«Weniger ist mehr» wird allgemein gutgeheissen
Info Generationenpark Pfäffikon
Der Beteiligungsprozess an der Gestaltung des Generationenparks auf der Sophie-Guyer-Wiese ist abgeschlossen. Abschliessend wurde noch einmal engagiert diskutiert.
So begann alles: Die Gemeindeversammlung Pfäffikon stimmte am 14. November 2022 der Einzelinitiative «Generationenpark Sophie Guyer» der Grünen Partei zu. Der Gemeinderat wurde mit der Umsetzung beauftragt.
Entstehen sollte ein Generationenpark auf der Sophie-Guyer-Wiese zwischen Bahnhof und Bachtelstrasse – einem Areal von rund 17'000 Quadratmetern. Folgende Anforderungen sollte der Park erfüllen: Förderung der Biodiversität im Siedlungsgebiet sowie allen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung zu stehen für Begegnung, Freizeitaktivitäten und zur Erholung.
Das Projekt sollte in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung erarbeitet werden.
Über 1000 Ideen kamen zusammen
Durchgeführt wurde in der Folge im Juli 2023 eine Partizipationswoche, begleitet von einer Online-Umfrage und einem Workshop. Weit über 1000 Ideen und Anregungen kamen dabei zusammen. Sie wurden gewichtet und kategorisiert.
Gemeinderat Lukas Weiss (Grüne) fasste an der Informationsveranstaltung vom Samstag im Nova Theater zusammen, welche Schwerpunkte sich herauskristallisiert haben. Dass einige davon schwer unter einen Hut zu bringen sind, versteht sich von selbst. Einerseits soll der Park belebt sein und Platz für Veranstaltungen bieten, anderseits soll der Park auch ein Ort der Ruhe sein.
Spielmöglichkeiten für Kinder sollen ebenso geboten werden, wie Sitzbänke zum Verweilen. Hauptfunktion des Parks aber soll sein, dass sich hier ungezwungen generationenübergreifend Begegnungen stattfinden können.
Fünf Varianten erarbeitet
Susanne Karn von der Fachhochschule Ostschweiz präsentierte fünf Varianten eines Parks, die von Studierenden entworfen wurden und bei denen unterschiedliche Prioritäten die Konzepte prägten.
Das Spektrum reichte von einem Park, der eher einem Obstgarten glich, bis zu einer relativ starken Nutzung des Geländes mit starker Gliederung und verschieden nutzbaren Bereichen.
Projekt soll wachsen und gedeihen
Simon Orga, Inhaber der Ost Architekten GmbH, stellte das rudimentäre Konzept vor, das aufgrund all der gesammelten Ideen erarbeitet worden war. «Es kommt auf den ersten Blick eher bescheiden daher, hat aber den Vorteil, dass es eine grosse Flexibilität bei der Verwirklichung des Parks bietet. Weniger ist mehr», sagte Orga.
Es mache keinen Sinn, schon jetzt den letzten Quadratmeter zu verplanen. Der Park solle über Jahre hinweg entstehen und dadurch den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung tragen.
Weiss sagte: «Die Bevölkerung muss den Park annehmen und mitgestalten können.» Karn ergänzte: «Der Park muss von der Bevölkerung geliebt werden.» Denn nur so werde er ein Teil von Pfäffikon.
Rege Diskussion
Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP) lud die rund 70 Anwesenden ein, sich zum vorgestellten Konzept zu äussern. Der Einladung wurde rege Folge geleistet. Eine knappe Stunde lang wurden Konzept und Entwürfe der Fachhochschule gelobt oder kritisiert. Allgemein begrüsst wurde, dass der Biodiversität auf mehr als der Hälfte der Fläche Rechnung getragen werde.
Aber auch, dass auf dem Gelände in Anlehnung an vergangene Zeiten viele Obstbäume Platz finden sollen. Kritisiert wurde hingegen die geometrische Anordnung der Obstbäume und des Wegnetzes.
Orga wie auch Hirzel und Weiss betonten immer wieder, dass diesbezüglich noch wenig definiert sei und man sich alle Möglichkeiten offenhalten wolle. Was die Obstbäume betreffe, sei eine Ausrichtung in einer Linie quasi durch die Bewirtschaftung des Areals gegeben.
Konflikte vermeiden
Befürchtet wurde, dass es auf dem Wegnetz zur Konfrontation zwischen Velofahrenden und Fussgängern kommen könnte. Ein Votant sagte daraufhin: «Ich weiss nicht, was Velofahrende in einem Park zu suchen haben, er kann problemlos umfahren werden.»
Ob es einen oder zwei Mehrzweckplätze im Park geben soll, war ebenso ein Thema wie die Frage, wie stark die bestehenden Strassen in die Parkgestaltung einbezogen werden sollen. Ob Büsche gepflanzt und Kunstwerke temporär aufgestellt werden sollen war ebenfalls von Interesse. Die lebhaften Diskussionen können ohne Einschränkungen konstruktiv bezeichnet werden.
Kosten noch unklar
Schliesslich tauchten auch noch Fragen zur Finanzierung auf. Ein Votant wollte wissen, was die bisherigen Projektarbeiten gekostet hätten. Hirzel verwies auf den Kredit von 100'000 Franken, der für die zweijährige Projektarbeit genehmigt worden war.
Wie viel der Park schliesslich kosten würde, könne man jetzt noch nicht sagen. Über den entsprechenden Kredit werde voraussichtlich an der Gemeindeversammlung im Herbst befunden. Ein Votant wies darauf hin, dass mit der Umnutzung des Huber+Suhner-Areals an der Tumbelenstrasse über 6 Millionen Franken an Mehrwertausgleich in einen Fonds der Gemeinde fliessen würden.
Er schlug vor, einen Teil dieses Geldes für die Verwirklichung des Parks zu verwenden. Hirzel lehnte dies nicht explizit ab, verwies aber darauf, dass erst die Bau- und Zonenordnung angepasst und genehmigt werden müsse. Und dann könne es auch noch eine Weile dauern, bis auf dem besagten Areal gebaut werde.
Es werde aber auch noch ein paar Jahre dauern, bis der Park verwirklicht werde. Hirzel: «Dieses Projekt rangiert im Gemeinderat auf Prioritätsstufe vier.» Darauf wollte jemand wissen, wie viele Prioritätsstufen es denn gebe. Hirzel: «Vier».
Mit anderen Worten: Es kann noch eine Weile dauern, bis sich Pfäffikerinnen und Pfäffiker auf einem Bänklein im Park zu einem Schwatz treffen können.