Gesellschaft

Anpacken für das grosse Fest in Mönchaltorf

Turnen, trinken, tanzen: Ab dem 8. Juni steigt das Regionalturnfest in Mönchaltorf, Egg und Gossau. Aktuell läuft der Aufbau.

Walter Kaufmann aus Egg ist einer der vielen ehrenamtlichen Helfer.

Foto: Luc Müller

Anpacken für das grosse Fest in Mönchaltorf

Reportage vom Turnfest

Ab dem 8. Juni werden in Egg, Mönchaltorf und Gossau mehrere Tausende Turner und Festbesucher so richtig Party machen: Bis dahin wird noch viel geschraubt und gehämmert.

2500 Quadratmeter Bretter, 500 Kanthölzer, 35 000 Schrauben, 33 000 Kabelbinder, 1000 Meter Abwasserrohre, 160 Kubikmeter Holzschnitzel. Das Regionalturnfest GLZ 2024, das an den Wochenenden vom 8. und 9. Juni sowie vom 14., 15. und 16. Juni in Mönchaltorf, Egg und Gossau stattfindet, ist auch eine Materialschlacht.

Ein Teil dieser ist bereits geschlagen. So ist das Türnstübli an der Eggerstrasse oberhalb des Festplatzes in Mönchaltorf schon fast fertig. Auf der Aussenterrasse mit Blick über das Gelände finden bis zu 250 Besucherinnen und Besucher Platz.

Festhütte am Berg
Das Turnstübli steht bereits.

Am Montag beim Besuch vor Ort sind auch Zivildienstleistende im Einsatz. So wie Marvin Schmucki aus Mönchaltorf und Mike Zimmermann aus Esslingen. «Wir sind gerade im WK und helfen bei der Montage der Fenster für das Turnstübli», berichten die beiden. «Solche Arbeit macht uns Spass.»

Zwei Zivilschützer
Die Zivildienstleistenden Martin Schmucki (links) aus Mönchaltorf und Mike Zimmermann aus Esslingen packen beim Bau des Turnstüblis kräftig mit an.

Das Handy von Martin Schweizer klingelt – wieder. Und wieder löst er schnell ein Problem. «Bisher läuft alles wie geplant. Wir sind mit den Bauarbeiten sogar drei Tage voraus», sagt der Bauchef, der hauptberuflich bei der Gossauer Baufirma Künzli tätig ist.

«Ich habe gleich vier Wochen Ferien genommen, um hier wie alle anderen ehrenamtlich zu helfen. Das braucht eine verständnisvolle Frau zu Hause», sagt Schweizer mit einem Lächeln.

Zwei Männer auf der Terrasse
Ok-Präsident Roger Meister (links) aus Mönchaltorf und Bauchef Martin Schweizer posieren auf der Aussenterrasse des Turnstüblis.

Er war selber bis 2016 Präsident vom Turnverein Mönchaltorf und einer der Initiatoren, die das Regionalturnfest nach 1968 wieder nach Mönchaltorf brachten, wo sich an gleicher Stelle wie damals der Hauptfestplatz «In der Waldau» befindet. Hier erstreckt sich das Festgelände, inklusive Zeltplatz für rund 1200 Festbesuchende und Autoparkplätze, auf rund 20 Hektaren.

«Schon vor drei Jahren haben wir uns mit den Bauern abgesprochen. Die mussten ihre Fruchtfolge so anpassen, dass 2024 Wiese auf dem Acker steht», berichtet Schweizer. Auf der frisch gemähten Wiese werden dann beispielsweise die Tanzaufführungen oder Laufwettkämpfe stattfinden.

Solidarität – das sei ein wichtiger Faktor, um überhaupt einen solchen Anlass stemmen zu können. «Regionale Baufirmen haben uns schweres Gerät und Material gratis oder zu Sonderpreisen überlassen», schwärmt Martin Schweizer.

«Das ist Ehrensache»

Rund 1000 Helferinnen und Helfer sind derzeit im Einsatz, um den Grossanlass auf die Beine zu stellen, den die Turnvereine Mönchaltorf, Egg und Gossau sowie die Damenriege Gossau organisieren. An den beiden Wochenenden werden bis zu 10 000 Turnende und Besucherinnen und Besucher erwartet.

«Wir erstellen eine Infrastruktur wie für ein Dorf mit 4000 Einwohnern», sagt Martin Schweizer, während er sich einen Schluck aus der Wasserflasche gönnt. Denn die Sonne steht schweisstreibend hoch am Himmel. Aber alle Helfer sind top motiviert bei der Sache.

So wie Walter Kaufmann, der in Egg die gleichnamige Spenglerei und Sanitär AG betreibt. «Ich bin auch Mitglied im Turnverein Egg. Mitzuhelfen ist für mich eine Ehrensache», betont Kaufmann, der gerade daran ist, eine Wasserleitung zum grossen Festzelt zu verlegen.

Holzbretter vor einem Zelt
Am Aufbau des Turnstüblis waren mehrere, freiwillige Fachleute beteiligt.

«Das Veranstaltungsgesuch für das Regionalturnfest bestand aus mehreren Seiten», erklärt OK-Präsident Roger Meister vom TV Egg. Sicherheitsfragen, Abfallkonzept, Bodenschutz und vieles mehr musste im Vorfeld geregelt werden.

Auf dem Weg zum Verpflegungszelt für die Helfenden kreuzt sich der Weg mit Albert Eberle, dem Vize OK-Chef. Er war schon am letzten Regionalturnfest 1968 dabei. «Das war eine tolles Fest. Die ganze Region hat mitgefeiert», erinnert er sich.

Mann mit Velo
Albert Eberle ist Vize-Präsident des OK.

Und das soll es auch dieses Mal werden: ein Fest für alle. «Auch wer mit Turnen nicht viel an Hut hat, kann sich hier vergnügen», wirbt Roger Meister für den Anlass. Mehrere Zelte werden auf dem Festplatz stehen. «Alleine diese kosten rund 200 000 Franken», verrät Meister.

Das Budget für den Grossanlass beträgt rund 1,3 Millionen Franken. Ein Drittel davon stammt von Sponsoren – die anderen zwei Drittel sollen die Einnahmen aus der Gastronomie und die Gelder aus den Anmeldungen der antretenden Turnvereine decken. Neben dem grossen Festzelt lockt ein grosser Biergarten.

15 000 Liter Bier bestellt

Für das leibliche Wohl sorgt der Gastrochef René Sidler vom TV Mönchaltorf. Für die beiden Festwochenenden hat er 15 000 Liter Bier und 1500 Bratwürste bestellt. «Das ist die erste Tranche. Bei Bedarf kann ich schnell nachbestellen», sagt Sidler.

Zwei Personen an Laptops
Barbara Früh aus Gossau betreut den Infopoint für die Helfenden, René Sidler aus Mönchaltorf ist der Gastrochef des Turnfestes.

Neben ihm am Laptop im Helferzelt leistet Barbara Früh vom TV Gossau ihren ehrenamtlichen Dienst. «Ich bin da, um allfällige Fragen der Helfenden zu beantworten», sagt Früh, die am Regionalturnfest auch auftreten wird. Warum sie mithelfen? Für die beiden ist das gar keine Frage: «Wir freuen uns auf das Fest. Nur, wenn alle anpacken, wird dieses zum Erfolg.»

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