Jetzt gibt es ein neues Projekt fürs Seebistro in Pfäffikon
Nach Hickhack um Gastrobetrieb
Nachdem sein erstes Projekt auf Gegenwind gestossen war, wagt Andreas Brüllmann einen neuen Anlauf für seinen «Seegarten» am Pfäffikersee. Jetzt hofft er auf die Gunst der Nachbarn.
Andreas Brüllmann probiert es nochmals. Der Gastronom und Inhaber der Brüll Bier’s Garten AG hat ein neues Projekt für ein Seebistro am Pfäffikersee ausgearbeitet.
Eigentlich hätte Brüllmann bereits im letzten Sommer mit dem Bau seines «Seegarten» beginnen wollen. Im Januar ging es für ihn zurück auf Feld eins. Er zog sein Baugesuch zurück. Zuvor hatten einige Eigentümer aus der Liegenschaft unmittelbar hinter dem geplanten Bistro gegen die Baubewilligung Rekurs eingelegt – erfolgreich.
Nach einer Begehung durch das Baurekursgericht war für den Gastronomen klar, dass er sein Projekt nicht wie geplant verwirklichen konnte. So kritisierte der Richter gemäss dem Anwalt der Rekurrenten unter anderem das fehlende Parkierungskonzept oder die fehlende eigene WC-Anlage für Restaurantgäste. Die Gäste hätten die öffentliche Toilette der Gemeinde nutzen müssen.
Für alle Seiten stimmig?
Diese Punkte hat Brüllmann jetzt berücksichtigt. Im geplanten Holzgebäude in Leichtbauweise sind beispielsweise zwei Toiletten für die Gäste im Innenbereich geplant. Ebenso entsteht an der Rückseite ein grosser Veloparkplatz. «Damit wollen wir das ‹Wildparkieren› insbesondere zugunsten der Nachbarn eindämmen», erläutert er.
Auch die Ausrichtung des Gebäudes gegen den See wurde angepasst. «So sind die Anwohner noch mehr abgeschirmt vom möglichen Lärm», sagt Brüllmann. Auch mit der Neigung des Dachs ist er ihnen entgegengekommen. «Dieses ist zwar nicht tiefer», sagt er. «Aber durch die Neigung ist der See aus dem Nachbargebäude besser sichtbar.»
Im «Seegarten» sind wie beim ersten Projekt zirka 70 Innen- und 112 Aussensitzplätze vorgesehen. «Mit dieser geplanten Mindestgrösse kann ein kostendeckender Betrieb realisiert werden, der auch ein interessantes Angebot und einen adäquaten Service für die Seegäste ermöglicht», erklärt Brüllmann.
Mit all den Anpassungen sieht er das Projekt für alle Seiten als stimmig. «Nach nun mittlerweile drei Jahren hoffe ich, dass die Gegenparteien und Behörden dem umfassend korrigierten Bauvorhaben zustimmen.»
Der Baustart ist unter anderem davon abhängig, ob es erneut Widerstand aus der Nachbarschaft gibt. Da das neue Baugesuch noch nicht öffentlich publiziert wurde, haben die Anwohner auch noch keine Kenntnis über dessen Inhalt. Patrick Bircher, einer der Rekurrenten beim ursprünglichen Projekt, hält sich deshalb noch bedeckt: «Wir werden das Gesuch erstmal anschauen und prüfen.»
Übergangslösung bleibt
Trotz der schwierigen Vorgeschichte hofft Gemeinderat Stefan Gubler (FDP), der für das Ressort Finanzen und Liegenschaften zuständig ist, dass endlich ein Bistro-Projekt am Pfäffikersee verwirklicht werden kann. «Es besteht ganz klar ein Bedürfnis bei der Bevölkerung», ist er überzeugt.
> > Lesen Sie hier mehr über das lange Hickhack um einen Gastrobetrieb am See
Die Besucherinnen und Besucher müssen sich aber vorderhand noch mit der bestehenden Übergangslösung zufriedengeben. Seit 2021 führt Brüllmann beim Standort des alten «Imbiss am See» einen Pop-up-Imbiss aus Gastrocontainern. Diese nutzte er bereits, als er von 2014 bis 2019 einen Biergarten auf dem ehemaligen Bietenholz-Areal betrieb.

Die Bewilligung für «Brülls Pop-up» am Seequai hatte er zunächst nur bis im letzten Oktober. Jetzt ist aber klar, dass der Imbiss weiterbestehen kann. «Man muss am See ein Angebot haben», sagt Brüllmann mit Nachdruck. Aber sowohl für ihn als auch für die Gemeinde Pfäffikon ist die Übergangslösung unbefriedigend.
Ein neuer Vertrag
Das Projekt «Seegarten» von Brüllmann ist derweil nicht das einzige am Seequai. Gleichzeitig mit ihm reicht auch die Gemeinde Pfäffikon ein Baugesuch ein – und zwar für die neue öffentliche WC-Anlage.
Die Vorhaben sind zwar voneinander unabhängig, werden aber an einer Wand zusammengebaut und haben auch ein einheitliches Erscheinungsbild.
Die vier Einzeltoiletten-Module aus Edelstahl sind laut einer Mitteilung der Gemeinde vandalensicher ausgestaltet und können einfach gereinigt werden. Zusätzlich gibt es ein Multifunktions-WC für Familien und Personen mit Beeinträchtigungen. Gemäss dem Budget 2024 soll das ganze Vorhaben 622'000 Franken kosten.
Bereits jetzt steht eine WC-Anlage am See. «Diese ist klar renovationsbedürftig», erklärt Gemeinderat Gubler.
Das Bauprojekt für das WC wird der Gemeindeversammlung voraussichtlich im September vorgelegt. Zudem muss die Versammlung auch über eine neue Vereinbarung zwischen der Gemeinde und Gastronom Brüllmann abstimmen.
Bis 2028 ist sein Pachtvertrag eigentlich noch gültig. «Das Bauprojekt ist jetzt aber anders, als wir dies bei der Unterzeichnung angenommen haben», erläutert Gubler. Deshalb muss die Gemeinde einen neuen Vertrag aufsetzen. «Wir müssen dazu noch einige rechtliche Fragen klären», erklärt er. An diesen solle das neue Projekt aber nicht scheitern.
