Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
Selbstversuch
Glas zu blasen, will gelernt sein. Wie viel es aber braucht, um eine schöne runde Kugel herzustellen, hat unsere Redaktorin in der Glasbläserei von René Burri in Wila selber erfahren.
«Kommen Sie, versuchen Sie es.» – Diese Worte von Glasbläser René Burri lösen bei mir gleichzeitig Entzücken, Schreck und Begeisterung aus. Glas finde ich ein faszinierendes Material. Selber einmal damit zu arbeiten, hätte ich mir aber in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt.
Der Auftrag: eine grosse Christbaumkugel herstellen. Und mein Lehrmeister zeigt sogleich, wie das geht: Das Glasröhrchen in die Flamme halten und es unter gleichmässigem Drehen erhitzen. Dann das Röhrchen an die Lippen setzen, reinblasen und es gleichzeitig weiterdrehen.
Gesagt, getan. Das Erhitzen klappt noch erstaunlich gut, beim Blasen fangen dann aber die Schwierigkeiten an. Ich puste und drehe – doch das Gebilde am Röhrchenende wird immer unförmiger. «Sie müssen stärker blasen», erklärt Burri. Doch das hilft nicht mehr, das Glas ist schon zu fest abgekühlt.

