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Keine Pächter gefunden – Farneralp wird verkauft

Trotz Verkauf soll die Tradition bleiben. Dafür wollen die neuen Eigentümer sorgen, die übrigens nicht das höchste Gebot abgegeben haben.

Die Familie Kamer-Züger war sechs Jahre lang auf der Alp. Ab April wird ein neues Paar vor Ort sein und den Betrieb möglichst erhalten. (Archiv)

Foto: Markus Zürcher

Keine Pächter gefunden – Farneralp wird verkauft

Frischer Wind auf dem Walder Alpbetrieb

Nach sechs Jahren ist für die Pächterfamilie auf der Farneralp Schluss. Obwohl der Alp Farner AG deren Abgang seit längerer Zeit bekannt war, konnte keine Pachtnachfolge gefunden werden.

«Der Gastwirtschaftsbetrieb kann auf Wunsch zusammen mit dem Landwirtschaftsbetrieb und/oder der Bewirtschaftung des Sömmerungsbetriebs als Alphirt in Anstellung übernommen werden», schrieb die Alp Farner AG noch jüngst auf ihrer Website. Doch daraus sollte nichts werden. Denn die Aktiengesellschaft fand trotz attraktiver Lage keine Nachfolge für die aktuelle Pächterfamilie.

Das 1978 in Betrieb genommene Bergrestaurant Farneralp liegt auf 1155 Metern über Meer und wird von Wanderern, Bikern, Skifahrern, Gruppen oder Familien gerne besucht. In einer Gaststube mit 50 Plätzen, einem Saal mit 60 Plätzen und auf einer grossen Terrasse können Gäste bewirtet werden. In den zwei Gästezimmern und einer einfachen Unterkunftsmöglichkeit für Gruppen sind zudem Übernachtungen möglich.

Zum Restaurant gehört auch eine Wohnung. Diese würde im Frühling wohl leer stehen. Zumindest konnte man bis vor Kurzem davon ausgehen. Denn am 26. Februar wirtete die langjährige Pächterfamilie zum letzten Mal. Das offizielle Pachtverhältnis endet jedoch erst am 31. März.

«Im vergangenen November haben wir den Pachtvertrag nach sechs ereignisreichen Jahren gekündigt», sagt Andrea Kamer-Züger, die bisherige Pächterin der Farneralp. Die Alp, die sie noch bis Ende März bewirtschaftet, gehört der Farner Alp AG mit ihren rund 880 Aktionären.

Betrieben werden die Landwirtschaft sowie ein Restaurant. Und obwohl die Gaststätte auf der Alp ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist, konnte nach einer anderthalbjährigen Suche keine Nachfolge für den nicht gerade alltäglichen Betrieb gefunden werden.

Frühzeitig informiert

«Die AG war schon vor unserer offiziellen Kündigung im letzten Jahr über die anstehende Trennung von uns informiert worden und konnte trotz der Ausschreibung noch keine Nachfolge für uns finden», sagt die scheidende Pächterin.

Fast 900 Aktionäre

Die Alp Farner AG wurde im Jahr 1978 gegründet. Vorher gehörte die Alp seit langer Zeit dem Zürcher Landwirtschaftlichen Kantonalverein, dem heutigen Zürcher Bauernverband. Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb der Alp Farner in Goldingen, die aus einem Alpbetrieb und einer Gastwirtschaft besteht. Das Aktienkapital beträgt 850’000 Franken, die AG hat rund 880 Aktionäre. Hauptaktionär ist der Zürcher Bauernverband mit einem Anteil von 121’000 Franken.

Bald stehe jedoch eine Generalversammlung mit den Aktionären an, die darüber befinden sollten, an wen man das Bergrestaurant inklusive der Wirtewohnung mit einem geschätzten Wert von 1,8 Millionen Franken möglicherweise verkaufen werde. «Dies ist eine Erwägung, die von der Aktiengesellschaft durchaus in Betracht gezogen wird», sagte Andrea Kamer-Züger noch vor rund zwei Wochen.

Schon Pascal Fischbacher, der Vorgänger von Andrea und Marius Kamer-Züger, hörte nach Auslauf des auf sechs Jahre begrenzten Pachtvertrags auf. Die Kamer-Zügers waren sozusagen die perfekten Nachfolger, da sie zuvor schon während 15 Jahren eine Rinderalp geführt hatten.

Bestmögliche Nachfolgelösung

Seit dem vergangenen Samstag ist nun klar: Die Farneralp wird verkauft. Die passenden Käufer sind bereits gefunden, wie Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands, bestätigt. «Am letzten Samstag fand in Wald eine ausserordentliche Generalversammlung mit rund 200 Aktionärinnen und Aktionären statt.»

Eine Alp mit Kühen. Rundum hüglige Landschaften.
Auch die neuen Wirte werden sich neben der Gastronomie wohl leidenschaftlich mit der Landwirtschaft beschäftigen. (Archiv)

An diesem Tag haben die Versammelten nach regen und emotionalen Diskussionen dem Verkauf des Betriebs zugestimmt. Bemerkenswerterweise nicht an den Höchstbietenden. «Den Zuschlag bekommt ein junges Paar aus dem Kanton Schwyz, das den Geist der Farneralp so weiterleben lassen wird, wie sich das die Aktionäre und der Verwaltungsrat innig wünschen», sagt Hodel. Monika und Manuel Schuler erhielten den Zuschlag mit ihrem Angebot von 1,95 Millionen Franken.

Die Präsentation sowie die Zukunftspläne von Monika und Manuel Schuler hätten die Versammlung am meisten beeindruckt. Zwar handle es sich um Neueinsteiger, allerdings mit landwirtschaftlicher und auch gastronomischer Erfahrung.

Kein leichter Entscheid

Trotz allem sei der Verkauf den Aktionären nicht gerade leichtgefallen. «Nicht etwa wegen der Käufer, es handelte sich um reinen Herzschmerz», betont Hodel. Schliesslich habe man als Aktionär der Alp Farner AG keine Aktien gekauft, um möglichst von der Dividendenausschüttung zu profitieren, sondern aus Leidenschaft für die Alp und deren Betrieb.

Die neuen Hoffnungsträger werden die Farneralp am 1. April wohl definitiv übernehmen. Noch ist die Unterschrift auf dem Kaufvertrag allerdings nicht gesetzt. Dafür existieren eine Absichtserklärung sowie ein Finanzierungsnachweis. Währenddessen muss sich die Alp Farner AG mit der Liquidierung der Aktiengesellschaft auseinandersetzen.

Die Farneralp umfasst ein Bergrestaurant mit zusätzlichem Saal und einem Aussensitzplatz sowie einen Landwirtschaftsbetrieb mit über 9 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche. Dazu gehören ein Stall für acht Mutterkühe mit Jungvieh, ein Sömmerungsbetrieb mit zirka 30 Hektaren Weideland sowie rund 23 Hektaren Wald. Des Weiteren gibt es einen Parkplatz mit 20 Plätzen dazu.

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