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Deshalb wird in Wetziker «Garage» über grosse Themen debattiert

Das Thema «Wohnen» lässt in der Politik die Wogen hochschlagen. Bei den Diskussionen in der Garage geht es aber um etwas anderes.

Die neue Veranstaltungsreihe in der «Garage» nimmt sich verschiedener Themen wie Wohnen, Raum und Mobilität an. Helen Bisang führt durch die Abende.

Fotos: Simon Grässle/PD

Deshalb wird in Wetziker «Garage» über grosse Themen debattiert

Nachgefragt bei Helen Bisang

Die neue Veranstaltungsreihe in der «Garage Wetzikon» soll die Diskussion über Zukunftsthemen fördern. Dafür müsse man auch bewusst über Wetzikon hinausschauen, findet Organisatorin Helen Bisang.

Seit letztem Oktober gibt es in der «Garage» in Wetzikon Diskussionsveranstaltungen unter dem Titel «Zukunftsfragen der Gesellschaft: ‹einst, heute, morgen – der Wandel›». Mit historischen Rückblicken, Inputreferaten und Diskussionsrunden will die «Garage» die Debatte fördern – angefangen beim Thema Wohnen. Das Thema hat politische Aktualität, doch für Organisatorin Helen Bisang stehen Handlungsansätze für die Zukunft im Vordergrund.

Frau Bisang, die «Garage» kennt man in Wetzikon vor allem als Kulturbetrieb. Wie passen da Diskussionsveranstaltungen zum Konzept?

Helen Bisang: Die «Garage» ist nicht nur ein Ort für Kulturveranstaltungen. Vonseiten des Vereins wollen wir die «Garage» auch zu einem Begegnungsort machen und den Austausch und die Debatte fördern. Deshalb haben wir die Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Wir setzen uns dabei mit verschiedenen aktuellen Fragestellungen der Gegenwart auseinander. Bei jedem Themenkreis beleuchten wir den historischen Hintergrund, die Entwicklung bis zur heutigen Situation und geben Raum für mögliche Lösungsansätze der Zukunft.

Der aktuelle Fokus liegt auf dem Thema Wohnen. An der Veranstaltung vom Donnerstag, 14. März, kommt Architektin Barbara Buser nach Wetzikon. In der Vorschau steht dazu unter anderem: «Wohnungen sind nicht nur ein Finanzprodukt.» Das könnte auch aus dem Argumentarium zur abgelehnten Wohninitiative stammen. Sie sind selber SP-Parlamentarierin in Wetzikon. Da drängt sich die Frage auf, ob es sich nicht eher um eine politische Veranstaltung handelt.

Die Veranstaltungen haben keine politische Ausrichtung. Wir wollen aktuelle Themen aufgreifen und Lösungen aufzeigen. Das Thema Wohnen ist schon seit Jahren unabhängig von den Diskussionen in Wetzikon aktuell. Die Aussage aus der Vorschau passt zur Arbeit von Frau Buser. Sie hat zahlreiche Immobilienprojekte umgesetzt und geschafft, dass die Areale wohnliche Atmosphären und vielfältige Nutzungsangebote haben. Auch bleiben die Wohnungen im Anschluss trotzdem bezahlbar. Am Donnerstag wollen wir von ihr wissen, wie das überhaupt möglich ist. Zudem bleiben wir nicht beim Thema Wohnen stecken. Die anschliessenden Veranstaltungen drehen sich um den Raum und die Mobilität.

Zur Person: Helen Bisang ist Architektin und Raumplanerin. Sie ist Mitglied im Verein Garage und hat beim Aufbau der Institution mitgearbeitet. Bisang sitzt seit letztem Jahr für die SP im Wetziker Stadtparlament.

Frau Buser kommt aus Basel und hat bisher nicht in Wetzikon gearbeitet. Haben die Veranstaltungen in der Reihe überhaupt einen Bezug zur Stadt?

Wenn wir neue Lösungsansätze für die Zukunft erarbeiten wollen, die so in Wetzikon noch wenig erprobt sind, müssen wir auch über den Gartenzaun hinausschauen. Und genau diesen Input kann beispielsweise Barbara Buser liefern. Einen ganz direkten Bezug zur Region haben sicher immer die Veranstaltungen, die in den jeweiligen Themenkreis einführen und die historischen Gegebenheiten aufzeigen. Die Rückblicke, anhand von Sequenzen aus den «Schweizer Filmwochenschauen», die der Wetziker Historiker Felix Rauh zusammenstellt, beweisen, dass ähnliche Problemstellungen schon früher zu denken gegeben haben. Es ist manchmal frappant, wie sie sich ähneln.

Inwiefern?

Zum Beispiel gab es auch in der Nachkriegszeit ab 1943 in vielen Schweizer Städten Wohnungsnot. Gleichzeitig werden uns auch Unterschiede zur damaligen Situation bewusst. Auch darum geht es in unseren Veranstaltungen. Wir wollen die kulturellen, soziologischen und wirtschaftlichen Hintergründe der Entwicklungen ebenfalls aufzeigen. So hat man früher viel enger aufeinander gelebt und hatte eigentlich gar keine Zeit zum «Wohnen» im heutigen Sinn, beispielsweise in einem Wohnzimmer zu lesen.

Mit den Veranstaltungen wollen Sie die Debatte fördern. Bisher klingt das aber vor allem nach einem Vortrag.

An jedem Anlass gibt es zur Einstimmung Sequenzen aus den «Wochenschauen», dann zwei Inputreferate. Im Anschluss ist die Debatte offen. Es kann jeder und jede mitdiskutieren. Künstlerin und Pädagogin Anna Meyer und ich führen zusammen durch den Abend.

Die Veranstaltungsreihe steht unter dem Titel «Zukunftsfragen der Gesellschaft». Das ist keine leichte Kost. Welches Publikum kommt für eine Debatte in die «Garage»?

Es kommen teils Leute aus Interesse am Thema, das sind bisher vorwiegend etwas ältere Personen. Andere haben auch einen fachlichen Bezug und wollen deshalb mitdiskutieren. Darunter sind auch immer jüngere Menschen, die sich manchmal noch in der Ausbildung befinden. Es sind aber alle eingeladen, die sich Gedanken über die Zukunft machen wollen, man muss kein spezielles Vorwissen mitbringen.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe «Zukunftsfragen der Gesellschaft» findet am Donnerstag, 14. März, um 19.30 Uhr in der «Garage Wetzikon» an der Bahnhofstrasse 24 in Wetzikon statt. Sie trägt den Titel «Wohnen morgen, mögliche Wohnformen und soziale Strukturen». Eingeladen sind Architektin Barbara Buser und Architekt Yves Schihin. Der Eintritt kostet 10 Franken. Mehr Informationen findet man unter www.garagewetzikon.ch.

Die weiteren Veranstaltungen

9. April: «Die Entwicklung der Verkehrswege und der aufkommende motorisierte Individualverkehr».

21. Mai: «Infrastrukturbau im Zusammenspiel mit der städtebaulichen Entwicklung».

18. Juni: «Daheim – eine Reise durch die Agglomeration».

9. September: «Eine zukunftsfähige Mobilität – die Vision für den Menschen».

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