Das geschah nach dem Grossbrand im Unteren Wolfsberg
Von Solidarität und Bürokratie
Im Unteren Wolfsberg in Bauma ist wieder Leben eingekehrt, auch wenn die Normalität noch weit entfernt ist. Das ist in den vier Jahren seit der Brandkatastrophe passiert.
Der Brand
Am 10. Februar 2020 zerstört ein Brand den Weiler Unterer Wolfsberg in Bauma komplett. Fünf Gebäude brennen nieder. Der starke Wind des Sturms «Sabine» hat das Feuer von einem Haus auf das andere übertragen. Verletzt wird niemand, doch mehrere Tiere kommen im Feuer ums Leben, darunter mehrere Hühner, ein Schaf und zwei Ziegen.
Die Polizei geht nach dem Feuer nicht von Brandstiftung aus. Es stellt sich später heraus, dass wohl ein Defekt am Stromhauptverteiler hinter dem Haus von Frauchigers der Grund für den Brand gewesen ist.
Sieben Personen verlieren durch den Grossbrand ihr ganzes Hab und Gut. Darunter sind Landwirt Remo Frauchiger mit seiner heutigen Frau Christina. Frauchigers Tiere kommen bei Nachbarn und Freunden unter, das Paar zieht vorübergehend nach Wald zu Remo Frauchigers Schwester.
Die Solidarität
Noch am Tag des Brands lanciert die Gemeinde Bauma eine Spendenaktion. Bis Ende Februar 2020 sind bereits 660’000 Franken zusammen. Personen aus der ganzen Schweiz zeigen sich solidarisch. Auch in Bauma ist die Betroffenheit gross. So organisiert beispielsweise die Harmonie Bauma ein Benefizkonzert. Und «Bahnhöfli»-Wirt Markus Kradolfer spendet fünf Prozent seines Februarumsatzes.
Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) sagt Anfang 2021: «Die grosse Solidarität in der Gemeinde, die überall spürbare Verbundenheit: Ja, das hat mich sehr stolz gemacht, zu dieser ganz besonderen Gemeinde zu gehören.» Bis heute sind über eine Million Franken an Spenden eingegangen.
Der Wiederaufbau
Das Ziel von Remo und Christina Frauchiger ist bereits wenige Tage nach dem Brand klar. Sie möchten, dass in zwei Jahren wieder Normalität im Weiler einkehrt, und wollen ihren Hof komplett neu aufbauen.
Einen kleinen Stall, die sogenannte Remise, konnten Frauchigers retten und reparieren. Dort bringen sie vorübergehend Rinder und Schafe unter.
Remo und Christina Frauchiger wollen mit ihrem in der Zwischenzeit geborenen Sohn Aschi so schnell wie möglich zurückkehren. Doch der Neubau des Stalls und des Wohnhauses verzögert sich. Das ursprüngliche Stallprojekt ist zu teuer, im Sommer 2021 reichen sie eine überarbeitete Version ein. Der Wiederaufbau des Weilers entpuppt sich als administrative Grossaufgabe.
Anfang 2022 kehren Frauchigers auf ihr Gehöft zurück. Weil der Wiederaufbau von Haus und Stall weit mehr Zeit benötigt als geplant, müssen Provisorien her. Die Familie zieht in ein Mini-Haus, die Tiere beziehen eine renovierte Scheune.
Im September 2022 ist es dann endlich so weit. Der Spatenstich für den Wiederaufbau erfolgt. Das Kapital für den Neubau stammt von Direktzahlungen, der Gebäudeversicherung und Spenden. Die Arbeiten sind Ende 2023 fertig.
> > Lesen Sie hier, wie es der Familie Frauchiger vier Jahre nach dem Grossbrand geht.
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