Rüti passt Energiekonzept und Energieziele an
Wegen Netto-null-Ziel
Vor zwei Jahren hat sich die Gemeinde Rüti neue Energie- und Klimaziele gesetzt. Um diese zu erreichen, wurden das Energiekonzept sowie der Energieplan überarbeitet.
Mit der Zustimmung zur Klimaverordnung im Dezember 2022 setzten die Rütner Stimmberechtigten neue Energie- und Klimaziele: Rüti soll möglichst bis 2040 das Netto-null-Ziel erreichen und klimaneutral sein – spätestens aber bis 2050.
Netto null ist auch das Ziel des Kantons Zürich. Die Gemeinde Rüti – Trägerin des Energiestadt-Gold-Labels – zeigt nun auf, wie dieses Ziel erreicht werden kann: Im Bereich der Wärmeversorgung soll das Netto-null-Ziel bis 2045 und in der Mobilität bis 2050 erreicht werden. Die Vorschläge dazu fliessen derzeit in einen Massnahmenkatalog ein, der jedes Jahr im Rahmen des Energiestadt-Controllings aktualisiert wird.
Wärme und Mobilität
Das Energiekonzept zeigt, wo Rüti auf seinem Weg zu den vom Volk vorgelegten Klimazielen aktuell steht und wie diese erreicht werden können. Im Jahr 2020 betrugen die Treibhausgasemissionen in Rüti 4,53 Tonnen CO2 pro Einwohnerin und Einwohner.

Gegenüber dem Bilanzierungsjahr 2013 nahmen die Treibhausgasemissionen um rund einen Drittel ab. Hauptverursacher seien nach wie vor die Wärmeversorgung und die Mobilität. Die Reduktion von 2020 zum letzten Bilanzierungsjahr 2017 sei auf die pandemiebedingt verminderte Mobilität zurückzuführen.
Nach dem Abklingen der Pandemie habe die Mobilität jedoch wieder stark angezogen. Deshalb sei davon auszugehen, dass die Treibhausgasemissionen seit 2020 wieder angestiegen seien und sich aktuell auf ähnlichem Niveau wie 2017 bewegten. Entsprechend gross sei der Handlungsbedarf, teilt die Gemeinde mit.
Verachtfachung der Solarstromproduktion
Die Gemeindeverwaltung Rüti hat sich auch deshalb strategische Ziele in den Bereichen Wärmeversorgung, Mobilität und Solarstromproduktion gesetzt: Verglichen zu heute sollen die Treibhausgasemissionen aus der Wärmeversorgung bis 2045 um 90 Prozent reduziert werden.
Die Produktion von Strom aus Photovoltaik soll massiv erhöht werden: von heute rund 5 Gigawattstunden (GWh) auf rund 40 GWh bis 2050. Treibhausgasemissionen, die aus dem Verkehr stammen, sollen bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden.
«Die Zielsetzung folgt den Vorgaben der Klimaverordnung sowie der Evaluation des bestehenden Massnahmenkatalogs», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Der Massnahmenplan werde in Kürze auf die neuen Zielsetzungen ausgerichtet und noch vor den Sommerferien veröffentlicht.
Neuer Energieplan
Der Energieplan zeigt, wo in Rüti künftig welche Energieform genutzt werden soll. Er unterteilt Rüti in zwei Gebiete: in Gebiete, in denen der Wärmebezug künftig über einen Wärmeverbund erfolgen soll (Verbundgebiete), und in Gebiete, in denen primär Erdwärme genutzt werden soll. Zudem macht der Energieplan Aussagen zur Zukunft der Gasversorgung.
Der neue Plan definiert einen Grossteil von Rüti als Verbundgebiet. So sollen Fernwärmeverbünde im Zentrum (Energieverbund Rüti Zentrum, im Bau), im Gebiet Sekundarschule/altes Spital oder beim Reservoir Laufenbach entstehen. Auch die Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage Kezo soll als Fernwärme viele Rütner Quartiere heizen, frühestens ab 2028. Überall dort, wo keine Fernwärmelösung vorgesehen ist, soll primär Erdwärme genutzt werden.
Im Energieplan ist festgehalten, dass in Rüti bis spätestens 2050 kein fossiles Gas mehr durch das Gasnetz fliessen soll. Eine Transformationsplanung wird bald aufzeigen, wie die geplanten Wärmeverbünde ausgebaut und welche Gasnetzteile in Rüti wann stillgelegt werden sollen. Die Transformationsplanung, die bis Ende 2024 vorliegt, konkretisiert den Energieplan.
