Jetzt schliesst in Saland auch noch das Café Chelleland
Betriebsschliessung im Tösstal
Siebeneinhalb Jahre hat Reto Wüthrich im «Chelleland» zum Rechten geschaut. Nun hat er das Pensionsalter erreicht – und wie es mit dem letzten Restaurant in Saland weitergeht, ist noch offen.
Ende Dezember 2023 schloss die Räucherei in Saland, vor Ostern hatte die Bäckerei Rathgeb zum letzten Mal geöffnet, und nun verschwindet auch noch das Restaurant nebenan: Am Freitag empfängt Reto Wüthrich die letzten Gäste im Café Chelleland.
Siebeneinhalb Jahre führte er die Gaststätte. Zuerst noch als Restaurant, später vorwiegend als Café. «Corona hat mir fast das Genick gebrochen», erinnert sich Wüthrich. Vor der Pandemie war er noch vorwiegend in der Küche tätig, hatte zwei Angestellte im Service.
«Die habe ich beide nicht mehr ersetzt», sagt er. Das «Chelleland» wurde vorwiegend zum Einmannbetrieb – Wüthrich schaute an fünfeinhalb Tagen pro Woche zum Rechten. Tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei von seiner Frau.
Seither kochte er nur noch auf Reservation. «Etwas zu essen gibt es aber immer», betont er. «Aber halt vielleicht nur Pommes frites mit Fleischkäse.»
Nie Betriebsferien
Wüthrich ist seit über 30 Jahren in der Gastronomie tätig. Er wirtete in dieser Zeit in verschiedenen Restaurants, unter anderem im «Hirschen» in Hittnau, oder führte das Hotel Swiss Star in Wetzikon. Nun sei der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören.
«Ich bin jetzt pensioniert», sagt Wüthrich, der vergangene Woche seinen 65. Geburtstag feierte. Er wolle nicht bis ins hohe Alter «weiterchrampfen», zumal er seit der Schliessung der Bäckerei weitere Kundschaft verloren habe, die nach dem Einkauf noch auf einen Kaffee vorbeigekommen sei.
Im Moment überwiegt bei ihm die Freude auf den neuen Lebensabschnitt. «Ich freue mich wie ein kleines Kind, Hobbys habe ich genug», sagt er. Wüthrich ist grosser Motorsport-Fan. Lange Betriebsferien hatte er in seiner Zeit im «Chelleland» keine gemacht. Wenn er für ein paar Tage abwesend war, war er am Hockenheimring, der Autorennbahn, in Süddeutschland.
Und trotzdem verspürt er etwas Wehmut. «Mir tut es vor allem für die zahlreichen Stammgäste leid», sagt er. «Ich bin sehr dankbar, dass sie mir in all diesen Jahren die Treue gehalten haben.»
Für sie hofft der 65-Jährige, dass ein neuer Pächter das Restaurant übernimmt. Der Hauseigentümer wird das Lokal aber zuerst renovieren. Wie es im «Chelleland» weitergeht, ist damit noch offen.