Hier entsteht die nächste grosse Überbauung in Saland
Gestaltungsplan Ischlag liegt auf
200 bis 300 Wohnungen sollen auf dem Areal Ischlag in Saland entstehen. Es ist nicht das einzige grosse Projekt in Bauma.
Es geht um eine Fläche, die etwa so gross ist wie sechs Fussballfelder: Rund 44’000 Quadratmeter beträgt das Gebiet Ischlag in Saland. Es liegt in der Nähe des Bahnhofs und ist heute grösstenteils unüberbaut.
Das soll sich bald ändern: Der Gestaltungsplan für das Areal liegt derzeit öffentlich auf. «Unser Ziel ist es, ein autofreies, dörfliches Quartier innerhalb von Saland zu bauen», sagt Peter Nater. Er ist Verwaltungsrat des Baustoffproduzenten FBB, der am Projekt beteiligt ist.
Die Grundstücke im Ischlag gehören vier verschiedenen Eigentümern. Drei davon sind Teil der FBB-Gruppe, darunter auch deren Pensionskasse. Der vierte Eigentümer ist der Baustoffhändler Baubit.
«Ursprünglich war die Konstellation anders», sagt Nater. Es gab zahlreiche Eigentümer auf dem Areal, so auch eine Erbengemeinschaft. «Das machte die Planung zunächst etwas schwieriger.»
Denn schon lange ist klar, dass im Gebiet einst gebaut werden soll. 2017 startete die Gemeinde Bauma deshalb das Quartierplanverfahren, um die Erschliessung des Areals zu regeln.
Das Verfahren wird jetzt aber beendet – oder in der Fachsprache – ausgeleitet. Denn die Gemeinde wird mit den Grundeigentümern einen Vertrag über die Erschliessung abschliessen. Das vereinfacht das Vorgehen.
Viele Wünsche und Vorstellungen
2019 haben die vier Grundeigentümer mit der Arbeit am Projekt begonnen. «In Workshops haben wir uns mit der Frage auseinandergesetzt, wie wir das Areal für Saland passend nachhaltig entwickeln können», erläutert Nater.
Aus den Arbeiten ist in einem Prozess der jetzige Gestaltungsplan entstanden. Dieser legt fest, wie der Ischlag überbaut werden kann. Er schreibt beispielsweise Baufelder, Gebäudehöhen sowie Nutzweise und Zweckbestimmung der Bauten fest.
Auf dessen Grundlage erarbeiten die Eigentümer die Bauprojekte. Sprich, die genaue Gestaltung der Fassaden oder die Grundrisse der Wohnung sind noch nicht definiert.


«Wir haben vieles im Kopf und viele Wünsche», sagt Peter Nater. «Auch wenn zahlreiche Details noch geklärt werden müssen.»
Möglichst grün und autoarm
Die Bauherren haben trotzdem eine klare Vorstellung, wie sich ein lebenswertes Quartier entwickeln soll. «Im Gestaltungsplan ist beispielsweise ein Dorfplatz und die unterirdische Erschliessung vorgesehen», erläutert Nater. Ebenso sind viele Grünflächen geplant, und der Zugang zur Töss ist ebenfalls sichergestellt. «Das Quartier soll in die Natur eingebettet werden», so Nater.
Hinzu komme, dass die Siedlung möglichst autoarm sei. Deshalb würde sich eine Tiefgarage gleich beim Eingang befinden. Innerhalb des Quartiers ist eine Begegnungszone angedacht. Dort beträgt die Höchstgeschwindigkeit 20 Kilometer pro Stunde, und Fussgänger haben Vortritt.
Wie viele Wohnungen auf dem Areal dereinst entstehen, ist noch offen. «Wir gehen von etwa 200 bis 300 Wohnungen aus», schätzt Nater. Rund 500 Personen könnten dann ins Quartier ziehen. «Es gibt sicher einen Mix aus Miet- und Eigentumswohnungen», sagt Nater. Gleichzeitig ist nicht nur Wohnraum geplant, auch Gewerbeflächen sind vorgesehen.
Gemeinde profitiert
Nater ist davon überzeugt, dass Saland vom Bauprojekt profitieren wird. «So ziehen auch neue Leute ins Tösstal», betont er. Dadurch verbessere sich auch die Infrastruktur.
Das Projekt im Gebiet Ischlag ist derweil nicht das einzige in und um Saland. So sind bei der Weberei Juckern beispielsweise ebenfalls 200 bis 300 Wohnungen geplant. Und auch bei der ehemaligen Schinkenräucherei entsteht eine Überbauung.
Die rege Bautätigkeit bereitet Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) mehr Freude als Sorgen. «Trotzdem ist es nicht ganz unproblematisch, wenn in einem Gebiet so viel gebaut wird», betont er. Bauma müsse etwa die Groberschliessung bezahlen. Auch die Infrastruktur, beispielsweise der Schulen, werde gefordert.
«In der Regel profitiert eine Gemeinde aber davon, wenn sie wachsen kann», erklärt er. «Irgendwann kommt man dann sicher an den Punkt, an dem Bauma gross genug ist.»
Ähnlich grosse Projekte werde es aber ohnehin nicht mehr geben – aus Mangel an Bauland. «In Zukunft geht es dann vor allem ums Verdichten», erklärt Sudler.
Erste Wohnungen in fünf Jahren
In trockenen Tüchern ist der Gestaltungsplan für das Gebiet Ischlag ohnehin noch nicht. Nach den öffentlichen Auflagen muss er noch der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. Peter Nater hofft, dass die Zustimmung noch dieses Jahr vorliegt.
Davon abhängig ist auch, wie schnell auf dem Areal gebaut werden kann. «Das ist immer eine schwierige Frage, denn nicht alles liegt in unserer Kontrolle», betont er.
Im besten Fall soll es aber bald losgehen. Sobald der Gestaltungsplan von der Gemeindeversammlung genehmigt und vom Kanton in Kraft gesetzt wird, brauchen die Eigentümer vermutlich zwei Jahre für die Planung. «Dann nochmals zwei Jahre bis für die ersten Bauten», schätzt Nater. «Dann könnten in etwa fünf Jahren die ersten Personen einziehen.»
Der Gestaltungsplan Ischlag liegt noch bis am 15. April öffentlich auf. Die Unterlagen findet man auf der Website der Gemeinde Bauma. Zudem können sie während der Öffnungszeiten auch bei der Gemeindeverwaltung eingesehen werden.