Uster trauert um einen herausragenden Bürger
Nachruf auf Peter Surbeck
Zeitlebens engagierte sich Peter Surbeck für die Stadt Uster. Stadtpräsidentin Barbara Thalmann würdigt den umtriebigen Ehrenbürger.
Am 21. Februar 2024 ist Peter Surbeck, Ehrenbürger der Stadt Uster, kurz nach seinem 89. Geburtstag verstorben. Der Stadtrat von Uster drückt seiner Frau, der früheren Stadtpräsidentin Elisabeth Surbeck, und der ganzen Familie seine tief empfundene Anteilnahme aus.
Mit Peter Surbeck hat eine herausragende Persönlichkeit diese Welt verlassen. Am 2. November 2015 hat die Stadt Uster Peter Surbeck das Ehrenbürgerrecht verliehen. Das macht Uster nicht leichtfertig. 60 Jahre hat die Stadt zugewartet, bis sie nach der letzten Verleihung eines Ehrenbürgerrechts (1955 an Jean Hotz) wieder eine Persönlichkeit mit dieser Auszeichnung ehrte.
Und auch seit 2015 wurde eine solche Würdigung nicht mehr erwogen. Es war nicht die einzige Auszeichnung, die Peter Surbeck zuteilwurde: 2000 erhielt er den Rotary-Preis, 2009 wurde er vom italienischen Staat zum «Cavaliere dell’Ordine della Stella delia Solidarietà», zu Deutsch Grosskreuzritter des Ordens des Sterns der italienischen Solidarität, erhoben und 2012 mit dem Kulturpreis der Stadt Uster ausgezeichnet.
Doch Peter Surbeck fühlte sich nicht in erster Linie als «Ehrenbürger», als Grosskreuzritter oder Kulturpreisträger. Er freute sich zwar über die verschiedenen Auszeichnungen, aber er hob sie nie heraus.
Primär war er ein engagierter Mitbürger, der Zeit seines Lebens mit Uster eng verbunden war. Hier verbrachte er seine Kindheit, besuchte die Schule und wirkte als Sekundarlehrer. Und zeitlebens engagierte er sich für seine Stadt in verschiedensten Gebieten.
Dank ihm verkehrt das Dampfschiff «Greif» auf dem Greifensee, gibt es das Niederustermer Neujahrsblatt der Turicum Gesellschaft, steht die historische Mühle Niederuster noch und wurde das aus dem Jahr 1788 stammende Reichert- oder Gujerhaus nicht abgerissen.
Peter Surbeck erforschte zudem die Inschriften an Bauernhäusern in den Bezirken Uster, Hinwil, Pfäffikon und dem ganzen Zürcher Oberland, was der regionalen Geschichtsforschung zu wichtigen neuen Erkenntnissen verhalf.
Zum «Cavaliere dell’Ordine della Stella delia Solidarietà» wurde er erhoben, weil er unter anderem veranlasste, dass im Rahmen eines Kulturgüteraustauschs ein Teil der St.-Andreas-Reliquien aus Amalfi und eine St.-Andreas-Ikone aus dem Moskauer Kreml in die katholische Kirche Uster überführt wurde.
Zeit seines Lebens blieb Peter Surbeck Italien verbunden und weckte auch bei seinen Schülerinnen und Schülern die Begeisterung für die reichhaltige Geschichte und Kultur des Landes. Darüber hinaus hat er sich um den Erhalt zahlreicher weiterer Kulturgüter verdient gemacht.
Auch politisch war Peter Surbeck engagiert. Für die FDP wirkte er im Gemeinderat, ab 1980 gehörte er der Heimatschutz- und Denkmalpflegekommission an, und von 1979 bis 1986 präsidierte er die parlamentarische Raumplanungskommission.
Was hier mit wenigen Worten nur angedeutet werden kann, skizziert einen Mann, der mit offenem Geist und grossem Wissen beharrlich seine Ziele verfolgte und in aller Regel zum Erfolg führte.
Peter Surbeck wird allen, die ihn kennen und mit ihm arbeiten durften, in bester Erinnerung bleiben. Die Stadt Uster ist ihm zu grossem Dank verpflichtet.
Die Gedenkfeier für Peter Surbeck findet am Freitag, 15. März, um 14.30 Uhr in der reformierten Kirche in Uster statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt im kleinsten Familienkreis.