Rahmen für die Artenvielfalt gemacht werden kann. Sie muss es wissen, leitet sie doch seit fünf Jahren das Naturzentrum am Pfäffikersee.
Vor fünf Jahren wurde es eröffnet. Seither strömen an Spitzentagen bis zu rund 500 Besucher ins Zentrum, um die interaktive Ausstellung zu sehen und mehr über das Naturschutzgebiet Pfäffikersee zu erfahren.
Der 46-Jährigen ist es dabei ein Anliegen, Besucherinnen und Besucher nicht nur für den Schutz der Naturgebiete rund um den See zu sensibilisieren, sondern auch, dass sie Wissen mit nach Hause nehmen. Um sich im eigenen Garten für die Natur einzusetzen, bieten sie und ihr Team Führungen im Naturgarten des Zentrums an.
Vom Homeoffice zum fünfjährigen Gebäude
Zum Zentrum gehört jedoch viel mehr als nur ein Garten. So begann die Planung schon lange bevor das Hauptgebäude errichtet wurde. Zentrumsleiterin Antonia Zurbuchen trat im Oktober 2018 ihre Stelle an und arbeitete damals im Homeoffice nur mit ihrem Laptop. «Am Anfang war ich allein, inzwischen sind wir bereits zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen», erzählt sie stolz.
Noch im Jahr 2018, bevor das Gebäude stand, wurde durch ein intensives Crowdfunding die Ausstellung und ein Info-Mobil finanziert. Dieses Info-Mobil ist inzwischen ein fester Bestandteil des 2019 eröffneten Zentrums: Im Sommer fährt das Team damit um den See, verteilt Flyer an die Besucher und macht auf die Regeln am See aufmerksam.
Betrieben wird das Zentrum von einem Verein, dem der Ustermer Ernst Ott vorsteht. Er war es auch, der bis 2019 als Vereinspräsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee an vorderster Front stand und sich unermüdlich für das Naturzentrum einsetzte. Er und sein Team, darunter auch Zurbuchen, kämpften sich gemeinsam durch schwierige Zeiten, als sich das Naturzentrum finanziellen Problemen konfrontiert sah.
Seither ging es bergauf. Im Jahr 2022 übernahm der Verein sogar den Vertrag für den Rangerdienst am Pfäffikersee von der Greifensee-Stiftung.
Herzblut am Naturzentrum
Das Naturzentrum ist nach wie vor Antonia Zurbuchens Herzensangelegenheit. Da sie in der Nähe wohnt, ist das Gebiet auch ihr Erholungsort. Mindestens einmal pro Woche streift die 46-Jährige um den See und lässt sich von der Natur verzaubern.
«Wenn ich draussen bin, bin ich ganz im Moment. Alle Sinne sind wach, und ich will jede Kleinigkeit wahrnehmen», erzählt sie begeistert. Mit ihrem Fernglas entdeckt sie stets neue, faszinierende Details – ob es nun Jungvögel sind oder eine Spinne, die gerade eine Heuschrecke fängt. Doch was Zurbuchen besonders bewegt, sind die Momente, in denen sie ihre eigene Begeisterung an andere Leute weitergeben kann.
Ein Beispiel, das ihr besonders in Erinnerung geblieben ist: Eine Frau kam ins Naturzentrum, um sich über Ferngläser beraten zu lassen. Wenige Tage später kam sie zurück und sagte: «Frau Zurbuchen, seitdem ich mir ein Fernglas gekauft habe, sehe ich die Welt mit anderen Augen.» Zurbuchen strahlt: «Genau dafür sind wir da – um Menschen die Augen zu öffnen. Solche Erlebnisse berühren mich zutiefst.»
Ziel: Mehr Leute aufklären
In den kommenden Jahren hat sich das Naturzentrum zum Ziel gesetzt, über die Seegemeinden hinaus bekannter zu werden.
Dazu gehört auch, für Schulen und Schulklassen noch attraktiver zu werden. Angesprochen auf die Frage, wie das gelingen soll, sagt Zurbuchen: «Das wird durch Mund-Propaganda geschehen. Das Zentrum muss einfach in den Schulen bekannter werden. Dazu stellen wir unsere Schulangebote, die wir laufend ausbauen, auch direkt an Schulen den Lehrpersonen vor.»
Auch in Zukunft sollen Besucherinnen und Besucher keinen Eintritt bezahlen müssen. Die Finanzierung erfolgt vor allem über Führungen, das hauseigene Bistro und Spendengelder. Damit wird ein Viertel der notwendigen Kosten gedeckt, den Rest trägt der Kanton.
Durch den kostenlosen Eintritt kann das Naturzentrum mehr Leute und die breite Bevölkerung ansprechen. «Das Interesse leitet im besten Fall dazu, dass die Gäste für den Schutz der Natur sensibilisiert sind, die Verhaltensregeln am Pfäffikersee verstehen und sie auch mit ihrem Umfeld teilen», so Zentrumsleiterin Zurbuchen.
Was bietet das Naturzentrum?
Öffnungszeiten: mittwochs von 13 bis 17 Uhr, an Wochenenden/Feiertagen von 10 bis 17 Uhr.
Die interaktive Ausstellung ist kostenlos. Führungen werden für Schulklassen, Firmenanlässe, Kindergeburtstage, aber auch private Interessierte angeboten. Mehr Informationen unter www.naturzentrum-pfaeffikersee.ch. (mwo)